Zürich/Hallwil

Mysteriöser Todessturz: Aargauer Bodybuilder Sandro H. wurde bedroht

Der bei einem Fenstersturz aus einem Zürcher Bordell verstorbene Sandro H. erhielt nur wenige Tage vor seinem Tod eine Drohung. Er hatte sich offenbar verschuldet.

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Warum Bodybuilder Sandro H. (Mitte) aus dem Bordellfenster in den Tod stürzte, ist nach wie vor unklar.

Warum Bodybuilder Sandro H. (Mitte) aus dem Bordellfenster in den Tod stürzte, ist nach wie vor unklar.

Am 10. März stürzte der im aargauischen Hallwil aufgewachsene Profi-Bodybuilder Sandro H. im Zürcher Niederdorf in den Tod. Er war an einem Freitagabend aus einem Fenster im dritten Stock eines Bordells etwa zehn Meter in die Tiefe gefallen.

Die Ermittler gehen nicht davon aus, dass H. hinuntergestossen wurde. Eine Facebook-Nachricht, die der 33-jährige Bodybuilder laut "20 Minuten" drei Tage vor seinem Ableben erhalten haben soll, wirft Fragen auf. Sie beinhaltet eine Drohung.

«Hey Arschloch! Du schuldest mir noch Geld», beginne diese Nachricht. Und weiter: «Oder willst du die Fotos, die mein Privatdetektiv gemacht, in der Öffentlichkeit haben? Sandro Hofer kokainabhängig! Du bekommst die Finger nicht von meinen Nutten. Und in deinen Sportsclub wird auch niemand mehr kommen! Oder willst du lieber ein zertrümmertes Schultergelenk?»

Seit dem Todessturz sind sechs Wochen vergangen. Nach wie vor ist die Todesursache, sprich ob es ein Unfall oder ein Suizid war, unklar. Die Ermittler haben allerdings keine Hinweise auf Dritteinwirkung gefunden, wie die Oberstaatsanwaltschaft gegenüber 20 Minuten bekräftigt.

Kokain und Prostituierte

Das Onlineportal verweist auf Insider, laut denen H. im grossen Stil mit Steroiden gehandelt und zugleich viel Geld für Kokain und Prostituierte verjubelt habe. Zu viel. Denn das Wasser sei ihm bis zum Hals gestanden. Deswegen hat er die hundert 1000-Franken-Aktien für das Fitness-Center in Zürich-Seebach, das er eröffnen wollte, wieder an seinen Gläubiger verkauft und damit eine 100'000-Franken-Schuld getilgt.

Der Profi-Bodybuilder blieb Geschäftsführer der "Sportclub by Hofer AG" mit einem Nettolohn von 3500 Franken. Für die Anschaffung der Fitnessgeräte erhielt die AG vom selben Gläubiger 500'000 Franken. Kurz vor seinem Tod soll Hofer zu seiner Frau gesagt haben: "Ich muss weg, ich schaffs nicht mehr – ich habe alle enttäuscht.»

Seine Witwe will trotzdem nicht an einen Suizid glauben. "Er wurde von seinen sogenannten Freunden in den Tod getrieben – sie haben ihn zuerst mit Kokain gefügig gemacht, dann ausgenutzt und am Schluss fallen gelassen», sagt sie 20 Minuten.

Das Baugesuch für den Sportclub ist am vergangenen Mittwoch im "Tagblatt der Stadt Zürich" publiziert worden.