Mittleres Wynental

Herberge-Kreisel: Teufenthal muss jetzt weniger zahlen

Dritter Anlauf für den Herberge-Kreisel – damit rückt auch die Erschliessung Feldmatte näher. Der Herberge-Kreisel soll die Gemeinde nun weniger kosten. Das Projekt lag bis zum 5. April auf und zumindest gegen die Teilrevision sind keine Einsprachen eingegangen.

Rahel Plüss
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Die Erschliessung der Feldmatte (Unterkulm) soll über die Schmittengasse und das ehemalige Injecta-Areal (Teufenthal) erfolgen. (Siehe Karte)

Die Erschliessung der Feldmatte (Unterkulm) soll über die Schmittengasse und das ehemalige Injecta-Areal (Teufenthal) erfolgen. (Siehe Karte)

Chris Iseli

Manch einer bezeichnet das Kreiselvorhaben des Kantons in Teufenthal als «Zwängerei», wie neulich ein aufgebrachter Bürger. Andere, wie der Bauverwalter der Region Kulm, Reto Müller, sehen darin «eine wesentliche Verbesserung der Verkehrssituation für die Gemeinde». Tatsache ist: Das Strassenbauprojekt, das die Einmündung der von Dürrenäsch kommenden Dorfstrasse in die Wynentalstrasse entschärfen soll, sorgt seit Jahren für Diskussionen.

Bereits zweimal (in den Jahren 2004 und 2008) hat die Teufenthaler Bevölkerung das Vorhaben bachab geschickt – vor allem, weil der Gemeindebeitrag zu hoch war. Jetzt liegen die Projekt- und Landerwerbspläne der dritten Variante öffentlich auf.

Der neue «Herberge-Kreisel», wie er in Teufenthal genannt wird, soll die Gemeinde nun weniger kosten. Der Grosse Rat hat einem reduzierten Beitragssatz zugestimmt. Statt 2,8 Mio. beträgt er im aktuellen Projekt noch 2,127 Mio. Franken. Die Gesamtkosten sind auf 8,15 Mio. Franken veranschlagt, davon entfallen 815 000 Franken auf die AAR bus+bahn, der Rest geht zulasten des Kantons.

Gefährliche Übergänge schliessen

Mit dem neuen Anlauf des «Herberge-Kreisels» gewinnt auch ein anderes, seit Jahren hängiges Erschliessungsprojekt im mittleren Wynental Vorschub: die Zufahrt zum Unterkulmer Industriegebiet Feldmatte von Norden über die Schmittengasse und das ehemalige Injecta-Areal auf Teufenthaler Boden. Im Zuge des Kreiselprojekts und der damit verbundenen Sanierungen der Bahnübergänge wird auch die Einmündung der Schmittengasse in die Wynentalstrasse ausgebaut – Voraussetzung für eine sichere Zufahrt des Schwerverkehrs zu den Industriearealen.

Bis jetzt queren Lastwagen, die ins Unterkulmer Industriegebiet Feldmatte fahren wollen, den gefährlichen WSB-Übergang beim Grenzweg und verursachen bei geschlossenen Barrieren einen langen Rückstau auf der Kantonsstrasse. Noch prekärerer ist der Übergang südlich des Bahnhofs Teufenthal, den die Lastwagen teilweise benutzen, um das ehemalige Injecta-Areal zu erreichen. Diese beiden Übergänge würden ganz – respektive teilweise (Grenzweg) – geschlossen, wenn das Erschliessungsprojekt angenommen wird.

Das Projekt lag bis zum 5. April öffentlich auf. Zumindest gegen die Teilrevision der Nutzungsplanung Unterkulm gingen keine Einsprachen ein. Diese ermöglicht den «Landabtausch» für die Erschliessung der Feldmatte – sofern die Gemeindeversammlung dereinst zustimmt. Die geplante Zufahrt erfordert nämlich eine Ausweitung der Bauzone in der Feldmatte, die an anderer Stelle kompensiert werden muss. Dazu soll ein Teil der bisherigen Gewerbezone südlich des Schwimmbads in die Landwirtschaftszone umgezont werden. «Mit der Traktandierung an der Gemeindeversammlung will man in Unterkulm aber zuwarten», so Bauverwalter Reto Müller, «bis auch die Erschliessung der Feldmatte abgehandelt ist.»

Das kann noch dauern. Gegen den Erschliessungsplan sind in Unterkulm drei, in Teufenthal zwei Einwendungen eingegangen. Der Bauverwalter will den Einspracheverhandlungen nicht vorgreifen. Trotzdem: Die «nur fünf Einsprachen», wie Reto Müller sagt, stimmen zuversichtlich, dass man auch hier bald einen Schritt weiter kommt.

Orientierung: Am Freitag, 22. April, 18–20 Uhr stehen Alex Joss, Abteilung Tiefbau des Kantons Aargau, und der Gemeinderat Teufenthal im Gemeindehaus für Fragen zum Kreiselprojekt zur Verfügung.