Holziken
«Central»-Versteigerung wurde in letzter Minute abgewendet

Aufatmen in Holziken: Dank einem Investor kommt die Dorfbeiz jetzt doch nicht unter den Hammer. Der Investor wird als Eigentümer das Restaurant Central vermieten. Diese Lösung ermöglicht es den Wirtsleuten, den Betrieb weiterzuführen.

Peter Siegrist
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Kommt doch nicht unter den Hammer: Das Restaurant Central

Kommt doch nicht unter den Hammer: Das Restaurant Central

Peter Siegrist

Am Montag trifft eine positive Meldung aus der Gemeindekanzlei Holziken ein. Die Neue Aargauer Bank (NAB) habe ihr Verwertungsbegehren für das Restaurant Central zurückgezogen. «Das heisst im Klartext, die Versteigerung der Liegenschaft findet nicht statt», erklärt Gemeindeschreiber Hansuli Mathys. Ein Geldgeber sei bereit gewesen, die Schuld abzulösen, und habe sich mit der Bank arrangiert. «Und somit kommt das ‹Central› nicht unter den Hammer.»

Das sei für die Gemeinde eine gute Lösung, erklärt Mathys gegenüber der az Aargauer Zeitung. «Wir möchten in Holziken das ‹Central› als Dorfbeiz erhalten, so wie es jetzt läuft.» Deshalb habe man gehofft, dass die Bemühungen der Eigentümer und ihres Beraters von Erfolg gekrönt seien. «Wir haben auch kein Interesse an einem Kebap-Stand oder irgendeinem Kulturzentrum mitten im Dorf», sagt Mathys. «Aber eine Dorfbeiz, das gehört zu Holziken.»

Allgemeine Zufriedenheit

Der externe Berater der Wirtsleute Ruth und Hansulrich Spörri-Bachmann ist zufrieden, dass es gelungen ist, mit der Unterstützung eines privaten Investors «sprichwörtlich in letzte Minute» mit der NAB eine Einigung über die Ablösung der Kredite zu treffen und eine Umfinanzierung zu erreichen.

Der Investor werde als Eigentümer das Restaurant Central vermieten. Diese Lösung ermögliche der Wirtin, den Betrieb weiterzuführen und den eingeschlagenen Weg fortzusetzen. Damit bleibe einerseits dem Dorf ein Restaurant erhalten, andererseits könnten die Wirtin und die Angestellten ihre Arbeitsplätze behalten.

Die Neue Aargauer Bank hatte im letzten Herbst mit einem Verwertungsbegehren die Versteigerung des Lokals verlangt, weil die Eigentümer der Liegenschaft die Zinsen schuldig geblieben waren.

Ein «Business-Angel» in Holziken

Die Wirtsleute sind sehr glücklich über diese Lösung, hätte doch eine Versteigerung den mutmasslichen Untergang des Restaurants bedeutet und für sie weitreichende finanzielle Folgen gehabt, teilen sie der Presse mit.

Hans-Rudolf Spörri sagt: «Wir haben schon von so genannten ‹Business-Angels› gehört, hätten aber nie damit gerechnet, dass wir dieses Privileg jemals für uns in Anspruch nehmen dürfen.» Ruth Spörri erwähnt die grosse Solidarität der Gäste in den letzten Monaten und ist auch Gemeindeschreiber Mathys und dem Gemeinderat dankbar «für die sachkundige Unterstützung». Die Behörde habe sie immer ermutigt, nicht aufzugeben und «das Restaurant Central als wichtigen sozialen Treffpunkt in der Gemeinde zu erhalten».