Meisterschwanden/Fahrwangen

Neues Bootsstegreglement: Künftig darf man sich keinen Bootsplatz mehr teilen

Meisterschwanden und Fahrwangen haben ein neues Bootsstegreglement erlassen. Eine der wichtigsten Änderungen ist das Verbot der Eignergemeinschaften.

Janine Gloor
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Die Bootsanlegeplätze der Gemeinden Meisterschwanden und Fahrwangen befinden sich in Tennwil. AZ/Archiv

Die Bootsanlegeplätze der Gemeinden Meisterschwanden und Fahrwangen befinden sich in Tennwil. AZ/Archiv

Wer ein Boot sein eigenes nennen darf, kann sich glücklich schätzen. Noch glücklicher ist, wer zum Boot auch einen Bootsanlegeplatz hat. Diese sind begehrt: In Meisterschwanden und Fahrwangen beträgt die Wartezeit für einen Platz im Schnitt 15 Jahre, wie die Bootsstegkommission mitteilt. Daran kann auch das neue gemeinsame Bootsstegreglement der beiden Gemeinden nichts ändern. Doch es enthält einige andere Änderungen.

Eine der wichtigsten ist das Verbot der Eignergemeinschaften. Momentan sind bei 13 Bootsplätzen Eignergemeinschaften gemeldet, wie Ursula Graser von der Bootsstegkommission mitteilt. Diese sind in Zukunft nicht mehr erlaubt. Die bestehenden Eignergemeinschaften dürfen übergangsmässig noch bis zum 30. November 2021 das Boot gemeinsam nutzen. Grund für das Verbot: «Der Bootsplatz soll vom Mieter genutzt werden. Hiermit möchte man verhindern, dass der Mieter selber seinen Bootsplatz gar nicht mehr nutzt, sondern dieser nur noch von Dritten benutzt wird», teilt Graser mit.

Dabei sind Eignergemeinschaften beliebt, so auch in Seengen. Ermöglichen sie doch Leuten einen Zugang zum Bootsvergnügen, ohne dass sie sich ein eigenes Boot kaufen müssen. Momentan sind an der Bootsanlegestelle Seengen von 51 Plätzen 8 an Eignergemeinschaften vermietet. Die Eignergemeinschaften seien ein bewährtes Modell. «Weil die Plätze knapp sind, will man, dass möglichst viele Personen davon profitieren können», heisst es bei der Gemeindeverwaltung auf Anfrage. Meistens kennen sich die Personen gut, die zusammen einen Platz teilen. Das Boot muss auf den Hauptmieter zugelassen sein, neben dem Mieter dürfen maximal drei Personen Teil der Eignergemeinschaft sein. Sie müssen alle Wohnsitz in Seengen haben.

Preiserhöhung um 10 Prozent

Die Bootsanlegeplätze von Meisterschwanden und Fahrwangen befinden sich alle im Schachen Tennwil – auf dem Gemeindegebiet von Meisterschwanden also. Im Jahr 1971 bewilligte die Gemeindeversammlung Meisterschwanden die Anlegestelle. Auch die Fahrwanger wollten ein Plätzli am See und beteiligten sich nachträglich am Bootssteg in Tennwil. Deshalb gehört die Bootsanlegestelle noch heute zu einem Viertel der Gemeinde Fahrwangen. Seit der Saison 1972 wird der Bootssteg im Schachen Tennwil benutzt, unterdessen sind es insgesamt 108 Plätze.

Die Preise für die Bootsanlegestelle galten seit 2008 und wurden für das neue Reglement um 10 Prozent erhöht. Einheimische zahlen pro Saison neu für ein bis zu 5.99 Meter langes und 1.99 Meter breites Boot 440 Franken und für ein Boot, das über diese Masse ausgeht 550 Franken. Auswärtige bezahlen mehr, für ein kleineres Boot beträgt der Mietzins 660 Franken und für ein grösseres 825 Franken.

Dass auch Auswärtige einen Bootsplatz mieten können, ist in Meisterschwanden im Gegensatz zu Seengen keine Ausnahme. 20 Prozent der Anlegestellen werden an Auswärtige vergeben. Es gibt jedoch zwei Wartelisten. Diejenige der Einheimischen aus Fahrwangen, Meisterschwanden und Tennwil hat momentan 76 Interessierte. Auf der Liste der Auswärtigen warten aktuell 32 Personen, teilt die Bootsstegkommission mit. Es lohnt sich also, wenn man sich so bald wie möglich auf die Warteliste setzen lässt. Während man wartet, kann man Geld für ein Boot verdienen und das Brevet machen. Bekommt man aber plötzlich einen Platz, muss ein Boot her. Wer die Zusage erhält, darf den Beginn der Miete gemäss dem neuen Reglement nicht mehr als ein Jahr aufschieben, sonst verliert man den Bootsplatz und den Platz auf der Liste.

Nur ein Platz für Ehepaare

Nach wie vor können im Schachen Tennwil die Bootsplätze an Ehepartner und Kinder übergeben werden, wenn diese das Boot übernehmen. Die neuen Mieter müssen aber mindestens fünf Jahre auf der Warteliste gewesen sein. Neu dürfen Ehe- oder Konkubinatspaare, die bereits einen anderen Bootsplatz am Hallwilersee haben, keine zusätzliche Anlegestelle mieten. Vergeben werden die Plätze ausschliesslich von der Bootsstegkommission. Präsidiert wird diese vom Meisterschwander Gemeindepräsidenten Ueli Haller. Die Kommission hat auch die Aufsicht über den Trockenplatz Seezopf Delphin. Das überarbeitete Reglement zum Bootssteg Schachen Tennwil tritt per 1. März 2019 in Kraft.