Coop

Keine Entlassungen bei Coop in Lostorf und Zurzach

Der Basler Grossverteiler füllt alle eigenen Mineralwasser neu im Wallis ab. In Lostorf und Zurzach, wo die Prix Garantie-Flaschen abgefüllt wurden, gibt man sich relativ gelassen, zu Entlassungen kommt es nicht.

Martin Leutenegger
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Typ Quelle Erstellt von Letzte Änderung Betriebsleiter Bruno Schaub präsentiert das noch in Lostorf abgefüllte Mineralwasser. Bruno Kissling

Typ Quelle Erstellt von Letzte Änderung Betriebsleiter Bruno Schaub präsentiert das noch in Lostorf abgefüllte Mineralwasser. Bruno Kissling

Auf den ersten Blick sehen die neuen PET-Flaschen in den Regalen von Coop Schweiz fast identisch aus: «Swiss Alpina» steht mit weissen Buchstaben auf blauem Grund. Erst bei genauerem Hinsehen stellt sich heraus, dass das Blau bei den neuen Flaschen etwas heller ist und dass nun ein stilisiertes Matterhorn die Etikette ziert. Vor allem aber ist der Zusatz verschwunden: «Natürliches Mineralwasser aus den Bündner Alpen.» Stattdessen heisst es jetzt: «Mineralwasser aus dem Wallis.»

Der Wechsel der Mineralquellen entsprang keiner Nacht-und-Nebel-Aktion, sondern war von Coop bereits Anfang 2011 angekündigt worden. Auf diesen Zeitpunkt hin hatte der Grossverteiler die 2008 gegründeten Pearlwater Mineralquellen in Termen erworben.

Produktionsplätze in Lostorf und Zurzach

Deren Hauptaktionär war damals Andy Rihs (Phonak/Sonova, Stade de Suisse), der davon träumte, 70 bis 80 Prozent des Mineralwassers ins Ausland zu exportieren. An einem Export des Termen-Wassers ist Coop laut ihrem Mediensprecher Urs Meier immer noch interessiert, allerdings seien solche Pläne vorerst zurückgestellt worden. Im Vordergrund stehe nun die Produktion für die Coop-Eigenmarken.

Rund 140 Millionen Liter Wasser werden künftig im Wallis in den eigenen Quellen abgefüllt. Ein Teil davon kommt unter dem Namen «Swiss Alpina» auf den Markt, ein anderer unter der Bezeichnung Prix Garantie. Während das «Alpina»-Wasser zuvor aus der Quelle in Rothenbrunnen GR stammte, wurden die Prix-Garantie-Flaschen bisher in Lostorf und Zurzach abgefüllt. Auch am Jurasüdfuss sind die Verluste beträchtlich, die der Rückzug von Coop zur Folge hatte. Vor einem Jahr hatte die Mineralquelle Zurzach noch angegeben, dass das Unternehmen 16 Prozent des Umsatzes mit Coop erwirtschafte, heute erklärt der Geschäftsführer Hanspeter Brunner auf Anfrage, man wolle sich «über den genauen Prozentsatz unseres Umsatzes oder Abfüllvolumens nicht äussern». Auch in Lostorf möchte man dazu keine Angaben machen.

Abbau durch Fluktuation

Was die mittelfristigen Konsequenzen betrifft, scheinen diese für die verschiedenen Quellen unterschiedlich zu sein: In Zurzach wird betont, der Verlust von Coop könne «glücklicherweise mit anderen Aufträgen kompensiert werden». In Lostorf heisst es, dass es nie ein realistisches Ziel gewesen wäre, auf eine Kompensation im selben Umfang zu hoffen.

Bei einem derart grossen Verlust wäre eigentlich ein massiver Stellenabbau zu erwarten. Coop hatte sich aber bereit erklärt, dass Mitarbeitende, die ihre Stelle verlören, von Coop weiterbeschäftigt würden. Laut dem Coop-Sprecher haben in der Folge zwei Mitarbeiter von diesem Angebot Gebrauch gemacht.

Aus Lostorf verlautet, dass die «Schicht, die für die Abfüllung des Prix-Garantie-Wassers aufgebaut wurde, primär durch natürliche Fluktuation wieder abgebaut werden konnte».