Regionalverband Suhrental

Jetzt müssen die Landwirte für das Projekt gewonnen werden

Noch ist das Wynental dem Suhrental voraus, aber angestossen ist das Landschaftsqualitätsprojekt. Eine Arbeitsgruppe beginnt am 9. Dezember ihre Arbeit, damit der Bund auch hier für aufwertende Leistungen der Landwirtschaft Geld locker macht.

Peter Weingartner
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Landschaftsplaner Geni Widrig.

Landschaftsplaner Geni Widrig.

Peter Weingartner

Das Wynental ist dem Suhrental voraus: Sein Landschaftsqualitätsprojekt liege bereits beim Bund. Nächstes Jahr sollen, so Herbert Huber, Geschäftsführer von aargauSüd, Massnahmen eingeleitet werden. Huber: «Es ist für die Region wichtig, die zur Verfügung stehenden Gelder abzuholen.» Er sprach von 800 000 Franken, die von aargauSüd generiert würden. Doch worum geht es?

Für aufwertende Leistungen der Landwirtschaft macht vor allem der Bund Geld locker: Die noch vorhandenen attraktiven und prägenden Landschaftselemente sollen erhalten beziehungsweise gefördert werden. Der Landschaftsplaner des Regionalverbands Suhrental (RVS), Geni Widrig, brachte Beispiele, wie dem Verlust der Landschaftsvielfalt, der Beeinträchtigung der Lebens- und Erholungsräume und dem Verlust der Landschaftsidentität entgegengewirkt werden kann: Hochstammobstbäume, prägende Einzelbäume, strukturierende Hecken, vielfältige Waldränder. Wiesenstreifen, Krautsäume, Trockensteinmauern und eine vielfältige Fruchtfolge im Ackerbau sind weitere Fördermassnahmen. Geni Widrig: «Ziel ist ein Mehrwert der Landschaft.»

Landwirte gesucht

Das Landschaftsqualitätsprojekt ersetzt die Landschaftsentwicklungsprojekte (LEP), die 2018 auslaufen. Das Projekt dauert acht Jahre, von 2016 bis 2023. Träger ist der Regionalverband. Das Mitmachen der Landwirte ist freiwillig. «Im eher konservativen Kanton Schwyz machten 85 Prozent mit; hier sind es sicher 95 Prozent», meinte Widrig. Die Arbeitsgruppe des RVS ist denn auch strategisch so zusammen gestellt, dass die einzelnen Regionen mit Landwirten vertreten sind. Präsident ist Max Hauri aus Staffelbach. Hans Schüttel aus Hirschthal und Hansruedi Maurer aus dem Ruedertal als Landwirte sowie Niklaus Huber, Schöftland und Förster Martin Leu vervollständigen zusammen mit Planer Geni Widrig die Gruppe.

Bund (90 Prozent) und Kanton übernehmen den Löwenanteil der Kosten. Pro Gemeinde sei mit Kosten zwischen 1500 und 2000 Franken zu rechnen. Maximal würden 320 Franken pro Hektare Land vergütet. Massnahmen werden vertraglich festgelegt, Entschädigungen als Direktzahlungen ausbezahlt. Der RVS hat ein Projekt zu erarbeiten und vom Bundesamt für Landwirtschaft genehmigen zu lassen. Erst dann, ab 2016, geht es an die Umsetzung.

Keine Halbmitgliedschaften

Die statutarischen Traktanden waren allesamt unbestritten. Der Jahresbeitrag müsse in absehbarer Zeit erhöht werden, da, so Verbandspräsident Rolf Buchser, «Aufgaben vom Kanton an die Regionalverbände delegiert» würden. Mittelfristig soll es keine Halbmitgliedschaften mehr geben: Kölliken und Hirschthal gehören auch noch der Planungsregion Aarau an. Hirschthal hat inzwischen dort gekündigt und mit Kölliken sei ein Gespräch vereinbart, sagte Buchser. Pro Einwohner bezahlen die Vollmitgliedsgemeinden Attelwil, Holziken, Kirchleerau, Moosleerau, Reitnau, Schlossrued, Schmiedrued, Schöftland, Staffelbach und Wiliberg 2.25 Franken pro Einwohner.