Doppelt so viel Fläche: Umziehen, um wettbewerbsfähig zu bleiben

Vom Einfamilienhaus in eine grosse Halle – nur so haben die benötigten Maschinen einer der Automaten-Dreherei A. Müller AG genügend Platz.

Heidi Hess
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Werkstattleiter Daniel Frey bedient eine der neuen Maschinen. heidi hess

Werkstattleiter Daniel Frey bedient eine der neuen Maschinen. heidi hess

Heidi Hess

Dieser Umzug ist kein alltäglicher: Eine Automaten-Dreherei verlegt ihre Produktion aus einem Wohn- und Geschäftshaus in eine geräumige Halle, sie zieht mit Personal und Maschinen von Gränichen nach Muhen. «Grund für den Umzug ist die Frankenstärke», sagt Geschäftsinhaber Daniel Gloor. Das mittelständische Unternehmen A. Müller AG mit sieben Mitarbeitern und einem Auszubildenden muss seine Produktionsfläche vergrössern, um konkurrenzfähig zu bleiben. Die Fläche wird dann mit rund 750 Quadratemeter doppelt so gross sein wie bisher.

Der Betrieb fertigt in Präzisionsarbeit mechanische Komponenten für die Industrie an. Gloor sagt: «Wenn wir wettbewerbsfähig bleiben wollen, müssen wir mehr leisten.» Mehr leisten oder anders gesagt, wirtschaftlicher produzieren, ist aber nur mit mehr und mit neuen Maschinen möglich (az vom 29. 1.). Und die brauchen Platz. Platz, der im jetzigen Gebäude fehlt.

Eine Halle an guter Lage

Daniel Gloor hat deshalb zugegriffen, als in Muhen an guter Lage – an der Kantonsstrasse eingangs Dorf und in nächster Nähe zur Autobahn – eine Lagerhalle zum Verkauf stand. Die Zufahrt ist unkompliziert und das ist kein unwichtiges Kriterium für ein Geschäft, welches Zulieferer ist von Unternehmen wie Alstom oder auch der Firma Zehnder in Gränichen. Um in der Lagerhalle produzieren zu dürfen, musste Gloor bei der Gemeinde Muhen zunächst ein Baugesuch einreichen für die Umnutzung des Gebäudes. Vor kurzem wurde bewilligt, dass er die Lagerhalle als Produktionshalle nutzen kann. Die Halle musste stromtechnisch erschlossen werden, unter das Dach wurden Stromtrassen gehängt. Die Maschinen werden von oben flexibel an den Strom angeschlossen, ganz ohne herumliegende Kabel auf dem Boden.

Liefern «just in time»

Noch wirkt die Halle an der Nidermattstrasse in Muhen, dort wo sich auch die Sozialunternehmung Wendepunkt befindet, leer. Nur wenige Maschinen sind ans Stromnetz angeschlossen – in Betrieb sind zurzeit gerade mal zwei.

Das aber soll sich ändern. Werkstattleiter und Programmierer Daniel Frey sagt: «Bei den Maschinen wird Reihe um Reihe folgen.» Er zeigt auf die Metallteile beim Lager. Die Kisten sind voll mit Metallstäben und Muttern – mit mechanischen Komponenten für die Industrie. Das Lager reicht hoch hinauf, bis unters Dach. Nötig ist ein spezielles Umlauf-Liftsystem, ein Paternoster, um die Kisten jederzeit zu erreichen. Alles ist vor Ort: «Wir bewirtschaften heutzutage das Lager für die Unternehmen, die wir ‹Just in time› beliefern müssen.» So wollen es die Abnehmer. Und nur so kann die A. Müller AG, die 1980 von Albert Müller im Keller eines Einfamilienhauses gegründet worden war, und die Gloor 2007 übernommen hat, konkurrenzfähig bleiben.

In spätestens zwei Monaten wird sich die gesamte Produktion in Muhen befinden. Chef Daniel Gloor sagt: «In Gränichen werden wir dann keinen Standort mehr haben.»