Dorffest

Menziken dreht – aber nicht durch

Wetterglück für ein fröhliches Dorffest mit vielen Rädern – als Prolog quasi zur 3. Tour-de-Suisse-Etappe.

Peter Weingartner (Text und Fotos)
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Dorffest Menziken
10 Bilder
Bilder vom Menziker Dorffest. Dorffest Menziken
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Bilder vom Menziker Dorffest. Dorffest Menziken
Bilder vom Menziker Dorffest. Dorffest Menziken
Bilder vom Menziker Dorffest. Dorffest Menziken

Dorffest Menziken

Peter Weingartner, WPO

Heute Montag um 13.37 Uhr startet die Tour de Suisse in Menziken zu ihrer dritten Etappe. Dabei lief es bereits am Wochenende rund. Unter dem sinnigen Motto «Mänzike get Vollgas» stieg nicht nur ein Tour-de-Suisse-Fest, sondern ein Dorffest. «Eine gute Idee, das gleich zusammenzunehmen», meint Gemeinderat Alfred Merz auf der Marktmeile.

So ein Oldtimer verdient einen genauen Augenschein.

So ein Oldtimer verdient einen genauen Augenschein.

Peter Weingartner, WPO

Menziken gibt nicht nur Vollgas. Menziken dreht. Durch? Nein, das Dorf dreht im fröhlichen Bereich. Und auf dem Veloparcours drehen Jung und Alt ihre Runden, auf ulkigen Velos. Laufräder, Handvelos, Liegevelos, Zweispänner, Trottinetts. Und ein Velo, dessen vordere Nabe nicht im Zentrum liegt, eiert über den Parcours.

Auch OK-Präsident Felix Matthias ist auf einem Velo unterwegs, wenn er nicht gerade Oldtimer beim Parkieren einweist. Einträchtig stehen sie vor der «Eintracht» als Objekte der Bewunderung: Ford Taunus, ein R4, ein Käfer, ein DKW, aber auch wirklich antike Gefährte, die dem Verkehrshaus entfahren sein könnten. «Holzspeichen», sagt einer zu einem «Stoewer» aus dem Jahr 1910. Dazu spielt die Steelband den Evergreen «King of the Road». Als solcher muss sich fühlen, wer den Chevrolet mit «Dächlikappe» fährt. Sonnenschutz empfiehlt sich auch fürs Dorffestvolk.

Feuerwehr vielfach präsent

Von wegen Oldtimer: Da leistet auch die Feuerwehr ihren Beitrag. Die Rundfahrten mit der «Lise», Jahrgang 1945, aber auch mit anderen Fahrzeugen – eines vermittelt gar ein Cabriolet-Feeling – erfreuen sich grosser Beliebtheit. Gestern nach dem Gottesdienst schenkte sich die Feuerwehrvereinigung «Freunde der Lise» eine Fahne. Der Drehorgelmann vor der alten Säge dreht «Mer sind vo de Füürwehr», während Lise auf die nächste Rundfahrt geht und einen Tatra-Oldtimer einparkt. «Schlimmer als ein Rasenmäher», kommentiert eine Passantin den Klang des Motors.

Sommerlich: Die Feuerwehr-Dixieband spielt «Icecream».

Sommerlich: Die Feuerwehr-Dixieband spielt «Icecream».

Peter Weingartner, WPO

Da kann Werner Erni nur lachen. Er ist mit seinem originalen Töffli aus den Sechzigern aus dem Suhrental angereist. «Ich war am Morgen der Erste hier», sagt er. Der Automechaniker ist ein Fachmann. Nebenher restauriert er Autos. Lotus zum Beispiel. Er besitzt selber einen. Fahren? «Selten. Ich bin der Mechaniker», sagt er lachend und begibt sich auf die Marktmeile.

Da kann man einen Nistkasten bauen, Felltiere erstehen, ebenso Schmuck, Gestricktes, Gebasteltes, Gewürze, Honig, Genähtes und Florales. Wenn die Rikschafahrer mit Passagieren sich ihren Weg bahnen, wähnt man sich in einem südlichen Ferienort. Die Feuerwehr-Dixieband spielt, was andere in der Hand halten: Ice-Cream. Gutelaune-Musik. Die ist stets präsent, seis vom Jugendblasorchester und den Menzosingers oder ChueLee, der Musikschule oder Erica Arnold. Und die Tour de Suisse? Am Stand der Altersresidenz Falkenstein kann man sie als Würfelspiel spielen.