Massiv mehr Fluglärm wird befürchtet

Der Planungsverband Zurzibiet stellt sich gegen den Sachplan Infrastruktur der Luftfahrt (SIL) des Bundes. Es könne nicht angehen, dass das Zurzibiet innerhalb des Aargaus den Grossteil der Belastungen zu tragen habe, heisst es.

Martin Rupf
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Anflug: Kaiserstuhl – im Bild der Kirchturm – ist eine der wenigen Gemeinden, die entlastet werden. (Archiv wal)

Anflug: Kaiserstuhl – im Bild der Kirchturm – ist eine der wenigen Gemeinden, die entlastet werden. (Archiv wal)

Walter Schwager

«Ich sage es noch einmal: Wir wollen keine Zunahme des Fluglärms.» Mit diesen Worten beendete Felix Binder, Präsident des Planungsverbandes Zurzibiet (Repla), die gut einstündige Debatte zum Sachplan Infrastruktur der Luftfahrt (SIL). Grundlage der Diskussionen an der dritten Repla-Sitzung dieses Jahres bildete die Dokumentation des kantonalen Projektverantwortlichen Hans-Martin Plüss.

Abflüge bis 0.30 Uhr möglich

Was Plüss den Anwesenden präsentierte, gefiel ihnen gar nicht. Denn gemäss Sachplan – Betriebszeiten, Landungen und Routen des Flughafens Zürich sind enthalten – wird das Zurzibiet massiv mehr Fluglärm zu tragen haben. Hierfür gibt es mehrere Gründe.

So sollen Flugzeuge neu nicht nur bis 23.30, sondern bis 0.30 Uhr starten dürfen. Für Starts am Abend wird eine neue Abflugroute über dem Surbtal eingeführt. Zudem ist auch der gekröpfte Nordanflug noch nicht vom Tisch. Bei dieser Flugvariante sind zwischen 6 und 7 Uhr jährlich 10 000 zusätzliche Flüge vorgesehen.

«Die Mehrheit der Flieger haben dabei eine Höhe von nur 1200 Meter über Boden; das kommt für uns nicht infrage», stellte Hans-Martin Plüss klar.

Vom Mutschellen ins Zurzibiet

Die IG Nord und das Komitee Gekröpfter Nordanflug Nein werden dem Bund deshalb je eine deutlich ablehnende Stellungnahme zukommen lassen.

Eigentlich war vorgesehen, dass der Kanton in der Fluglärmfrage gemeinsam auftritt. Doch es zeichnen sich Spannungen ab. Kurt Schmid, Komitee-Präsident und Gemeindeammann von Lengnau: «Es kann doch nicht angehen, dass das Zurzibiet innerhalb des Aargaus den Grossteil der Belastungen tragen muss.» Damit sprach Schmid den Umstand an, dass das Zurzibiet Fluglärm vom Mutschellen übernehmen müsse.

Immerhin gebe es für Gemeinden wie Kaiserstuhl in der Anflugroute eine leichte Entlastung, weil die deutsche Verordnung weniger Anflüge aus Norden erlaubt, so Plüss.

Parallel zur öffentlichen Auflage des Sachplans läuft auch die Ausarbeitung des Richtplankapitels, das die Überwachung des Flugbetriebs beinhaltet. Plüss stellt klar: «Für den Aargau kommt die Variante mit dem gekröpften Nordanflug nicht infrage.» Sachplan und Richtplankapitel liegen noch bis 29. Oktober auf den Gemeindekanzleien auf.