Lenzburg
«Schützi»-Nachbar verhindert den Parkplatz-Ausbau

Deshalb wird die Einwendung gegen den Schützenmatte-Kiesrasen gutgeheissen.

Ruth Steiner
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Schlechtwetter-Veranstaltungen setzen der Wiese jeweils zu.

Schlechtwetter-Veranstaltungen setzen der Wiese jeweils zu.

Das Projekt war auf guten Wegen, die Bewilligungen lagen vor: Rund 4800 Quadratmeter der Schützenwiese sollten mit einem Schotterrasenplatz, einer besonders strapazierfähigen Unterlage, wettertauglich gemacht werden. Der militärische Einsatz, mit dem das heutige Wiesenfundament hätte verstärkt werden sollen, war organisiert.

Hätte. Denn die Schützenwiese bleibt, wie sie jetzt ist, der Stadtrat hat das Baugesuch zurückgezogen und das Projekt der Ortsbürgergemeinde vorerst aufs Eis gelegt.

Was ist passiert? Auf Anfrage erklärt Stadtschreiber Christoph Hofstetter, dass gegen das Vorhaben fristgerecht Einwendung erhoben wurde, und zwar aus der Nachbarschaft der Schützenmatte.

Bei der anschliessenden Einspracheverhandlung habe man sich mit dem Einwender nicht einigen können. Dieser hatte unter anderem auch ein Betriebsreglement für künftige Veranstaltungen auf der Schützenmatte verlangt.

Planung zu stark verzögert

Weshalb hat denn der Stadtrat das Begehren des Schützi-Nachbarn nicht abgewendet? «Das Projekt wäre zur Zeitfrage geworden», sagt Hofstetter. Die Terminplanung der für die Realisierung zuständigen Parteien liess keinen weiteren Aufschub zu. Der Stadtrat musste jetzt entscheiden.

Man konnte sich nicht auf die Äste hinauslassen und zuwarten, ob der Einwender den negativen Entscheid akzeptieren oder an die nächste Instanz weiterziehen würde. Die Zeit, die dabei verstrichen wäre, war schlicht zu lang.

Hofstetter präzisiert: «Der Stadtrat hätte spätestens Anfang Juli die Baubewilligung erteilen müssen, damit das Militär die vorbereitenden Massnahmen hätte treffen können.» Und dieser Termin war nicht mehr zu halten gewesen.

Die «Schützi» ist der Austragungsort von grösseren Veranstaltungen in Lenzburg: Temporäre Autoparkings, Jugendfestlunaparks oder auch militärische Einsätze setzen der Wiese bei schlechtem Wetter zu.

Die starke Beanspruchung hinterlässt auf dem aufgeweichten Boden tiefe Spuren. Die Wiederherstellung der grünen Wiese ist aufwendig und kostspielig. «Mit dem Bau des Kiesrasens hätte der Landschaden künftig in Grenzen gehalten werden können», hält der Stadtschreiber fest.

Hofstetter betont jedoch, dass trotz abgeblasenem Projekt die Anlässe auf der Schützenmatte nicht beeinträchtigt sind und weiterhin in gewohntem Rahmen stattfinden. «Bei schönem Wetter ist dies auch in Zukunft kein Problem.»

Nebst dem Einwender hat also auch der Faktor Zeit das Projekt letztendlich gebodigt. Doch ist dieses damit nicht vom Tisch. Es wird spätestens dann wieder spruchreif werden, wenn die in der Vergangenheit gestiegenen Anforderungen an die Bodenbelastung beispielsweise von Lunaparkbetreibern auch Lenzburg erreichen.