Schöftland

Ortsbürger wollen Investoren zuvorkommen

Die Ortsbürger wollen ein altes Haus im Dorfkern von Schöftland kaufen. Das Ziel: Einfluss auf die Entwicklung des Ortes zu nehmen. Der Erwerb ist ein Traktandum an der Versammlung vom 27. Juni.

Janine Gloor
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Dieses Haus an der Dorfstrasse wollen die Ortsbürger kaufen. CWU

Dieses Haus an der Dorfstrasse wollen die Ortsbürger kaufen. CWU

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Das Haus an der Dorfstrasse 15 ist alt, die Fassade dunkel verfärbt. Im Erdgeschoss das Modehaus Kappeler, im Annexbau ein Coiffeursalon. Die Ortsbürgergemeinde möchte dieses Haus kaufen. Der Erwerb ist ein Traktandum an der Versammlung vom 27. Juni.

Attraktiv ist dieses Haus vor allem wegen seiner Lage: Es liegt mitten im Dorfkern und nahe beim Bahnhof. «Mit dem Kauf dieser Liegenschaft kann die Gemeinde Einfluss nehmen auf die Dorfentwicklung», sagt Gemeindeschreiber Rudolf Maurer. Das Haus wird so vor dem Zugriff externer Investoren geschützt.

Zweites Haus in Bahnhofsnähe

Die Dorfstrasse 15 wäre bereits das zweite Haus der Ortsbürger in der Nähe des Bahnhofs. 2014 hat die Ortsbürgergemeinde das Haus am Zihlweg 6 gekauft. 490 000 Franken hat sie das Haus am nördlichen Ende der Busschlaufe gekostet. Wie der neue Bahnhof genau aussehen wird, ist noch nicht klar. Die Ortsbürger warten zu. Was aus dem Haus an der Dorfstrasse werden soll, ist gemäss Maurer noch unklar.

Das zum Verkauf stehende Haus gehört Lotti Morach. Zu den Gründen für den Verkauf möchte sie sich nicht äussern. Regine Augsburger führt das Modegeschäft im Untergeschoss. Dieses wird gemäss Maurer vorerst sicher weiter bestehen. «Ich habe mir zum Verkauf noch keine grossen Gedanken gemacht», sagt Augsburger. Sie sei jedoch auf eine längerfristige Planung angewiesen. Im Modegeschäft werden Kleider bis zu einem Jahr früher eingekauft. «Ich finde es positiv, dass die Ortsbürger das Haus übernehmen wollen. Ich denke, dass sie sich sicher für das lokale Gewerbe einsetzen.»

Der Ortsbürgergemeinde Schöftland geht es finanziell sehr gut. In den letzten Jahren haben die Ortsbürger in mehrere Liegenschaften investiert. Neben dem Neeserhaus am Picardieweg haben sie auch ein Haus am Breitenweg gekauft. Dieses dient heute der Spitex Suhrental Plus als Stützpunkt. Zum Fenster hinauswerfen wollen die Ortsbürger ihr Geld aber nicht. «Der Preis muss stimmen», betont Maurer. Die Ortsbürgergemeinde stimmt über einen Verpflichtungskredit von 975 000 Franken ab – weniger als ursprünglich als Verkaufspreis verlangt.