Brunegg
Anwohner melden gefährliche Verkehrsverhältnisse bei Trottoir – nun kommen Kameras zum Einsatz

An vier Trottoirüberfahrten an der Hauptstrasse in Brunegg werden nächste Woche Kameras angebracht. Der Kanton wertet die Aufnahmen aus, um kritische Situationen zu erkennen. Mit erhöhten und farblich markierten Streifen, wie sie normalerweise für Sehbehinderte benutzt werden, soll der Verkehr beruhigt werden.

Eva Wanner
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Gemessen wird an vier Einmündungen von der Hauptstrasse her: An der Schulstrasse (Bild) sowie der Feld-, der Kirch- und der Winkelstrasse.

Gemessen wird an vier Einmündungen von der Hauptstrasse her: An der Schulstrasse (Bild) sowie der Feld-, der Kirch- und der Winkelstrasse.

Eva Wanner

Nächste Woche wird in Brunegg gefilmt. Weder eine Schnulze noch ein Krimi, sondern der Verkehr: Vom Montag, 14. bis am Sonntag, 20. März werden Kameras entlang von Trottoirüberfahrten installiert, um zu prüfen, wie dort gefahren wird.

Ausschlag dafür gab die Bevölkerung selbst. An der Trottoirüberfahrt bei der Einfahrt von der Haupt- in die Feldstrasse herrschen gefährliche Verkehrsverhältnisse, haben die Bruneggerinnen und Brunegger gemeldet. Das sagt Gemeinderat Thomas Brügger auf Anfrage. Und weiter: «Motorfahrzeuglenkende würden beispielsweise den Vortritt der Fussgängerinnen und Fussgänger auf dem Trottoir nicht respektieren.» Aufgrund solcher Rückmeldungen wird nun mit dem Kanton eine sogenannte Wirksamkeitsanalyse durchgeführt.

An vier Einmündungen wird gemessen

Und das an mehreren Einmündungen in die Hauptstrasse, wie das kantonale Departement für Bau, Verkehr und Umwelt auf Anfrage sagt. Nebst der Feld- auch an der Kirch-, der Schul- sowie der Winkelstrasse.

Das Departement erklärt, wie vorgegangen wird: «Die Kameras werden so positioniert, dass der gesamte Bereich der betreffenden Trottoirüberfahrt erfasst werden kann. Der Datenschutz ist dabei natürlich gewährleistet.» Ziel sei, die Aufnahmen dann auszuwerten hinsichtlich «kritischer Verkehrssituationen, Vortrittsmissachtungen und Frequenzen der Verkehrsteilnehmenden».

Brunegg dient dem Kanton als Beispiel

In einem zweiten Schritt werden sogenannte taktil-visuelle Markierungen angebracht. Das sind in der Höhe und der Farbe hervorgehobene Streifen, wie man sie etwa von Bahnhöfen kennt, die sehbehinderten Menschen als wortwörtliche Leitlinien dienen. «Ziel der taktil-visuellen Markierung ist, die Situation der Trottoirüberfahrt für Sehbehinderte, aber auch für Sehende besser erkennbar zu machen», heisst es beim Kanton dazu weiter.

Nach einer gewissen Eingewöhnungszeit würden die Trottoirüberfahrten erneut gefilmt. Die Aufnahmen werden mit jenen von kommender Woche verglichen, um festzustellen, ob und welche Effekte die Markierungen haben. Die Ergebnisse aus dem Vergleich wiederum betreffen dann wohl die Gemeinde Brunegg, aber nicht nur: «Die Untersuchungen dienen einer übergeordneten Abklärung für die Handhabung der taktil-visuellen Markierung im Kanton.»