Menziken
Am früheren Wohnort waren sie kein Problem: Hundezüchterin muss Baugesuch nachreichen

Seit mehr als zehn Jahren züchtet Patrizia Ramorino Bolonka-Hunde bei sich zu Hause in Menziken. So hektisch wie die letzten Monate war es für sie noch nie.

Natasha Hähni
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Bolonkas gelten als ausgeglichene und gutmütige Hunde.

Bolonkas gelten als ausgeglichene und gutmütige Hunde.

Marion Wannemacher

Zwischen sechs und sieben Bolonkas leben in Menziken bei Hundezüchterin Patrizia Galietta Ramorino. Dass diese ab und zu mal bellen, ist nicht zu vermeiden. Sie bemühe sich aber stark darum, dass die Nachbarn möglichst wenig gestört werden. Der Plan ging auf – vorerst. An ihrem alten Wohnort züchtete sie mehr als zehn Jahre lang Hunde, Anlass für Reklamationen hätten die Hunde in dieser Zeit aber nie gegeben.

Das änderte sich mit ihrem Umzug ins Oberwynental. Ramorino wurde aufgefordert, nachträglich ein Baugesuch einzureichen. Was sie auch tat. «Es ist uns ein Anliegen, die Angelegenheit korrekt sowie gesetzeskonform zu regeln», schreibt die Züchterin in einem beigelegten Brief an die Gemeinde. Die Aufforderung habe sie dennoch überrascht.

Gemeinde findet Hundezucht in Ordnung

«Die Hunde gehören zu unserer Familie und leben als Familienmitglieder zusammen mit uns im Wohnhaus», heisst es im Brief. Als ausgebildete Züchterin sei zudem die tierschutzkonforme Zucht garantiert. Dies unter anderem, indem die Hunde im grossen Garten der Liegenschaft herumtoben dürfen – daran haben ein paar wenige Nachbarn aber keine Freude.

In einem Schreiben der Bauverwaltung an die Familie Ramorino wird jedoch festgehalten: «Die Hundezucht als solches ist aus unserer Sicht in Wohnzonen möglich, wenn die Vorschriften des Veterinäramts eingehalten sind.» Da die Zucht jeweils drei Würfe pro Jahr plant, sei mit einem «kleineren Lärmpegel» zu rechnen, heisst es im Schreiben. Lediglich bei ununterbrochenem Bellen sind die Hunde gemäss Polizeireglement zudem nicht im Garten, sondern im Inneren des Gebäudes zu halten.

Die Welpen, die im Schnitt zehn Wochen bei der Familie Ramorino leben, verbringen die meiste Zeit im Welpengehege und bei der Mutter. In den Garten gehen sie gemäss der Züchterin jeweils nur für kurze Zeit. Ob die Vorkehrungen reichen, um die Gemeinde und die paar verärgerten Nachbarn zu besänftigen, wird sich Anfang Juni zeigen, dann läuft das Baugesuch ab.

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