Döttingen/Klingnau
Die Jugend soll wieder einen Treff haben – nun entscheidet das Volk

Seit 5 Jahren sind in Döttingen, Klingnau und Leibstadt die Jugendtreffs zu. Nun sollen zumindest die Döttinger und Klingnauer Schülerinnen und Schüler wieder einen Treff haben.

Stefanie Garcia Lainez
Drucken
2016: Im Jugendtreff Alfa in Klingnau finden sich die Jugendlichen zum Abschiedsapéro ein.

2016: Im Jugendtreff Alfa in Klingnau finden sich die Jugendlichen zum Abschiedsapéro ein.

zvg

Seit 2016 sind sie alle geschlossen: das Sisters Döttingen, das Virus Leibstadt und auch das Alfa Klingnau. Nun sollen zumindest die Jugendlichen in Döttingen und Klingnau im nächsten Sommer wieder einen neuen Treff erhalten: in der ehemaligen Zivilschutzunterkunft im Untergeschoss der Turnhalle Bogen II in Döttingen.

Dafür soll das Stimmvolk der beiden Gemeinden an der Wintergmeind einem neuen Gemeindevertrag zustimmen. Am Freitagabend fand dazu eine Infoveranstaltung im Schloss Klingnau statt.

«Die Jugendlichen sollen einen Treffpunkt haben, wo sie auch mitgestalten können», sagt der Döttinger Gemeinderat und künftige Ammann Michael Mäder (SVP). Zwar werde aktuell in den Vereinen aktive Jugendarbeit geleistet. Eine offene Jugendarbeit gebe es aber für die Jugendlichen nicht. «Das Midnight-Sports in Klingnau hat gezeigt, wie sehr Jugendliche nach unverbindlichen Angeboten suchen.» Abklärungen unter anderem auch bei den Schulsozialarbeitern hätten gezeigt, dass das Bedürfnis da sei.

Die Treffs der Jugendarbeit im Unteren Aaretal/Kirchspiel machten vor über fünf Jahren dicht, weil die Regionale Jugendarbeit Unteres Aaretal/Kirchspiel (RJAAK) ein neues Konzept erarbeiten und einen einzigen, zentralen Treffpunkt für Jugendliche evaluieren wollte.

Auslöser dieser Neuausrichtung waren die Kündigungen der beiden Jugendmitarbeiter. Seit 2003 führte die RJAAK die Jugendarbeit für Klingnau, Böttstein, Döttingen, Leuggern und Leibstadt.

Mit der Neuausrichtung wurde aber nichts: Alle Vertragspartner beantragten an ihren Gemeinden die Auflösung des Vertrages, weil in dieser Form keine Zukunft für gemeinsame Jugendarbeit mehr gefunden wurde. Die Döttinger und Klingnauer stimmten aber dagegen und betonten die Wichtigkeit der Jugendarbeit sowie deren Weiterbestand.

Döttingen hat Arbeitsgruppe initiiert

Nach vier Jahren Stillstand rief der Döttinger Gemeinderat eine Arbeitsgruppe ins Leben. Diese evaluierte einen neuen Standort und erarbeitete ein Konzept für die offene Jugendarbeit von Döttingen und Klingnau. Auch die Repol Zurzibiet wurde miteinbezogen, die künftig rund zwei Mal pro Jahr an einer Sitzung teilnehmen soll. Nun sollen die Döttinger und Klingnauer den Vertrag absegnen.

Der neue Jugendtreff soll jeweils am Mittwochnachmittag sowie am Freitag- und Samstagabend geöffnet und begleitet sein. Der gewählte Standort in der Turnhalle Bogen sei ideal, sagt Michael Mäder. «Die Räumlichkeiten stehen aktuell grösstenteils leer.» Ebenerdig könne ein Büro für die Sozialarbeiter eingerichtet werden. Im Untergeschoss stehen verschiedene Räumlichkeiten zur Verfügung für Treffmöglichkeiten. «Die Aussenanlagen oder die Turnhalle können, wenn sie nicht bereits anderweitig durch Vereine reserviert sind, genutzt werden.»

Die Finanzierung erfolgt durch Döttingen und Klingnau gemäss ihren Einwohnerzahlen respektive zwölf Franken pro Einwohner. Das sind 6,50 Franken mehr, als der sistierte Gemeindevertrag der RJAKK vorsieht. Nebst der Annahme des neuen, beantragen die beiden Gemeinden erneut die Auflösung des alten Vertrages. Sagt das Stimmvolk beider Gemeinden ja, wird die Stelle für die Jugendarbeit ausgeschrieben.