Lenzburg
Hier gibt es bald Anzüge mit Nadelstreifen aus Gold und Platin

Christian Sommer eröffnet Ende Monat sein eigenes Schneideratelier in der Lenzburger Altstadt. Auf exquisite Kundenwünsche ist er spezialisiert.

Valérie Jost
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Schneider aus Leidenschaft: Christian Sommer in seinem Atelier in der Altstadt.

Schneider aus Leidenschaft: Christian Sommer in seinem Atelier in der Altstadt.

Valérie Jost

«Das ist das Schönste, was es gibt. Es ist wie Poesie», schwärmt Christian Sommer, als er einen Ärmel an eine fast fertige Männerjacke hält. Der 36-Jährige hat kürzlich in der Lenzburger Altstadt sein eigenes Schneideratelier «CRS Bespoke Tailoring» gegründet. «Eine massgeschneiderte Jacke verhält sich zu einer von der Stange wie ein Aston Martin zu einem Citroën», findet er.

Begonnen hat Sommer an der Textilfachschule in Zürich, gelernt hat er das Handwerk – als einziger Schweizer seines Jahrgangs – bei «den besten Schneidern Englands» an der Savile Row (beim Piccadilly Circus) in London, danach arbeitete er in Venedig und in Wien. Wegen der Pandemie kam er früher in die Schweiz zurück: «Mein Traum war es immer, hier ein eigenes Atelier zu eröffnen», sagt der in Dürrenäsch aufgewachsene Schneider.

Unikate mit Innenfutter aus Seide-Kunstdrucken

Seine grosse Leidenschaft sind Jacken und Gilets, doch auch die entsprechenden Hosen fertigt er für seine Kundschaft an – alles auf Mass. Rund 50 Stunden Arbeit stecken in einer massgeschneiderten Anzugjacke. Pro Monat kann Sommer deshalb nur wenige Stücke herstellen. Das hat natürlich seinen Preis, dieser ist jedoch im Voraus abgemacht. «Das Teure ist in den meisten Fällen nicht das Material, sondern die Arbeit», sagt Sommer.

Alles von Hand: Christian Sommer bei der Arbeit.

Alles von Hand: Christian Sommer bei der Arbeit.

Valérie Jost

Je nach Kundenwunsch wird aber auch das Material teuer: Sommer zeigt Stoffmuster mit Nadelstreifen aus 24-karätigem Gold oder aus Platin. Auf speziellen Wunsch lässt er auch Kunstdrucke auf Seide herstellen und verarbeitet sie zu Innenfutter, das Innenleben einer seiner Jacken verbirgt etwa Sebastiano Riccis «Perseus und Medusa». Künstliche Stoffe wie Polyester oder Elasthan verwendet er nicht: «Ich arbeite nur mit Naturmaterialien wie Leinen, Seide, Baumwollsamt oder Wolle.»

Sommers Atelier an der Rathausgasse 4 feiert am 30. September Eröffnung.

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