Unteres Aaretal
Das Pionierwerk Refuna vermied in 30 Jahren 336'000 Tonnen Heizöl

Vor 30 Jahren hat sich die Region unteres Aaretal zusammengerauft und mit dem Bau eines Fernwärmenetzes aktiven Umweltschutz betrieben. Das Refuna-Werk galt als Pionierleistung.

Angelo Zambelli
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Ein Dokument aus den Anfangszeiten der Fernwärmeversorgung Refuna AG: Projekt- und Geschäftsleiter Karl-Heinz Handl (links) zusammen mit Verwaltungsratspräsident Fritz Ringele vor der Auskopplungsstation im Atomkraftwerk Beznau. AZ-Archiv/Hans Lüthi

Ein Dokument aus den Anfangszeiten der Fernwärmeversorgung Refuna AG: Projekt- und Geschäftsleiter Karl-Heinz Handl (links) zusammen mit Verwaltungsratspräsident Fritz Ringele vor der Auskopplungsstation im Atomkraftwerk Beznau. AZ-Archiv/Hans Lüthi

Die Refuna wurde gegründet, um weniger abhängig von ausländischem Öl zu sein. Das Werk galt als Pionierleistung, denn damit konnten Unmengen von Schadstoffen eingespart werden. Rückblickend hätten sich die grossen Investitionen in Auskoppelungsstation und vor allem ins Fernwärmenetz gelohnt, schreibt die Jubilarin Refuna AG auf ihrer Website.

In den drei Jahrzehnten ihres Betriebs hat die Fernwärmeversorgung Unteres Aaretal ihren Kunden rund 3,36 Millionen Megawattstunden geliefert. Wären im unteren Aaretal die Liegenschaften im gleichen Zeitraum mit Öl beheizt worden, hätten über 336 000 Tonnen Heizöl angeliefert und verbrannt werden müssen. Dadurch wäre ein Kohlenstoffdioxid-Ausstoss von 1 Million Tonnen verursacht worden. Die eingesparten Emissionen aus Heizöltransporten (16 800 Lastwagenladungen) sind dabei noch nicht berücksichtigt. Mit der Abwärmenutzung aus dem Atomkraftwerk Beznau konnte ein ansehnlicher Beitrag zum Umweltschutz geleistet werden.

Unsichere Zukunft

Die Refuna AG hat ihr Jubiläumsjahr am Donnerstag mit einer grossen Jubiläumsfeier im Personalrestaurant Oase des Paul-Scherrer-Instituts (PSI) abgeschlossen. Verwaltungsratspräsident Kurt Müller liess die Anwesenden einen Blick in die Zukunftsstrategie der Refuna werfen: Sie wolle auch nach einer Stilllegung des Kernkraftwerks Beznau ihre Kunden nachhaltig mit Wärme versorgen und suche deshalb aktiv nach neuen Wärmequellen verschiedenster Art, sagte Müller.

Den Weg in die Zukunft wolle die Refuna zusammen mit der Fernwärme Siggenthal AG aufnehmen. Eine Analyse durch eine Arbeitsgruppe der beiden Unternehmen habe gezeigt, dass eine Fusion strategisch und aus Sicht der industriellen Logik sinnvoll sei. Aber die Braut müsse noch umworben werden, sagte Müller.

Fritz Ringele auf der Brücke mit den Refuna-Leitungen, die vom AKW Beznau die Wärme zu den Kunden bringen.

Fritz Ringele auf der Brücke mit den Refuna-Leitungen, die vom AKW Beznau die Wärme zu den Kunden bringen.

Alex Spichale

Fritz Ringele, Verwaltungsratspräsident der ersten Stunde, blickte auf die Geschichte der Refuna zurück. Die Zuhörer spürten nochmals die Kraft von damals, als die Region sich zusammenraufte und sich mit dem Bau des Fernwärmenetzes aktiv für den Umweltschutz einsetzte. Ringele führt seine gute Gesundheit im hohen Alter unter anderem auf die – dank Refuna – gesunde Luft im unteren Aaretal zurück.