Staffelbach

«Staumauer» lässt die Gemeinde um einen Viertel wachsen – das Bauprojekt nimmt Formen an

Die Suhrentaler Gemeinde rüstet sich für das grösste Bauvorhaben der Geschichte. 52 neue Wohnungen soll das kleine Dorf dadurch bekommen. Damit wird Staffelbach um eine Viertel seiner heutigen Grösse wachsen.

Christine Wullschleger
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Ruedi Müller, v.l., und seine Familie (Margret, Chantal, Michael, mit Hund Ricki) wollen auf dem Wiliberg Reben anbauen; der Hang muss dafür terrassiert werden
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Impressionen von der Baustelle Oberfeldpark

Ruedi Müller, v.l., und seine Familie (Margret, Chantal, Michael, mit Hund Ricki) wollen auf dem Wiliberg Reben anbauen; der Hang muss dafür terrassiert werden

Alex Spichale

Nein, eine Grossstadt wird Staffelbach künftig nicht werden, auch wenn die turnenden Vereine am letzten Turnerabend unter dem Motto «Grossstadtdschungel» dies vorausgesagt hatten.

Vorsorglich wurde damals bereits ein neuer «Stadtplan» gezeichnet und ins Programmheft aufgenommen. Gross sind die Baupläne in Staffelbach aber schon. So gross, dass die Überbauung «Im Oberfeldpark» von den Einheimischen bereits als Staffelbacher Staumauer bezeichnet wird. Dies in Anlehnung an die Telli-Hochhäuser in Aarau, die im Volksmund auch Staumauer genannt werden.

Die Staffelbacher Staumauer im Oberfeld ist momentan am Entstehen. 52 neue Wohnungen soll das kleine Dorf dadurch bekommen. Der Oberfeldpark besteht aus drei Wohnkomplexen.

Im Haus A gibt es sieben Eigentumswohnungen, deren fünf sind bereits verkauft. Haus B ist ein lang gezogener Gebäudekomplex mit 31 Mietwohnungen, die ab Oktober vermarktet werden. Im Haus C entstehen 14 Eigentumswohnungen, fünf sind bereits verkauft.

«Mit dieser Entwicklung sind wir zufrieden. In der Vergangenheit zeigte sich, dass der Verkauf jeweils angekurbelt wird, sobald die Wohnungen fertig sind», sagt Silvan Bärtschi vom Architekturbüro Hunkeler und Partner, Sursee. Haus A wird bereits Ende November dieses Jahres bezugsbereit sein, die anderen zwei Häuser im Frühling 2017.

Mehr Arbeit auf der Verwaltung

Neben dem Oberfeldpark sollen im selben Quartier weitere 50 Wohnungen entstehen, deren 28 sind bereits im Bau. Finden sich für alle im Gemeindegebiet geplanten Wohnungen Mieter oder Eigentümer, wird die Einwohnerzahl des Dorfes von 1100 auf 1400 steigen.

Im Hinblick darauf wurde an der letzten Gemeindeversammlung bereits einer Erhöhung der Stellenprozente auf der Gemeindeverwaltung um 100 Prozent zugestimmt. Weil das Dorf wächst, können die Aufgaben nicht mehr sach- und fristgerecht erledigt werden, hiess es damals in der Botschaft zur Abstimmung.

«Wir haben bis jetzt noch niemanden angestellt und warten den Start ins neue Jahr ab», sagt Gemeindeschreiber Marc Hochuli. Danach werde man je nach Bedarf entscheiden, in welchen Abteilungen eine Aufstockung nötig sei. «Ich gehe davon aus, dass neben der Einwohnerkontrolle auch bei der Abteilung Steuern erheblich mehr Arbeit anfällt.»

Wasserreservoir ist gross genug

Staffelbach wird nach Realisierung des wahrscheinlich grössten Bauvorhabens in der Geschichte der Gemeinde um rund einen Viertel wachsen. Diese Entwicklung wird auch Konsequenzen für das Dorf haben. So müssen neue Leitungen gebaut werden, damit die neuen Wohnungen ans Fernwärmenetz angeschlossen werden können.

Für die Erweiterung der Schnitzelheizung soll an der nächsten Gemeindeversammlung ein Kredit beantragt werden. Abgeklärt wurde auch, ob das bestehende Wasserreservoir Lochmatt den neuen Anforderungen genügt oder ob ein Ausbau nötig ist. Laut Gemeindeschreiber Marc Hochuli sei man zum Ergebnis gekommen, dass ein Ausbau momentan nicht nötig ist.

Auch die Schülerzahlen werden sich verändern. Für die Schule, die knapp bestückt ist, sind laut Hochuli mehr Zuzüger mit Kindern von Vorteil.

Damit die Wohnungen nicht lange leer stehen, hat die Gemeinde an einem neuen Internetauftritt gearbeitet. Dieser soll Mitte September online geschaltet werden.