Bad Zurzach

Deutliches Ja zum neuen Primarschulhaus und 12-Millionen-Kredit

Die Stimmbevölkerung von Bad Zurzach genehmigt den Baukredit von 12 Millionen Franken zum neuen Primarschulhaus mit nur 7 Gegenstimmen.

Andreas Fretz
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So soll das neue Primarschulhaus in Bad Zurzach aussehen. (Visualisierung)

So soll das neue Primarschulhaus in Bad Zurzach aussehen. (Visualisierung)

zvg

Am Ende der Abstimmung forderte Gemeindeammann Reto S. Fuchs die Stimmenzähler explizit auf, jede einzelne Stimmen auszuzählen. «Es ist eine der wichtigsten Abstimmungen unserer Gemeinde», begründete er das Vorgehen.

Dabei war das Verdikt der hochgereckten Arme so klar und eindeutig, dass auch die Floskel «grossmehrheitlich angenommen» absolut ausgereicht hätte. Fast schien es, als würde Fuchs seinen Augen nicht trauen. Mit so grosser Zustimmung zum Neubau eines Primarschulhauses hatten wohl selbst die grössten Optimisten nicht gerechnet.

Den Antrag auf den Baukredit von 12 Millionen Franke hiessen 167 Stimmberechtigte gut. Nur sieben Teilnehmer der ausserordentlichen Gemeindeversammlung waren dagegen.

Fuchs wertete das Ergebnis einerseits als «grandioses Zeichen zum Thema Bildung und Jugend» und andererseits als «Vertrauensbeweis in die Arbeit des Gemeinderates».

Dieser hatte seine Hausaufgaben gemacht, ohne Zweifel. Für das Traktandum «Baukredit Neubau Primarschulhaus» war eigens eine ausserordentliche Gemeindeversammlung anberaumt worden. Nebst Fuchs sassen sieben Vertreter von Gemeinde und Baubranche auf der Bühne des Gemeindezentrums Langwies und verliehen dem Projekt entsprechendes Gewicht.

Auch die Bevölkerung erschien zahlreich. Waren an der ordentlichen «Gmeind» im November 2015 noch 121 Stimmberechtigte anwesend, lockte das Traktandum Schule deren 180 an.

Der Bau eines neuen Primarschulhauses ist auch ein politisches Zeichen. Denn nebst besseren Bedingungen für die 264 Schüler, die Lehrkräfte und Schulbehörden geht es auch um die Stärkung des Standortes Bad Zurzach. Gemeinderat Peter Lude machte darauf aufmerksam, dass Schulen und Tagesstrukturen ein wichtiges «Neuzuzüger-Argument» für junge Familien sind.

Und nicht zuletzt stärkt eine wachsende Primarschule den Oberstufen-Standort. Vier Bezirksschulen gibt es derzeit im Zurzibiet. Der Kanton ist daran, diese zu reduzieren. Auf drei, zwei oder gar nur eine. Mit dem Entscheid für das neue Primarschulhaus hat sich Bad Zurzach in diesem Wettrennen positioniert.

Fuchs und Lude breiteten an der «Gmeind» das ganze Argumentarium für das neue Schulhaus aus, verglichen das Szenario einer (teureren) Sanierung mit dem eines Neubaus. Lude betonte, dass der Neubau eine zeitnahe und kostengünstige Investition in die Schule und die Gemeinde sei. Im Idealfall ist das Gebäude im Schuljahr 2017/18 bezugsbereit.

In der anschliessenden Diskussion gab es nur zwei Voten. Kritisiert wurde die aufgeblähte Bilanz der Gemeinde. Fuchs räumte eine «relativ hohe» Verschuldung ein, versprach aber, dass der Neubau keinen Einfluss auf den Steuerfuss von 115 Prozent habe.