Reinach

aargauSüd-Chef:«Obschon ich in Lenzburg wohne, bin ich Wynentaler»

Herbert Huber, der neue Geschäftsführer von aargauSüd impuls, erklärt, dass er keinem Kulturverein vorsteht. Er wohnt in Lenzburg, fühlt sich aber als Wynentaler. Wieso?

Peter Siegrist
Drucken
Teilen
Herbert Huber vor seinem Büro, auf dem Weg zu einer Sitzung. peter siegrist

Herbert Huber vor seinem Büro, auf dem Weg zu einer Sitzung. peter siegrist

Mitten in Reinach, im Gebäudekomplex der Valiant Bank, hat der Gemeindeverband aargauSüd impuls seinen Sitz. Geschäftsführer Herbert Hubert, 60, Architekt und ehemaliger Geschäftsführer einer Baufirma, leitet die verschiedenen aargauSüd-Projekte und die regionale Zusammenarbeit.

Was hat Sie an dieser Stelle gereizt?

Herbert Huber: Da ist zuerst die Vielfalt der Themen, die zu behandeln sind. Zudem handelt es sich um eine sehr politische Arbeit, das gefällt mir als alt Grossrat sowieso.

aargauSüd wird zur Marke für die Region, aber Sie kommen aus Lenzburg, geht das?

Ich bin in der Region aufgewachsen, ich bin ein Gontenschwiler. Hier ist meine Heimat, hier möchte ich mich einbringen. Obschon ich seit über dreissig Jahren in Lenzburg wohne, fühle ich mich als Wynentaler.

Der Stellenbeschrieb war eines, wie erleben Sie heute die Arbeit im Verband mit zwölf Gemeinden?

Von den Themen her ist die Arbeit noch vielfältiger als ich es mir je vorgestellt hatte. Auch die Aufgabenstellung her ist äusserst breit gefächert.

Was heisst das konkret?

Die Arbeit Geschäftsstelle von aargauSüd beschränkt sich nicht allein auf Regionalplanungsaufgaben oder auf Verkehrsfragen. So gehören regionale Fragen, wie aktuell die Schulorganisation, die Landwirtschaft, die Wirtschaftsförderung, aber auch die Kultur mit dazu.

Wo liegt heute aus Ihrer Sicht das Schwergewicht von aargauSüd?

Gegenwärtig beschäftigen uns die Bildung und die Landwirtschaft. Mit dem Projekt «Neuorganisation Oberstufe» wollen wir eine Oberstufe mit einer Gesamtleitung an bestehenden Standorten realisieren. Dann engagieren wir uns in einem Landwirtschaftsqualitätsprojekt (LQP). Die Landwirte sollen Beiträge erhalten für die Landschaftspflege anstelle der Tierbestände. Hier organisieren wir Information und Ablauf.

Es gibt Skeptiker, die sagen, aargauSüd sei bloss ein Kulturverein.

Das habe ich gehört und gespürt. Dieses falsche Image will ich korrigieren. AargauSüd hat primär die Aufgabe, in der Region Wertschöpfung zu generieren: Sicherung und Schaffung von Arbeitsplätzen zum Beispiel.

Und was ist mit der Kultur?

Die Kultur gehört dazu, sie kann aber nicht unser Schwergewicht sein. Ein wichtiges kulturelles Projekt haben wir im September zum sechsten Mal durchgeführt: das Erzähltal.

Können Sie ein konkretes Beispiel nennen, wo aargauSüd etwas schon bewegt hat?

Ganz aktuell ist der Landabtausch zwischen Menziken und Oberkulm. Die Firma Glas Trösch in Oberkulm kann nicht erweitern, weil das Land fehlt. Jetzt zont Menziken zugunsten von Oberkulm Land aus. Das geschieht zum ersten Mal und hilft mit, Arbeitsplätze in der Region zu erhalten.

Da ist aargauSüd der Motor?

Die Gemeindevertreter treffen sich alle zwei Monate an einem runden Tisch. Hier werden Regionalplanungsfragen diskutiert. Und da wurde der Landabtausch initiiert. Das haben wir erreicht. Weiter ist das KWC-Areal in Unterkulm zu erwähnen. Dieses Projekt zur Umnutzung des ehemaligen Fabrikareals hat aargauSüd impuls angestossen.

Menziken ist aus dem Projekt «Gemeinsame Schule» ausgestiegen. Klappt das Regionale nicht immer?

Wir bedauern den Ausstieg, aber wir führen das Projekt weiter. Vielleicht kommt diese Gemeinde später auch zur Überzeugung, mitzumachen. Wir haben dennoch ein gutes Einvernehmen mit dem Gemeinderat Menziken.

Was unternehmen Sie, dass aargauSüd sich nicht verzettelt, aber dennoch breit wahrgenommen wird?

Wir müssen immer klare zeitliche und finanzielle Prioritäten setzen. Und im nächsten Jahr wollen wir ein klares Marketing und Werbekonzept entwickeln, damit wir besser wahrgenommen werden.