Unterkulm
Zivilschutzfusion trotz Bezstreit: «Manche Projekte lassen sich nicht alleine stemmen»

An der Gmeind vom 18. Mai geht es um Zivilschutz, Saläre und die Feldmatte. Bei der Zusammenarbeit mit Teufenthal ist eine Lösung entstanden, die eine Erschliessung der Feldmatte über die Teufenthaler Schmittengasse vorsieht.

Ann-Kathrin Amstutz
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Üben für den Ernstfall: Beat Ruesch, Daniel Kaufmann, Michael Kyburz und Andreas Kyburz (v. l.) von der ZSO Wynental werden von Samariterin Margrith Gysin im Sanitätsdienst instruiert.

Üben für den Ernstfall: Beat Ruesch, Daniel Kaufmann, Michael Kyburz und Andreas Kyburz (v. l.) von der ZSO Wynental werden von Samariterin Margrith Gysin im Sanitätsdienst instruiert.

Zur Verfügung gestellt

Wenn Unterkulm in letzter Zeit Schlagzeilen machte, ging es meist um den Streit der Bezirksschulen. Das Thema dürfte auch nächste Woche an der Sommergmeind vom 18. Mai zur Sprache kommen. Denn gestern Donnerstag fand in Unterkulm eine Aussprache zwischen den Gemeindeammännern und Bildungsdirektor Alex Hürzeler statt.

Auch wenn der Bez-Streit nicht offizielles Traktandum ist, der Bezug im Vorwort zur Botschaft von Gemeindeammann Roger Müller ist klar: «Es braucht Mut und Konsequenz, (...) bei Bedarf auf den Tisch zu klopfen. So erlebt in den letzten Wochen.» Der leidigen Bez-Geschichte zum Trotz ruft Roger Müller zur Zusammenarbeit auf: «Manche Projekte lassen sich nicht alleine stemmen.»

«Fusion ist eine gute Sache»

Wille zur Kooperation besteht etwa beim Zivilschutz. Ein Traktandum an der Unterkulmer Gmeind betrifft die Schaffung des neuen Gemeindeverbandes «Bevölkerungsschutz und Zivilschutz aargauSüd». Per 1. Januar 2018 sollen die bisherigen Verbände Wynental (Unterkulm, Oberkulm, Teufenthal, Gränichen) und aargauSüd (Beinwil am See, Birrwil, Burg, Gontenschwil, Leimbach, Menziken, Reinach und Zetzwil) zu einer gemeinsamen regionalen Zivilschutzorganisation (ZSO) fusionieren.

Die Zivilschutzstellen und -kommandos werden in Teufenthal zusammengeführt. Die Gemeinderäte aller betroffenen Gemeinden stehen hinter der Fusion, welche organisatorische und finanzielle Vorteile bringt. Die Unterkulmer Stimmbürger befinden als Erste darüber.

Was geschähe, wenn eine oder mehrere Gemeinden die Fusion ablehnen würden? Joe Habermacher, Kommandant der Zivilschutzorganisation aargauSüd, erklärt auf Anfrage: «Das Zeitfenster für die Abstimmung wurde so gewählt, dass wir auf eine begründete Ablehnung noch reagieren könnten.» Man hätte genügend Zeit, nachzubessern und die Vorlage im Herbst nochmals zur Abstimmung zu bringen. Doch Habermacher hofft, dass es gar nicht so weit kommt: «Die Fusion ist eine gute Sache, davon sind wir überzeugt.» Letzte Entscheidungsinstanz ist der Regierungsrat.

Löhne sind im kantonalen Mittel

An der Sommergmeind geht es auch um die Gemeinderatslöhne für die Amtsperiode 2018/2021. Die Lohndiskussionen hatten letztes Jahr im ganzen Aargau hohe Wellen geworfen: So forderte etwa der Uerkner Ammann Markus Gabriel eine Lohnerhöhung, blitzte an der Gmeind aber deutlich ab.

Der Unterkulmer Gemeinderat hingegen will ausdrücklich auf eine Erhöhung verzichten. Somit würden die Jahressaläre gleich bleiben: 25 410 Franken für den Amman, 18 270 Franken für den Vizeammann und je 14 910 Franken für die übrigen Gemeinderäte. Damit bewegt sich Unterkulm etwa im kantonalen Mittel – für Gemeinden mit ähnlicher Grösse. Wobei die Aargauer Gemeinderäte im interkantonalen Vergleich tiefe Löhne bekommen.

Endlich Lösung für Feldmatte

In die nächste Runde geht die Planung zur Erschliessung der Feldmatte. Seit Jahren hemmte die gefährliche und verkehrstechnisch mühsame Situation Entwicklungen im Industriequartier. Nun ist in Zusammenarbeit mit Teufenthal eine Lösung entstanden, die eine Erschliessung der Feldmatte über die Teufenthaler Schmittengasse vorsieht. Das bedeutet, dass die Zufahrt zur Feldmatte um das ehemalige Injecta-Areal herumgeführt werden muss – mittendurch ist wegen der baulichen Nutzung nicht möglich. Die Gmeind muss deshalb darüber entscheiden, ein 9322 Quadratmeter grosses Stück Land im Gebiet Feldmatte/Kreuzmatte in die Bauzone aufzunehmen, damit die Erschliessungsstrasse gebaut werden kann. Zum Ausgleich soll ein exakt gleich grosses Stück Bauland südlich der Badi im Unterdorf ausgeschieden und damit zu Landwirtschaftsland gemacht werden.

Die Ausgangslage zu den Gesamterneuerungswahlen im Herbst ist unverändert: Ammann Roger Müller wird nicht mehr antreten. Wer ihn beerben soll, ist noch unklar. Drei Bisherige stellen sich zur Wiederwahl: Der parteilose Vizeammann Emil Huber, Manuela Basso (SP) und Michael Patscheider (SVP). Der parteilose Peter Michel ist noch unentschlossen.