Würenlingen

Fasnachtsumzug: Das Horrorszenario ist ein Unfall mit einem Wagen

Rund 20000 Menschen besuchen jeweils den Würenlinger Fasnachtsumzug. Mit Unfällen muss immer gerechnet werden. Doktor Rolf Mahler und ein halbes Dutzend Sanitäterinnen stehen bereit, um bei Unfällen helfend einzugreifen.

Angelo Zambelli
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Doktor Rolf Mahler ist am weissen Hut mit rotem Kreuz zu erkennen.ZVG

Doktor Rolf Mahler ist am weissen Hut mit rotem Kreuz zu erkennen.ZVG

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Sie fallen im ganzen Fasnachtstrubel nicht auf, aber sie sind zur Stelle, wenn sie gerufen werden: Beim Würenlinger Fasnachtsumzug sorgen Allgemeinmediziner Rolf Mahler und seine Frau zusammen mit einer Gruppe von Samariterinnen für die medizinische Versorgung.

Das Spektrum reicht vom Konfetti im Auge über Prellungen und Schnittwunden bis zu Kreislaufzusammenbrüchen. «Das schlimmste Szenario, das man sich vorstellen kann, ist ein Unfall mit einem Umzugswagen», sagt Rolf Mahler, der seit 20 Jahren für die medizinische Versorgung beim Würenlinger Umzug sorgt.

«Die Angst ist ständig da, dass jemand unter einen Umzugswagen gerät.» So schlimm diese Vorstellung auch ist: Selbst auf dieses Horrorszenario müssen er und sein Stab vorbereitet sein. Alle sind mit Funk ausgerüstet, damit im Notfall schnell reagiert werden kann.

Mahler selbst positioniert sich ungefähr in der Mitte der Umzugsroute, um jeden Streckenabschnitt innert nützlicher Frist erreichen zu können. Erkennbar ist der Arzt an einem weissen Filzhut mit rotem Kreuz.

Auch die Streckenposten und die Polizei sind per Funk mit der «medizinischen Abteilung» der Würenlinger Fasnachtsgesellschaft verbunden und können im Notfall Hilfe anfordern. Kleinere Unfälle wie Prellungen oder Schnittverletzungen werden in einem eigens für diesen Anlass eingerichteten Sanitätsraum im Obergeschoss der Würenlinger Post behandelt. Der Weg ist ausgeschildert.

Begleiter sorgen für Sicherheit

Wichtiger Teil des Sicherheitsdispositivs beim Würenlinger Fasnachtsumzug sind die Wagenbegleiter. Sie marschieren vor den Wagen und achten darauf, dass die Zuschauer den Gefährten nicht zu nahe kommen. Ihre besondere Aufmerksamkeit gilt den Kindern.

Sie sind unberechenbar und nicht in der Lage, Gefahren zu erkennen. Mahler appelliert deshalb an alle Eltern, wachsam zu sein und einzugreifen, wenn ihre Kinder den Wagen zu nahe kommen.

In seinen 20 Jahren als Sicherheitsverantwortlicher des Würenlinger Umzugs sei noch nie etwas Schlimmes passiert, sagt Mahler. «Aber man muss sich stets bewusst sein, dass es eine hundertprozentige Sicherheit nicht gibt.»