Stimmbeteiligung

Vor einer vergleichsweise erfreulichen Wahlbeteiligung?

Im Kanton Zürich war die Wahlbeteiligung im zweiten Wahlgang für den Ständerat markant tiefer als am 20. Oktober. Im Aargau zeichnet sich für den 24. November eine kleinere Differenz heraus.

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Beim ersten Wahlgang am 20. Oktober betrug die Wahlbeteiligung im Kanton Aargau 44,4 Prozent bei der Ständerats- und 43,9 Prozent bei der Regierungsratsersatzwahl. Dieser Wert wird im zweiten Wahlgang nicht mehr erreicht. Denn am 20. Oktober ging es auch um die Nationalratswahlen. Was zeichnet sich jetzt ab? Wir fragten in mehreren Gemeinden mit zusammen über 100 000 Einwohnerinnen und Einwohnern nach.

Aarau: Schon hoch war der Zwischenstand gestern Mittag in der Kantonshauptstadt Aarau, wo am Sonntag auch über das Schicksal des Fussballstadions entschieden wird. Laut Nadine Marra, Leiterin des Stadtbüros, waren da bereits 5913 briefliche Stimmabgaben eingegangen, was 41 Prozent der Stimmberechtigten entspricht.

Baden: Aus Aufwandgründen leider nicht erhoben wird der Zwischenstand in der Baden, wo immerhin drei Kandidierende für den Ständerat wohnen: Marianne Binder (CVP), Ruth Müri (Grüne), Thierry Burkart (FDP).

Leibstadt: In absoluten Zahlen natürlich nicht so hoch, aber auch von besonderem Interesse ist der Zwischentand in Leibstadt, der Wohngemeinde von Ständeratskandidat Hansjörg Knecht (SVP). Diese war gestern mittag klar höher als in anderen Gemeinden (abgesehen natürlich von Aarau). Am Mittag waren bereits 251 von insgesamt 751 Wahlcouverts eingegangen, was 33,4 Prozent entspricht.

Rheinfelden: Weil am Sonntag kantonal niemand aus dem Fricktal zur Wahl steht, dürfte dort das Interesse geringer sein. Zudem war die Beteiligung des Fricktals schon am 20. Oktober unterdurchschnittlich. Das zeigt sich auch Beispiel der Stadt Rheinfelden. Von den 7659 Stimmberechtigten waren bis gestern am späten Vormittag 1872 Wahlcouverts eingetroffen, was 24,5 Prozent entspricht. Aus Erfahrung kommen in den letzten Tagen noch rund 10 Prozent dazu, so Vizestadtschreiberin Christine Schibler: «Das heisst, wir rechnen mit einer Stimmbeteiligung von gegen 35 Prozent.

Wettingen: In Wettingen, dem Wohnort von Regierungsratskandidatin Yvonne Feri (SP), wurden bis gestern am späten Vormittag 3975 Abstimmungscouverts gezählt. Dies entspricht 31,7 Prozent. Gut oder schlecht? Der Wert ist tiefer als im Oktober. Damals wurde er laut Sandra Thut nicht erst am Donnerstag, sondern schon am Dienstag vor dem Wahlsonntag erreicht.

Wohlen: Im Wohnort von Regierungsratskandidat Jean-Pierre Gallati (SVP) sind bis gestern Mittag bereits 2500 Wahlcouverts eingetroffen, sagt Marco Häni, Leiter des Wahlbüros. Gemessen an den 8423 Wahlberechtigten betrug die Stimmbeteiligung bis gestern Mittag also 29,7 Prozent. Häni erwartet eine gute Wahlbeteiligung. Beim ersten Wahlgang im Oktober waren drei Tage vor dem Wahltag nur rund 100 Couverts mehr eingetroffen als jetzt. Häni erwartet deshalb eine Wahlbeteiligung nahe der vom 20. Oktober.

Zofingen: Einen noch besseren Wert verbucht laut Stadtkanzlei Zofingen mit 2734 Wahlcouverts beziehungsweise einem Rücklauf von 34,2 Prozent. Diese Zahl bezieht sich auf den Stand von gestern Abend.

Aus diesen Zahlen lässt sich ableiten, dass sich die Stimmbeteiligung kantonal näher bei 40 als bei 35 Prozent bewegen dürfte. Das wäre besser, als politische Beobachter erwarten.

Mathias Küng