Kölliken
Halteverbot vor der Schule – das Ausladen von Kindern wird für Elterntaxis schwieriger

Vor zwei Jahren führten Unfälle mit Kindern erneut zu Forderungen nach mehr Sicherheit für Fussgänger. Jetzt sind die ersten Massnahmen umgesetzt.

Flurina Dünki
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Massnahmen zur Fussgängersicherheit und Schulwegsicherheit in Kölliken: Fussgängerstreifen an der Berggasse.

Massnahmen zur Fussgängersicherheit und Schulwegsicherheit in Kölliken: Fussgängerstreifen an der Berggasse.

Zvg / Aargauer Zeitung

Nicht erst seit Kölliken um die Jahreswende 2018/19 durch zwei Autounfälle mit drei verletzten Kindern aufgewühlt wurde, ist die Sicherheit von Fussgängerinnen und Fussgängern ein Thema. Nicht nur wächst das Dorf mit aktuell 4550 Einwohnern stetig, wegen des nahen Autobahnanschlusses fahren auch Autos (und von diesen auch immer mehr) aus Nachbargemeinden durch Kölliker Wohnquartiere.

Ein typisches Beispiel für mehr Gefahr durch Mehrverkehr ist die Schönenwerderstrasse, über die viele Autofahrer von Gretzenbach her ins Dorf fahren und sich dann durch die Quartiere zur Hauptstrasse runterschlängeln. Der Verkehr hat dort in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Das neunjährige Mädchen, das im November 2018 angefahren wurde, wollte bei der Einmündung der Schönenwerderstrasse in die Hauptstrasse («Bären»-Kreuzung) den Fussgängerstreifen überqueren.

Nach den Vorfällen wurde der Ruf nach mehr Sicherheit – vor allem für Schulkinder – abermals laut. Der Gemeinderat reagierte rasch und lud im Februar 2019 zu einer Infoveranstaltung, an der Vertreter von Interessengruppen (wie Elternvereine), Schulpflege, Schulleitung, Regionalpolizei und des Departements Bau Verkehr und Umwelt teilnahmen. Damals wurden Anliegen aufgenommen, ehe sich Gemeinde und Kanton an die Ausarbeitung von Massnahmen machten.

Fussgängerstreifen und Halteverbot bei Schule

Zwei Jahre später liegen nun erste Ergebnisse vor. Der Gemeinderat hat Aktionen wie «Elterntaxi, nein danke» ins Leben gerufen und teilweise bereits umgesetzt. Und er hat neue Fussgängerstreifen und Bodenmarkierungen mit der Aufschrift «Schule» angebracht. Weitere Massnahmen sind geplant. Jene, die Kantonsstrassen betreffen, liegen beim Kanton zur Bearbeitung. Andere erfordern zusätzliche rechtliche Grundlagen oder finanziellen Ressourcen, die erst geschaffen beziehungsweise gesprochen werden müssen.

Ammann Mario Schegner ist erfreut über das bereits Erreichte und Geplante.

«Zusammen mit dem Kanton haben wir sehr viel erreicht.»

Punkto Fussgängersicherheit sei das Maximum herausgeholt worden. Folgende (bereits oder demnächst angebrachten) Verkehrsbeschränkungen sollen in einer ersten Etappe für mehr Sicherheit sorgen: ein Fussgängerstreifen beim Schulhaus Berggasse und gleich daneben Halteverbotslinien. Nicht nur sollen Fussgänger so Vortritt haben, es sollen so auch Elterntaxis gebüsst werden können.

Ausbildung an Schulen durch Regionalpolizei intensiviert

Ebenfalls Fussgängerstreifen plus Halteverbotslinien werden auf der Hinteren Bahnstrasse gemalt. Die Mühlegasse bekommt gelb markierte Fussgänger-Wege (Aargauer Trottoirs). Die Einsprachefrist läuft noch bis am 26. April. Zudem ist in den letzten zwei Jahren die Ausbildung an den Schulen durch die Regionalpolizei Zofingen intensiviert worden.

Die entsprechende Kosten, teilt der Gemeinderat mit, seien seitens Kanton genehmigt und eingestellt worden. Die Gemeinde wird ihre entsprechenden Kostenanteile gemäss Dekret zu tragen haben. Eine Liste mit Punkten des weiteren Handlungsbedarfs gibt es schon. Einige davon betreffen Kantonsstrassen und werden derzeit vom BaVU behandelt: So etwa die Gefahren der Schönenwerderstrasse, Scheid- und Kirchgasse, der fehlende Fussgängerstreifen bei der Einmündung Wolfgrubenstrasse in die Hauptstrasse, die Fussgängerstreifen des Sonnenkreisels, die sehr nahe an den Ausfahrten sind sowie der Bahnübergang.