Würenlingen

In zwei Jahren soll der neue Kindergarten stehen

Die Stimmbürger Würenlingens entscheiden über den Baukredit für den neuen Kindergarten. Dieser könnte im Sommer 2017 bezogen werden. Die Gmeind wird auch darüber entscheiden, ob beim Kindergarten eine Tiefgarage gebaut werden soll.

Nadja Rohner
Drucken
Teilen
Das Kindergartengebäude soll nahe an der Gartenstrasse stehen, damit der Platz dahinter optimal zum Spielen genutzt werden kann. ZVG

Das Kindergartengebäude soll nahe an der Gartenstrasse stehen, damit der Platz dahinter optimal zum Spielen genutzt werden kann. ZVG

ZVG

Die Würenlinger Kindergärtler sollen künftig in einem Zelt spielen – zumindest heisst das Siegerprojekt für den neuen Dreifachkindergarten an der Gartenstrasse «Zelthaus». Der geplante Neubau soll den bestehenden Doppelkindergarten Dorf ersetzen. Das Siegerprojekt wurde am Montagabend vorgestellt, es ist derzeit mit den weiteren Projekten in einer Ausstellung zu sehen.

Entworfen wurde das «Zelthaus» vom Zürcher Architekturbüro «ARGE Malte Kloes & Christoph Reichen» – einem Nachwuchsbüro. Das freue den Gemeinderat besonders, weil man den Wettbewerb explizit auch für junge Architekten geöffnet habe, so Patrick Zimmermann, Ressortvorsteher im Gemeinderat. Das «Zelthaus» gliedere sich sehr gut in das Ortsbild ein und überzeuge vor allem durch seine Funktionalität und die Tatsache, dass es nahe an der Gartenstrasse stehen wird. Hinter dem Haus steht viel Aussenraum für den Spielplatz frei.

Die Räume im «Zelthaus» verfügen über Oberlichter, sind seriell angeordnet und mit Schiebetüren abgetrennt.

Die Räume im «Zelthaus» verfügen über Oberlichter, sind seriell angeordnet und mit Schiebetüren abgetrennt.

ZVG

«Die Eingänge liegen nicht an der Strasse, sondern zum Garten hin und seitlich», sagt Zimmermann. «Dadurch können die Kinder direkt von der Garderobe zum Spielplatz gelangen und müssen nicht erst um das ganze Gebäude herumlaufen. So wird auch die Gefahr minimiert, dass sie auf die Strasse rennen.» Der naturnahe Spielplatz hinter dem Gebäude soll laut Zimmermann ausserhalb der Unterrichtszeiten öffentlich zugänglich sein.

Ziel ist es, den neuen Kindergarten per Schuljahr 2017/18 beziehen zu können. Die Bauzeit wird etwa ein Jahr betragen. Der Baukredit wird der Gemeindeversammlung vorgelegt. Diese entscheidet auch, ob das Projekt mit oder ohne öffentliche Tiefgarage mit rund 30 Plätzen realisiert wird.

Deren Notwendigkeit ist im Dorf umstritten. Laut Gemeinderat Zimmermann liegt der Kostenrahmen für einen Kindergarten mit Tiefgarage ungefähr bei 4,5 Millionen Franken. Ohne Garage wäre es etwa eine Million weniger, schätzt er. Der Würenlinger Gemeinderat spricht sich aber für die Mehrausgabe aus. Patrick Zimmermann: «Erstens verlieren wir durch den Bau des Kindergartens auf dem Areal ein paar oberirdische Parkplätze. Zweitens sind mangelnde Parkplätze im Dorfzentrum von Würenlingen immer wieder ein Thema. Das Problem wird sich mit der möglichen Realisierung des Projekts ‹Kulturzentrum Dorfschüür› in den nächsten Jahren eher verschärfen.»

Sieger unter acht Projekten

Für das Präqualifikationsverfahren des Architekturwettbewerbs hatten sich 41 Büros beworben. Nach der Vorprüfung wurden acht Architekturbüros dazu eingeladen, ihre Vorschläge einzureichen. Ab diesem Zeitpunkt wurde der Wettbewerb anonym durchgeführt und von einer gemischten Jury aus Gemeindevertretern und Fachexperten bewertet.

Die Stärken des «Zelthauses» liegen laut Jurybericht im Städtebau und und der Architektur. Im Innern des Gebäudes wird durch Oberlichter Helligkeit in die Räume gebracht. Die drei Klassenräume sind seriell angeordnet. Schiebetüren verbinden die Gruppenräume, sodass diese flexibel genutzt werden können.

«Das flächenoptimierte und einfach strukturierte Gebäude führt zu einer kostengünstigen Lösung», hält die Jury fest. Allerdings ergäben sich durch die Dachausbildung und den Grundriss «einige betriebliche Defizite» – die Architekten müssen also noch einmal über die Bücher. Sowohl die Jury als auch die Gemeinde seien sich bewusst, dass die Aufgabenstellung für die Planer – besonders wegen der beschränkten Baufläche – anspruchsvoll gewesen sei.

Die Jury hält auch fest, dass «sich nicht alle Teilnehmenden in ausreichendem Mass mit den baurechtlichen Rahmenbedingungen auseinandergesetzt haben»: Bei drei Projekte wurden die Grenzabstände massiv überschritten. Auch beim Projekt «Zelthaus» gebe es geringe Überschreitungen, die bei der Projektierung korrigiert werden müssen.

Ausstellung der Wettbewerbsprojekte im alten Feuerwehrlokal neben dem Gemeindehaus an der Dorfstrasse: Mittwoch, 10. Juni, 14–16 Uhr. Donnerstag, 11. Juni, 11.30–13.30 Uhr. Samstag 13. Juni, 9–11 Uhr.