Teufenthal
Verabschiedung von Urs Lehner und Thomas Plüss: Gemeinsam gingen sie durch viele Höhen und Tiefen

Die Gemeindeversammlung Teufenthal verabschiedete die zwei Gemeinderäte Urs Lehner und Thomas Plüss.

Peter Weingartner
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Zusammen durch viele Höhen und Tiefen: Urs Lehner (l.) und Thomas Plüss.

Zusammen durch viele Höhen und Tiefen: Urs Lehner (l.) und Thomas Plüss.

WPO

«Jetzt, wo sie alles könnten, gehen sie!», sagte Gemeindeammann Niklaus Boss an der Gemeindeversammlung in Teufenthal am Freitagabend. Er sprach von den beiden zurückgetretenen Gemeinderäten Urs Lehner (Gemeindeammann) und Thomas Plüss (Vizeammann).

In der Tat: Sie haben in ihrer Amtszeit (Lehner 18,5 Jahren, davon 14,5 Jahre als Ammann; Plüss 14,5 Jahre, davon 10,5 Jahren als Vizeammann) in die meisten Bereiche eines Gemeinwesens und darüber hinaus auch der Region hineingesehen, diese mitgestaltet. Und dabei «intensiv Leiden und Freuden erlebt». Frustriert ob der Tatsache, dass jedem recht getan eine Kunst sei, die niemand kann. «Ihr lacht; euch geht es gut», sagt Boss. Kunststück: Die beiden haben mehr Zeit, ihren Hobbys zu frönen. Das Ferienhaus im Bündnerland einerseits, Hardrock, Töfffahren und SC Freiburg andererseits.

Unterschlagung, Kreisel, Fusionsfiasko, Schulverlust

Als Tiefpunkt seiner Amtszeit nennt Urs Lehner gegenüber der AZ den Unterschlagungsfall 2013, obwohl der Gemeinde letztlich kein finanzieller Schaden erwachsen ist. Dem stehen erfreulichere Projekte gegenüber wie der gewachsene Dorfplatz oder der Kreisel, bereits vor seiner Amtszeit ein Thema. Am Dienstag, 22. September, um 15.30 Uhr findet die offizi­elle Übergabe statt.

Die gescheiterte Fusion mit den beiden Kulm, von den Gemeinderäten unterstützt, gibt ihm noch heute zu denken. Eigenständig bleiben wollen, aber sich nicht engagieren, das geht für Lehner nicht auf. Immerhin wird der Gemeinderat nach einer Kampfwahl (Matthias Anderau gegen André Vogt) am 27. September wohl wieder vollzählig sein.

Anderau war an der Versammlung anwesend; Vogt fehlte. Im Rückblick überwiegt das Positive, und da stimmt auch Thomas Plüss mit ein, der sich bis zum Schluss gegen das Ende der Volksschuloberstufe in Teufenthal gewehrt hat: «Es machte Freude, etwas für die Öffentlichkeit zu tun und die Entwicklung des Dorfes mitzugestalten», sagte er.

Dazu müsse man keine Denkmäler hinterlassen. Was mit dem Injecta-Areal passieren soll, beschäftigt weiterhin den aktuellen Gemeinderat. Ein Thema, so Niklaus Boss, ist auch die Revision der Bau- und ­Nutzungsordnung, wo bald das Mitwirkungsverfahren anlaufen werde.

An der «Sommergmeind im Herbst», der die «Herbst­gmeind im November» folgen wird, bürgerten deutliche Mehrheiten der 66 (von 1044) anwesenden Stimmberechtigten eine Tschechin, eine junge Kosovarin mit zwei Kindern und zwei Schülerinnen mit französischem Pass ein. Niklaus Boss wies auf die Pflichten hin: «Ich würde mich freuen, wenn die Aufgenommenen an den Gemeindeversammlungen teilnehmen und abstimmen gehen; ich meine es ernst!»

Einstimmigkeit herrschte an der Teufenthaler Gmeind. Die Jahresrechnung schliesst dank höherer Steuereinnahmen um 104000 Franken besser ab als budgetiert. Einem Kredit von 102000 Franken für den Ersatz einer alten Stromleitung erwuchs ebenso wenig Opposition wie der Kündigung eines nicht mehr benötigten Dienstleistungsvertrags im Bereich ­Informatik und dem Beitritt zu einem Gemeinschaftsunternehmen verschiedener Elektrizitätswerke, das die vorgeschriebene Einführung intelligenter Stromzähler bis 2027 mit mindestens 80 Prozent Abdeckung ermöglichen soll. Kosten: 9780 Franken.

Brücken müssen saniert werden

Schliesslich genehmigte die ­Gemeindeversammlung zwei positiv abschliessende Kreditabrechnungen und nahm Kenntnis von der Sanierung der Brücke Hubelmattstrasse mit einer ­Kostenschätzung von 120000 Franken, die demnächst abgeschlossen wird und die Brücke für die nächsten 40 bis 50 Jahre wieder fit macht. Die Brücke Grossmattstrasse ist an zwei Stellen baufällig. Mit 20000 Franken soll sie so weit saniert werden, dass ihre Nutzungsdauer um 10 bis 15 Jahre verlängert wird.