Atlantic Challenge
Wetterkapriolen, keine Seekrankheiten, dafür kleiner Zwischenfall: So geht es dem Döttinger Ruderer und seinem Team

Der Döttinger Samuel Widmer macht mit drei Freunden am härtesten Ruderrennen der Welt mit. Seit Sonntag sind sie unterwegs - und wegen des Wetters von der Ideallinie abgewichen.

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Am Sonntag um 11:20 lief Jasmine 2 aus, und kurze Zeit später startete das Team zur Challenge.

Am Sonntag um 11:20 lief Jasmine 2 aus, und kurze Zeit später startete das Team zur Challenge.

zvg

Am Sonntag ist auf La Gomera der Startschuss zur «Atlantic Challenge» gefallen, dem wohl härtestes Ruderrennen der Welt. Insgesamt 36 Teams stachen in den Kategorien Solo (4), Paare (10), Dreier (6), Vierer (15) und Fünfer (1) in See. Unterschieden werden je nach Bootstyp auch die Kategorien «Race Class» und «Open Class». Mittendrin: der Döttinger Samuel Widmer und seine Teamkollegen Jan Hurni, Roman Möckli und Ingvar Groza.

Der Start am Sonntag sei geglückt, heisst es im Newsletter des Teams. "Dem Team geht es sehr gut, keine Seekrankheiten, nur das eine oder andere fängt langsam an zu zwicken."

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Die vier Freunde wollen nicht nur einfach über den Atlantik rudern, sondern die 3000 Seemeilen in 29 Tagen zurücklegen und so den aktuellen Weltrekord brechen. Das Wetter, der Wind und die Wellen werden wohl aber das Unterfangen erschweren. «Wir haben Daten ausgewertet und analysiert, es wird sehr schwer», heisst es im Newsletter weiter.

Wegen des Wetters wählte das Team «Swiss Raw» von Beginn weg eine andere Route. «Wir haben die ersten paar Stunden forciert und jeweils drei Ruderer drei Stunden am Stück rudern lassen, einer durfte jeweils eine Stunde Pause machen.» Wegen den Wetterkapriolen stehe das Team beinahe stündlich mit dem Wetterrouter in Kontakt.

"Wir werden, entgegen der allgemeinen Meinung des Feldes, unserer Strategie treu bleiben und halten den Kurs. Damit wollen wir verhindern, dass wir am Freitag in das erwartete Wettersystem geraten und den Paraanker setzen müssen." Das Team hoffe nun, dass die Strategie aufgeht. Die meisten Teams hätten nun zu ihrer Position runtergezogen, heisst es im Newsletter. "Die Wellen sind zwischen 1 bis 1,5 Meter hoch, wenig Wind, daher war das Boot etwas langsamer als die anderen, welche weiter oben an der Idealline fahren. Wir fahren dafür die meisten Meilen."

Einen kleinen Zwischenfall gab es leider bereits: Sie wurden von einer Welle unglücklich erfasst, dabei zog es das Ruder der Mittelposition unters Boot und die Dole verbog sich. Dies wurde aber bereits repariert.

Gleichzeitig mit dem Rennen ist auch das neue Crowdfunding auf der Plattform "I Believe In You" gestartet. Das Team hofft, so noch etwas Geld sammeln zu können, um die fehlenden rund 30’000 Franken einzufahren und vor allem auch, um dem Kinderhilfswerk Kovive nach dem Rennen einen schönen Spendenbetrag überbringen zu können. (az)