Rechnung 2014

Die Asana-Gruppe fährt erstmals einen Verlust ein

Zwar schliesst die Asana-Unternehmensgruppe mit den Spitälern Leuggern und Menziken ihre Geschäfte 2014 mit einem Minus von 0,9 Mio. Franken ab. Das Hauptproblem liegt aber in Menziken, nicht in Leuggern. 2015 soll die Kehrtwende bringen.

Nadja Rohner
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Das Spital Leuggern. (Archiv)

Das Spital Leuggern. (Archiv)

Aargauer Zeitung

Die Asana Gruppe AG beschäftigt zwei Spitaldirektoren – einen für den Standort Menziken und einen für Leuggern. Leuggern-Chef René Huber wird dieser Tage aber kaum mit seinem Menziker Berufskollegen Daniel Schibler tauschen wollen: Bei der Präsentation des Leuggemer Geschäftsberichtes am Montag konnte Huber nämlich ein kleines Plus von 52'000 Franken vermelden – «eine schwarze Null» –, während Schibler heute ein Minus von 0,94 Mio. Franken für sein Spital bekannt geben muss. Damit hat die Unternehmensgruppe zum ersten Mal in ihrer Geschichte einen Verlust eingefahren: 0,89 Mio. Franken bei einem Umsatz von 75 Mio., davon 36 Mio. in Leuggern.

Die Zahlen sähen noch schlechter aus, hätte nicht jedes Spital einen «ausserordentlichen Erfolg» von je rund 1 Mio. Franken verbuchen können. «Es handelt sich um Rückstellungen, die wir auflösen konnten», sagt Huber.

Ursprünglich hatte man damit Rückzahlungen leisten wollen, falls dem Spital bei den Basistarif-Verhandlungen mit dem Kanton ein tieferer Tarif zugesprochen worden wäre, als geplant. Zumindest für die Jahre 2013 und 2014 liegt der Tarif nun aber fest, die Rückstellungen fürs 2013 konnten verwendet werden, um die roten Zahlen etwas weniger rot leuchten zu lassen.

Das Problem ist Menziken

Wo liegen die Gründe für das Minus? Hauptsächlich in Menziken. Der Geschäftsbericht zeigt: Das Spital im Wynental hatte im letzten Jahr je etwa 300 stationäre und ambulante Patienten weniger als Leuggern – aber mehr Betten und mehr Personal. Menziken ist also schlechter ausgelastet.

Der Leuggemer Direktor hat eine Erklärung dafür: «Bei uns arbeiten hauptsächlich Belegärzte, die noch eine eigene Praxis ausserhalb des Spitals haben. Benötigen ihre Patienten eine geplante Operation, wird sie bei uns im Haus durchgeführt – das bringt Auslastung.»

Deutlich zeigt sich dies in der Statistik: Knapp ein Drittel der stationären Patienten kommt nicht aus dem direkten Einzugsgebiet des Spitals. Die meisten dieser Patienten folgten einem Belegarzt nach Leuggern.

Menziken hingegen beschäftigt nur wenige Belegärzte und hat entsprechend weniger Kundschaft. Das Spital hat bereits die Sparbremse gezogen. Laut René Huber wurden im ersten Quartal 2015 20 Vollzeitstellen gestrichen. «Allerdings hat Menziken dieses Jahr einen guten Start gehabt und einen deutlichen Zuwachs verzeichnen können», so Huber.

Das Spital Leuggern hat mehr Patienten denn je und konnte einen neuen Geburten-Rekord verzeichnen. Dass dennoch nur ein kleiner Gewinn erzielt wurde, sei auf deutlich gestiegene Personalkosten zurückzuführen, sagt Huber. Etwa 15 Stellen hat er im letzten Jahr neu schaffen müssen.

Einerseits, weil sich viele Überstunden angehäuft hatten und ein Einstellungs-Nachholbedarf bestand. Andererseits, weil Qualitätssicherung oder Spitalliste mehr Personal vorschreiben: So musste Leuggern wegen der neuen «Sanacert»-Zertifizierung einen Schmerzdienst einstellen – eine Person, die bei frisch operierten Patienten vorbei geht, nach dem Befinden fragt und die Schmerzbekämpfung optimiert. Das kommt bei den Patienten gut an, kostet aber.

Auch in der Notfallstation brauchte es zusätzliches Personal. Dorthin kamen im letzten Jahr 7911 Patienten, selbstständig oder per Ambulanz. Das sind zwar leicht weniger als im Rekordjahr 2012, aber eineinhalb Mal mehr als noch vor zehn Jahren. Mit der Konsequenz, dass die drei Notfall-Behandlungskojen längst nicht mehr ausreichen. «Wir bräuchten mindestens doppelt so viele», sagt Huber.

Vergrössern will man die Notfallstation mit dem geplanten Erweiterungsbau, der Mitte 2018 stehen soll. Möglich, dass es dann auch eine Walk-in-Notfallpraxis geben wird. Dort würden die Fälle behandelt, die auf einer Notfallstation eigentlich nichts zu suchen haben und zum Hausarzt gehörten – ein Schnupfen zum Beispiel. Im Kreisspital Freiamt in Muri funktioniert das bestens, die Praxis läuft sehr gut. «Allerdings ist das Einzugsgebiet grösser als bei uns», gibt Huber zu bedenken.