Leuggern
Der Sohn rudert gerade über den Atlantik – so fiebert die Familie eines Aargauer Gemeindeammanns mit

Samuel Widmer nimmt am härtesten Ruderrennen der Welt teil. Vater Stefan Widmer ist Gemeindeammann von Leuggern und verfolgt das Abenteuer seines Sohnes gespannt mit.

Jeanine Kemper
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Döttinger Samuel Widmer (im Bild) und seine Teamkollegen Jan Hurni, Roman Möckli und Ingvar Groza rudern über den Atlantik.

Döttinger Samuel Widmer (im Bild) und seine Teamkollegen Jan Hurni, Roman Möckli und Ingvar Groza rudern über den Atlantik.

Bild: zvg

Als Samuel Widmer seinen Eltern Stefan und Susan Widmer sein Vorhaben mitteilte, waren sie wenig begeistert von der Vorstellung, dass ihr Sohn mit seinen Freunden über den Atlantik rudert. Susan Widmer sagt:

«Wir haben lange gehofft, dass er es sich anders überlegt. Aber schliesslich haben wir verstanden, wieso dass er das möchte und wir haben gesehen wie seriös sich das Team auf diese Herausforderung vorbereitete.»

Das Team Swiss Raw machte sich am 12. Dezember 2021 auf die 5000 Kilometer lange Reise über den Atlantik. Mit 36 anderen Booten nehmen sie an der Talisker Whisky Atlantik Challenge teil, das als härtestes Ruderrennen der Welt gilt. Und das mit Erfolg: Seit Beginn ist das Boot im Spitzenfeld und liegt aktuell in allen Kategorien an der Spitze.

Doch das Team hat noch höhere Ziele: Zusätzlich wollen sie den Weltrekord brechen. Hierzu müsste Swiss Raw die 3000 Seemeilen in 29 Tagen absolvieren. Zum ehrgeizigen Vorhaben seines Sohnes und dessen Team sagt Stefan Widmer: «Grosse Ziele sind normal und gut, aber dieses ist sekundär. Vieles ist von unplanbaren Ereignissen abhängig, wie zum Beispiel das Wetter.» «Sie seien einfach schon froh, wenn sie nur mit den kleinen Blessuren zurückkommen», meint seine Ehefrau dazu.

Eltern hoffen, dass der Sohn nach dem Abenteuer ruhiger wird

Ob sie stolz auf ihren Sohn und das gesamte Team sind? «Es erfüllt uns mit Freude, dass sie umsetzten können, was sie sich vorgenommen haben und, dass sie so gut dabei sind ist schon eine riesen Leistung. Auch machen sie es für einen guten Zweck.», sagt Stefan Widmer. «Ich staune über alle», fügt Susan Widmer dazu, «aber ich hoffe, dass Samuel danach ein wenig ruhiger wird.»

Ein solches Abenteuer würde für Stefan Widmer nie in Frage kommen: «Ich würde so etwas nicht machen.» Reisefreudiger ist seine Frau, aber: «Ich weiss nicht, ob ich den Biss dazu hätte.» Von Tauchen bis Bergsteigen: Samuel dagegen war schon immer gerne in der Natur unterwegs.

Stefan und Susan Widmer zeigen Zeitungsartikel über ihren Sohn Samuel, zuhause in Leuggern.

Stefan und Susan Widmer zeigen Zeitungsartikel über ihren Sohn Samuel, zuhause in Leuggern.

Bild: Severin Bigler

Weihnachten wird mit Fondue Chinoise mit Weihnachtsguetzli nachgeholt

«Das letzte Mal konnten konnten wir an Heiligabend mit ihrem Sohn telefonieren. Das war sehr emotional», sagt Susan Widmer. Ausserdem erhalten sie von Teammanager Yves Neupert regelmässige Updates. Darüber hinaus verfolgen sie über die Website des Veranstalters das Rennen mit. «Wir sind auch sehr dankbar über die sehr grosse Anteilnahme von Familie, Freunden und Bekannten», so Susan Widmer.

Auch der Abschied sei sehr emotional gewesen. Familie und Freunde des Teams haben zusammen die Ruderer an den Flughafen Zürich begleitet. «Es hat gut getan, auch die anderen Eltern und die grosse Anteilnahme zu sehen», so Stefan Widmer. Für die Rückkehr möchte die Familie auf Wunsch von Samuel Widmer die Weihnachtszeit nachholen. Es wird ein Fondue Chinoise mit Weihnachtsguetzli geben.