Beinwil am See
Beinwiler unter den Top 11 bei «Einer wie Beni»

Philippe Zimmermann in der Casting-Sendung des Schweizer Sportfernsehens. Der Lebensmitteltechnologe und Vater dreier Töchter ist einer der 11 Finalkandidaten.

Markus Christen
Drucken
Neuer Beni Turnherr? Philippe Zimmermann.

Neuer Beni Turnherr? Philippe Zimmermann.

Er sagt von sich selbst, er sei ein absolut spontaner Mensch. Und so zögerte Philippe Zimmermann (35) keinen Augenblick, als er vor einigen Monaten den Werbetrailer zur Casting-Sendung des Schweizer Sportfernsehens (SSF) «Einer wie Beni» gesehen hatte. Zusammen mit Claudia Lässer, der Programmleiterin des SSF, ist der wohl bekannteste Sport- und Showmoderator der Schweiz, Beni Thurnheer, auf der Suche nach einem Kommentatortalent.

Gestern Abend wurde die erste Folge der siebenteiligen Casting-Serie ausgestrahlt und Philippe Zimmermann konnte sich gegen rund 1500 Bewerber durchsetzen. Der eidgenössisch diplomierte Lebensmitteltechnologe und Vater dreier Töchter ist einer der verbleibenden 11 Kandidaten, die an den kommenden Sonntagen jeweils um 20 Uhr versuchen, für sich und ihre Stimme einen festen Platz im Fernsehen zu ergattern.

«Ich bin sehr ehrgeizig», sagt Zimmermann beim Gespräch im Restaurant Einstein in Aarau, «es geht mir nicht darum, meinen Kopf einmal in die Kamera zu strecken. Der Job ist für mich eine Herzensangelegenheit und ich sehe das Casting als Herausforderung und riesige Chance.»

Kommentator in Schlaghosen

Das Kommentieren liegt dem gelernten Koch im Blut. «Kochen ist wie kommentieren, das Zusammenspiel der einzelnen Komponenten und die Kreativität, mit der man sie kombiniert, sind entscheidende Faktoren.»

Er erinnert sich daran, wie er als Teenager zusammen mit seinem Bruder einen Wrestling-Club gegründet und die Mädchen zum Fernsehschauen eingeladen hat. Er war es jeweils, der die akrobatischen und furchteinflössenden Szenen im Ring mit Erklärungen begleitet hat. Auch an Festen und Anlässen ist er seitdem jeweils der Erste, der angefragt wird, um eine Rede zu halten.

«Was mich fasziniert am Kommentatorjob ist, dass man nicht in erster Linie mit dem optischen Eindruck überzeugen muss. Entscheidend ist, was und wie ich es sage.» Zimmermann zieht die Parallele zu seiner selbst verfassten Lebensphilosophie: «Man begrüsst sich immer mit dem Aussehen. Aber verabschieden und in Erinnerung bleiben sollte man mit seiner Intelligenz und seinem Herzen.»

In seiner Freizeit spielt er oft Tennis und ist ein polysportiv interessierter Mensch, schreibt Kurzgeschichten und schnitzt Glücksbäume. Was man Philippe Zimmermann aber auf den ersten Blick ansieht, ist seine Leidenschaft für die Siebzigerjahre. «Elvis Presley, klar. Aber es geht mir nicht nur um die Musik. Es sind mehr das Lebensgefühl und die Lebenslust der Leute dieser Zeit, es ist ein eigentliches Fieber, das man nicht erklären, sondern nur fühlen kann. Ich habe den Programmverantwortlichen beim Schweizer Sportfernsehen schon gesagt, dass ich der erste Sportkommentator in Schlaghosen sein will.»

Schwierig, aber faszinierend

Es gibt einen grossen Vorsatz, dem Philippe Zimmermann unbedingt gerecht werden will, nämlich die Zuschauer nicht nur mit Informationen zu füttern, sondern sie für den Sport zu begeistern. «Ich halte das für eine sehr schwierige, aber faszinierende Aufgabe.» Authentisch zu bleiben, das ist ihm wichtig. Er wolle keine Rolle spielen.

Obwohl er bei den Casting-Aufzeichnungen jeweils nervös war, bereitet ihm der Auftritt vor der Kamera keine Probleme. «Das ist wohl in mir drin, dieses Flair für den öffentlichen Auftritt.»

Zimmermann ist sich bewusst, dass er mit seinem Fernsehauftritt schnell in eine bestimmte Schublade gesteckt werden könnte. Er sagt aber, die Professionalität, mit welcher der Sender vorgehe, habe ihn beeindruckt und überzeugt. So auch Beni Thurnheer, mit dem er ein längeres Gespräch geführt hat. Dieser sei sehr kritisch, halte aber viele gute Ratschläge bereit.

«Wenn ich kommentiere», sagt Philippe Zimmermann am Ende des Gesprächs, «dann fühle ich mich einfach zu Hause.» Das ist wohl die beste Voraussetzung für die bevorstehenden Aufgaben.

Aktuelle Nachrichten