Holziken
Restaurant Central kommt unter den Hammer

Das Betreibungsamt hat das Restaurant Central an der Hauptstrasse 24 in Holziken zur öffentlichen Versteigerung ausgeschrieben. Am 10. Januar kommt die Liegenschaft – bestehend aus Wohnhaus, Bauplatz und Baumgarten – unter den Hammer.

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Kommt unter den Hammer:

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Peter Siegrist

Verlangt hat die Verwertung die Grundpfandgläubigerin, die Neue Aargauer Bank (NAB). Der Ausruf wurde auf 675 000 Franken festgesetzt.

Die Bank fordert die Versteigerung, weil die Eigentümer der Liegenschaft der Bank seit dem Herbst 2010 die Hypothekarzinsen für das geliehene Kapital von 835 000 Franken teilweise schulden. Das sind knapp 130 000 Franken.

Die Liegenschaft gehört zu gleichen Teilen dem Ehepaar Ruth und Hans Rudolf Spörri-Bachmann. Geführt wird das Restaurant von der Scuba Gastro GmbH, dessen Gesellschafterin laut Handelsregister Ruth Spörri-Bachmann ist. Sie hatte nachdem Konkurs am 5. August 2010 der Vorgängerfirma Restaurant Central Holziken GmbH die Scuba Gastro GmbH mit einer Partnerin gegründet und das Restaurant weitergeführt.

Damals liess sich auch Gemeindeschreiber Hansuli Mathys in der az Aargauer Zeitung zitieren: «Wenn die Beiz einginge, so wäre das, als verliere man die Schule. Es ist grossartig, wie die beiden Frauen aus der schwierigen Situation das Beste machten.»

Ruth Spörri erklärt gegenüber der az Aargauer Zeitung die Situation. Der Start nach dem Konkurs der Vorgängergesellschaft sei schwierig gewesen, musste doch infolge Veruntreuung der früheren Geschäftspartner ein Verlust von über 60 000 Franken hingenommen werden. Zusätzlich wurde durch die Gläubigerbank eine Neubewertung durchgeführt, was deutlich höhere Zinsen zur Folge hatte.

Neue Angebote, mehr Gäste

Ausserdem drücke das Raucherverbot auf den Umsatz. Die Einbusse betrage rund 35 Prozent. Gegenwärtig laufe der Betrieb wieder deutlich besser, die verschiedenen Aktivitäten und neuen Angebote fänden bei den Gästen Anklang, sagt Spörri. In diesen Tagen seien sie, unterstützt von einem Unternehmensberater, daran, mit verschiedenen Banken zu verhandeln, um das Kreditengagement neu zu platzieren. Käme es zur Versteigerung, so Spörri, würde sie nicht nur ihre Existenz verlieren, sondern es wäre auch damit zu rechnen, dass das Restaurant geschlossen und verschwinden würde.

Sie hätten auch in dieser Situation mit der NAB ein gutes Einvernehmen, sagt Spörri, und sie hoffe auf eine Lösung mit einem anderen Bankenpartner. Das Restaurant habe durchaus eine Zukunft, um profitabel geführt zu werden, gibt sich die Wirtin überzeugt.

Gelingt es den Schuldnern, bis zum 10. Januar das geforderte Geld für Kapital und Zinsen von 965 000 Franken aufzubringen, kann die NAB auf die Versteigerung verzichten.