Lenzburg

Viel Selbstgemachtes am traditionellen Chlausmärt in der Altstadt

Gestern um Punkt 9 Uhr wurde der traditionelle Chlausmärt in Lenzburg eröffnet. Einige Teilnehmer waren zum ersten Mal mit einem Stand vertreten. Im vielfältigen Angebot fand sich viel Handgemachtes.

Kim Barbara Wyttenbach
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Chlausmärt Lenzburg
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Daniela Tellenbach (45) aus Seon. «Ich bin gelernte Floristin, arbeite aber seit einiger Zeit im Digitaldruck. Trotzdem bin ich sehr gerne kreativ in meiner Freizeit. Meine Produkte habe ich alle zu Hause hergestellt, alles ist handmade. Seit vier oder fünf Jahren gehe ich mit meiner Kollegin an Märkte und verkaufe meine Kunstwerke. Wir gehen vor allem an kleinere Märkte in der Region – zwei oder drei Mal im Jahr. Am Chlausmärt sind wir zum ersten Mal. Trotz den tiefen Temperaturen freuen wir uns auf den heutigen Tag.»
Moritz Lotter (41) aus Schöftland. «Ich biete Steine, Instrumente und Bambustiere aus der ganzen Welt an. Ich war um sechs Uhr hier, um genügend Zeit zu haben, den Stand herzurichten. Seit 15 Jahren bin ich Marktfahrer. Ich bin das ganze Jahr unterwegs: von Davos bis Vevey, von Lugano bis Muttenz. Leider ist die Tradition des Marktfahrens in den letzten Jahren in Bedrängnis geraten. Der Marktverkauf ist unberechenbar geworden. Ich habe eine Familie und arbeite deshalb heute zusätzlich als selbstständiger Handwerker. Das Marktfahren mache ich noch nebenbei.»
Patrick Kunz (44) aus Niederrohrdorf. «Ich biete selbst hergestellte Holzprodukte an. Dieses Jahr habe ich neu Holzketten im Sortiment. Ich beziehe das Holz von Sägereien aus dem Aargau und dem Bündnerland. Seit zehn Jahren ist Holz mein Hobby und ebenso lange gehe ich schon auf Märkte. Ich geniesse es, mit den Marktbesuchern über Holz zu reden. Meinen Lebensunterhalt verdiene ich aber als Informatiker. Im Gegensatz zu anderen Weihnachtsmärkten sind die Stände am Chlausmärt überschaubar. Die Besucher haben die Möglichkeit, sich die Waren in Ruhe anzuschauen.»
Christine Golob (69) aus Martina (GR). «Ich bin Hobby-Marktfahrerin. Mein Mann Peter unterstützt mich dabei. An den Chlausmarkt in Lenzburg komme ich sehr gerne. Die Stadt hat eine wunderschöne, romantische Ambiance. Und es hat immer tolle Besucher. Ich liebe es, mit den Besuchern ins Gespräch zu kommen. Ich verkaufe Finken, Handschuhe und weitere Produkte aus Wolle und Fell. Weil ich Kinder liebe, verkaufe ich zudem Babyfinken. Ich bin zufrieden mit dem Verkauf. Aber die Verkaufszahlen sind in den letzten Jahren zurückgegangen, weil viele Häuser heute Bodenheizung haben.»
Stefan Neupert (58) aus Meisterschwanden. «Seit zwei Jahren imkere ich hobbymässig – ich bin sozusagen ein Jungimker. Dieses Jahr habe ich mich entschieden, an Märkte zu gehen. Es ist die perfekte Gelegenheit, meinen Honig an den Mann zu bringen. Ich war bereits an der Pilzausstellung in Meisterschwanden und am Christchindli-Märt in Seengen. Am Chlausmärt Lenzburg bin ich zum ersten Mal dabei. Der Präsident des Imkervereins ist auch hier. Er hat 40 Jahre Imkererfahrung. Sein Stand ist gleich unter dem Stadttor.»

Chlausmärt Lenzburg

Kim Wyttenbach

Die Chlausmärtmorgensuppe war ausgelöffelt, die Marktfahrer standen bereit für die Besucher. Bei sonnigem Wetter, aber eisigen Temperaturen standen die Marktfahrer und Marktfahrerinnen gut gelaunt in ihren Ständen, bereit für die neugierigen Besucher.

Die Auslagen wurden mit viel Liebe bereits Stunden zuvor hergerichtet. Das Angebot reichte von Holzuntersetzer über Honig bis zu warmen Fellfinken aus dem Bernbiet. Viele Produkte wurden in stundenlanger Handarbeit angefertigt. Obwohl der Ertrag den Aufwand oft nicht deckt, kamen die Marktfahrer aus den verschiedensten Ecken der Schweiz nach Lenzburg. Einige waren zum ersten Mal am Chlausmärt und schwärmten von der wunderschönen Altstadt. Andere kommen schon seit Jahren gerne hierher – nicht nur um ihre Waren anzubieten, sondern auch, um mit den Marktbesuchern zu plaudern.