Seengen
Seenger spielten rassige und melancholische Melodien

Die Musikgesellschaft verband in ihrem Jahreskonzert irische und schottische Melancholie mit beschwingten Melodien aus der Zirkuswelt. Das Dudelsackspiel ging unter die Haut, das Publikum verlangte nach einer Zugabe. Aber auch spanische Stücke begeisterten.

Sibylle Haltiner
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Tamara Hauri spielte auf dem Es-Horn das Solo im Stück Greensleeves
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Send in the Clowns mit Peter Häusermann als Solist auf dem Flügelhorn
Ruedi Willi (links) und Hans Kunz sind schon seit 35 Jahren bei der MG Seengen
Konzert der Musikgesellschaft Seengen
In ihren schicken roten Gilets spielten die Musikantinnen und Musikanten den zweiten Teil des Konzertes
Albin Stöckli, Ruedi Häusermann und Dani Hauser spielten ein Intermezzo auf der irischen Tin Whistle
Das Konzert stand unter der bewährten Leitung von Albin Stöckli
Das Jugenensemble spielte zum Auftakt des Konzertes
Spanish Fiesta mit Remo Bruder und Ruedi Hauser. Sibylle Haltiner

Tamara Hauri spielte auf dem Es-Horn das Solo im Stück Greensleeves

Sibylle Haltiner

«Highland Cathedral» mit Dudelsackbegleitung war einer der Höhepunkte des Jahreskonzerts der Musikgesellschaft am Samstag. «Hühnerhautfaktor», versprach Moderator Thomas Meyenberg und wies darauf hin, dass es sich nicht etwa um eine alte schottische Melodie handle, sondern dass sie im Jahr 1982 von zwei Deutschen komponiert worden sei. «Allerdings wurde «Highland Cathedral» bereits als schottische Nationalhymne vorgeschlagen.»

Das Dudelsackspiel von Kevin Dragon verlieh dem Stück viel Authentizität und es ging, wie von Meyenberg versprochen, derart unter die Haut, dass das Publikum frenetisch nach einer Zugabe verlangte.

Ganz unter dem Einfluss der Musik von den britischen Inseln stand der erste Teil des Konzertes. Die ungewohnten Harmonien forderten die Musikantinnen und Musikanten heraus. Doch sie schafften es, den melancholischen Melodien mit viel Gefühl Ausdruck zu verleihen und das Publikum zu beeindrucken. «Lord Tullamore» war eines dieser Stücke, Dirigent Albin Stöckli hatte sich «The Witch of the Westmorelands» gewünscht. Bruno Hauri spielte hier das Solo auf dem Horn. In «Greensleeves» brillierte seine Tochter, die junge Es-Horn-Solistin Tamara Hauri.

Dass die Mitglieder der MG Seengen nicht nur auf ihren Stamminstrumenten spielen können, bewiesen Ruedi Häusermann, Dani Hauser und der Dirigent Albin Stöckli mit einem Intermezzo auf der irischen Tin Whistle. «Dreckströte» habe Stöckli das Instrument in den Proben genannt, erzählte Thomas Meyenberg. Dem Publikum jedoch gefiel der hohe, helle Klang dieses Instruments. Der zweite Konzertteil war dem Thema Zirkus und Show gewidmet. Mit witzigen Einlagen überraschten die Musikanten in «The Liberty Bell», einem Marsch aus dem Film «Monty Python’s Flying Circus». «Vo Lozärn gäge Wäggis zue», «Hänschen klein» oder «Old McDonald» hörte man heraus, der Schlagzeuger liess nur mit Mühe von seinem ekstatischen Solo ab. Weitere Solisten zeigten ihr Können, so Peter Häusermann in «Send in the Clowns» sowie Ruedi Hauser und Remo Bruder, die «Spanish Fiesta» auf dem Cornet mit Strohhut darboten.

Ruedi Willi und Hans Kunz wurden für je 35 Jahre Mitgliedschaft mit einem Glas Whisky und «For He’s a Jolly Good Fellow», gesungen von ihren Musikantenkollegen, geehrt.

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