Leasingpleite

Staatsanwaltschaft verpasst Bruder von Autokönig Santoro einen Maulkorb

Die Staatsanwaltschaft hat dem Bruder des gefallenen Promi- Autohändlers Riccardo Santoro per Verfügung untersagt, geschädigte Leasingkunden über das Strafverfahren gegen SAR Premium Cars zu informieren. Der geplante Info-Abend fand trotzdem statt.

Pascal Meier
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Riccardo Santoro zu seinen besten Zeiten:

Riccardo Santoro zu seinen besten Zeiten:

Maja Sommerhalder

Der Fall SAR/Fidis

Riccardo Santoro hatte der Fiat-Leasinggesellschaft Fidis Finance Luxus-Karrossen zu unschlagbar attraktiven Leasingkondititionen vermittelt. Zu den Kunden der SAR Premium Cars in Dintikon gehörten Sporter, Wirtschaftsführer und Prominente.

Am 25. Mai 2011 brach Fidis mit Santoro und liess den ganzen SAR-Fahrzeugpark abtransportieren. In einer Strafanzeige wirft Fidis Santoro vor, 190 Fahrzeuge im Wert von 22 Millionen Franken unerlaubt weiterverleast oder verkauft zu haben. Santoro wies diese Vorwürfe zurück. Das Nachsehen haben die SAR-Kunden, die mit Forderungen von Fidis konfrontiert sind. (pi)

Staatsanwaltschaft schreitet ein

An der Kunden-Orientierung, zu der auch die az eingeladen war, wollte Luca Santoro mit Akten beweisen, dass Fidis alleinige Täterin und Riccardo Santoro deren Opfer ist.

Daraus wurde jedoch nichts: Kurz vor der Orientierung untersagte die Kantonale Staatsanwaltschaft Luca Santoro in einer Verfügung, über den Fall zu sprechen und Verfahrensakten herauszugeben. «Das Strafverfahren befindet sich im Vorverfahren, das nicht öffentlich ist», sagt Elisabeth Strebel, Sprecherin der Staatsanwaltschaft. «Wir wollen verhindern, dass künftige Zeugen, die wir noch befragen müssen, beeinflusst werden.»

Der Informationsabend wurde dennoch durchgeführt, jedoch mit angepasstem Programm.

Lesen Sie hier, was die SAR-Geschädigten diskutierten und gegen wen sich ihre Wut richtet.