Döttingen

Schwingklub Zurzach trainiert jetzt in einer neuen Halle

Der Schwingklub Zurzach hat seine neue Schwinghalle im früheren Döttinger Schützenhaus eingeweiht – der Nachwuchs zeigte dabei sein Können.

Katrin Brunner
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Neue Schwingerhalle für den Schwingklub Zurzach
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Nach einer kurzen Pressekonferenz kommen die Jungschwinger auf den Platz, um zum 1. Mal im in der Halle zu trainieren. Aufgenommen am 14.10.2020
Der ehemalige Profischwinger Markus Birchmeier.

Neue Schwingerhalle für den Schwingklub Zurzach

Britta Gut

Dort, wo früher geschossen wurde, duftet es heute angenehm nach Neubau und Sägemehl. Dazu kommt zukünftig auch der Geruch nach Schweiss. Und dort, wo sich früher das «Schützenstübli» befand, wird heute geduscht. Zweckmässig und hell sind die sanitären Einrichtungen gemacht. Die rund 150 Quadratmeter grosse Schwinghalle des Schwingklubs Zurzach in Döttingen ist mit Wandpolstern, schmalen Fenstern und einer kleinen Küche mit Sitzgelegenheit ausgestattet. Das erste Training findet bereits am kleinen Einweihungsfest am Mittwochabend durch die Jungschwinger statt.

Dreizehn Jungs und ein Mädchen toben sich aus in der neuen Halle und üben Schwingergriffe. Der viele Platz bietet ideale Bedingungen, wie Lukas Meier, Präsident des Aargauer Kantonalen Schwingerverbands, sagt. «Momentan trainieren hier rund 35 Jungschwinger zwischen fünf und fünfzehn Jahren.» Dies – coronakonform – jeweils in drei Gruppen.

Fast fünfzig Jahren lang waren die Mitglieder des Schwingklub Zurzach für das Wintertraining im Keller der Turnhalle Bogen in Döttingen einquartiert. Da dieser mit seinen rund 72 Quadratmetern zu klein wurde für die wachsende Zahl von Schwingern, suchte man eine Alternative. Das seit Jahren nicht mehr genutzte Schützenhaus in Döttingen schien die Lösung zu sein. Nachdem die Schützen grünes Licht gaben, konnte mit dem Gemeinderat ein neuer Baurechtsvertrag ausgehandelt werden. Die Gemeindeversammlung im November 2018 gab ebenfalls ihren Segen zum Projekt.

Jedes Wochenende bauten zehn bis zwanzig Helfer um

Baukommissionspräsident Markus Birchmeier und ehemaliger Schwinger führt die Anwesenden mit sichtlichem Stolz durch die Anlage. Im Februar begannen die Klubmitglieder mit dem Umbau. Von aussen nicht sichtbar, blieb im Innern fast kein Stein auf dem anderen. «Es waren jedes Wochenende, teilweise auch unter der Woche, immer zwischen zehn bis zwanzig ehrenamtliche Helfer hier», freut sich Markus Birchmeier, der viele der Schwinger so in einem ganz anderen Umfeld kennenlernte.

Trotzdem wurde der Umbau nicht wie geplant bereits im Sommer fertig. «Das war eh ein sportliches Ziel», gibt Markus Birchmeier zu. Im Keller, quasi im Herzen des Gebäudes, zeigt er auf die Heizung, die einen grossen Teil des Raumes einnimmt. Statt der geplanten Elektroheizung wird, gemäss Bauverordnung, nun mit einer Erdsonde geheizt. Dies ist umweltverträglicher, da es sich oft nicht auszahlt, für eine Elektroheizung den teuren Ökostrom zu verwenden.

Gekommen ist auch Christian Koch, Leiter Sektion Sport des Departements Bildung, Kultur und Sport. Der Swisslos-Fonds unterstützt das Projekt mit einem «beachtlichen» Betrag. «Wir verstehen das auch als Hilfe zur Nachwuchsförderung», erklärt Christian Koch das Engagement. Die Gesamtkosten für den Umbau belaufen sich auf über 600000 Franken. Finanzielle Unterstützung erhielt der Schwingklub auch durch verschiedene Schwingverbände, durch Sponsoring und durch die Mitglieder. «Wir müssen aber weiterhin Erfolgsgeschichte schreiben, damit der Betrieb und zukünftige Unterhaltskosten gewährleistet sind», gibt Markus Birchmeier zu bedenken.

Wichtig wäre für den Schwingklub, dass im kommenden Jahr wieder vermehrt Wettkämpfe stattfinden. «Heute verzichten wir wegen Corona auf einen grossen Anlass», sagt Markus Birchmeier. «Den holen wir nächstes Jahr mit einem Schwingfest nach», verspricht er. Platz dafür wäre nun genügend vorhanden.