Bad Zurzach

Corona-Fall im Pflegezentrum: «Wir führen rigoros Eingangskontrollen durch»

Schon vor zwei Wochen hat das Bad Zurzacher Zentrum für Pflege und Betreuung «Pfauen» eine Task Force ins Leben gerufen, um sich im Fall einer Corona-Erkrankung im Betrieb auf verschiedene Szenarien vorzubereiten. Das gemeinsame Turnen mit der Kita, die sich im selben Haus befindet, findet seit längerem nicht mehr statt.

Stefanie Garcia Lainez
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Im Zentrum für Pflege und Betreuung "Pfauen" in Bad Zurzach ist eine Mitarbeiterin am Corona-Virus erkrankt.

Im Zentrum für Pflege und Betreuung "Pfauen" in Bad Zurzach ist eine Mitarbeiterin am Corona-Virus erkrankt.

Severin Bigler

Für die Besucher gelten strenge Eingangskontrollen, «Emils Bistro» ist geschlossen: Eine Mitarbeiterin des «Pfauen» in Bad Zurzach wurde am Mittwochnachmittag positiv auf das Corona-Virus getestet, zwei weitere Mitarbeitende zeigten Krankheitssymptome, wie das Zentrum für Pflege und Betreuung am Donnerstagmorgen mitteilte.

«Glücklicherweise ist das Testergebnis bei einem der beiden unterdessen negativ ausgefallen», sagt Thomas Jehle, der Vorsitzende der Geschäftsleitung, auf Anfrage. «Beim dritten Mitarbeitenden erwarten wir das Ergebnis bis Freitagabend.»

Der betroffenen Mitarbeiterin gehe es den Umständen entsprechend gut, sie sei Zuhause in Quarantäne, sagt Jehle. Wo sie sich angesteckt haben könnte, sei unklar. Weitere Verdachtsfälle bei Bewohnern und Mitarbeitenden seien aktuell nicht bekannt. «Sobald eine Bewohnerin oder ein Bewohner Symptome wie Husten oder Fieber über 38 Grad aufweist, isolieren wir die betroffene Person und nehmen Kontakt mit einem Arzt auf.»

Schon vor zwei Wochen wurde Task Force ins Leben gerufen

Schon vor Bekanntwerden des Corona-Falles hat das Pflegezentrum auf Empfehlung einer Task Force vorbeugende Massnahmen umgesetzt, die der «Pfauen» vor fast zwei Wochen ins Leben rief. So führte das Pflegezentrum mit Wirkung zum Mittwochmorgen Eingangskontrollen ein und schloss das Bistro – bevor das Pflegezentrum von der Erkrankung der Mitarbeiterin erfuhr.

Die Türe zum Haupteingang ist geschlossen. Am Empfang wird eine Besucherliste geführt, auf denen die Gäste ihre Personalien notieren müssen. Vermerkt werden auch die Gründe für den Besuch und die Uhrzeit, wann die Besucher das Generationenhaus betreten und wieder verlassen. «Die Kontrolle führen wir rigoros durch», sagt Jehle. Wer nicht zu den engsten Familienmitgliedern gehört, dem wird empfohlen, zu einem späteren Zeitpunkt vorbeizukommen.

Und wer hustet, der wird gar nicht erst hereingelassen. Ein komplettes Besuchsverbot will der «Pfauen» noch nicht aussprechen. «Soziale Kontakte sind für ältere Menschen sehr wichtig», sagt Jehle. Er sagt aber auch: «Wir halten uns an die Richtlinien des Kantons und die Empfehlungen des Bundesamtes für Gesundheit.» Würden die Behörden ein Besuchsverbot aussprechen, zieht der «Pfauen» sofort nach.

Gemeinsames Turnen mit der Kita schon vor zwei Wochen abgesagt

Mit der weiterhin geöffneten Kindertagesstätte, die ebenfalls im Generationenhaus untergebracht ist und einen eigenen Eingang hat, wurden die Berührungspunkte massiv reduziert. «Aktivitäten wie das gemeinsame Turnen wurden schon vor zwei Wochen als Vorsichtsmassnahme abgesagt», so Jehle.

Wie alle Pflegezentren habe auch der «Pfauen» ein Pandemiekonzept zur Eindämmung von Viren. Im Gegensatz zum bekannten Norovirus, mit dessen Umgang Gesundheitseinrichtungen mehr Erfahrung besitzen, sei beim neuartigen Corona-Virus schwierig einzuschätzen, wer Träger sei, da die Inkubationszeit bis zu zwei Wochen dauern könne. «Deshalb hat unsere Task Force mehrere Lösungen für verschiedene Szenarien ausgearbeitet», sagt Jehle.

Beispielsweise bei Mitarbeiterausfällen in sensiblen Bereichen wie der Pflege und der Küche, deren Betrieb essenziell sind für den «Pfauen». Würde ein Mitarbeiter in der Küche positiv auf das Corona-Virus getestet, stehe ein Ersatz-Team bereit. Vorstellbar wäre in einer weiteren Variante, die Verpflegung über eine externe Stelle sicherzustellen.

«Für uns hat der Schutz unserer Bewohner und Mitarbeiter oberste Priorität», sagt Jehle. Wichtig sei aber auch, die Bevölkerung offen zu informieren. «Die Öffentlichkeit hat ein Recht zu erfahren, wie es um das Pflegezentrum steht.» Deshalb habe man nach Bekanntwerden der Erkrankung der Mitarbeiterin zeitnah die Medien informiert.