Fasnacht

Vom Suff bis zum Liebesspiel: Was im Auto Nächtigende wissen sollten

Manch einer schaut während der Fasnacht zu tief ins Glas und schläft dann im Auto. René Lippuner, Chef der Regionalpolizei Zurzibiet, sagt, was erlaubt ist und was nicht. Vier Szenarien.

Nadja Rohner
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Reagieren im Auto Schlafende auf Klopfzeichen nicht, ist die Polizei berechtigt, ein Fenster einzuschlagen. Angelo Zambelli

Reagieren im Auto Schlafende auf Klopfzeichen nicht, ist die Polizei berechtigt, ein Fenster einzuschlagen. Angelo Zambelli

Angelo Zambelli

Es ist kein Geheimnis: In der Fasnachtszeit trinkt man gerne mal ein Bier oder einen Zwetschgenlutz mehr, als gewöhnlich. Wer danach nicht mit Bus oder Taxi nach Hause fahren will, könnte versucht sein, im Auto zu übernachten.

Zwar herrschen für die Jahreszeit milde Temperaturen, mit laufender Heizung ist so ein Nickerchen aber gemütlicher.

Doch was passiert, wenn man dabei von der Polizei entdeckt wird? Kürzlich wurde ein 64-Jähriger aus der Region, der genau dies gemacht hatte, vom Vorwurf des «Fahrens im angetrunkenen Zustand» freigesprochen. Die az hat René Lippuner, Chef der Regionalpolizei Zurzibiet, gefragt, was trinkfreudige Fasnächtler beachten müssen.

Lippuner: «Das ist an sich kein Problem. Wenn die Polizisten aber auf einen Schlafenden aufmerksam werden, wecken sie ihn durch Klopfen an die Autoscheibe – um sicherzugehen, dass kein medizinisches Problem vorliegt, zum Beispiel Erstickungsgefahr durch Erbrochenes. Reagiert die Person nicht, könnte die Repol das Fenster einschlagen. Das Wohl des Menschen steht hier im Vordergrund.»

Lippuner: «In diesem Fall müssen wir davon ausgehen, dass das Auto dorthin bewegt wurde. Wir machen einen Alkohol- und Drogentest. Ist dieser positiv, zeigen wir den Schlafenden bei der Staatsanwaltschaft an. Diese entscheidet dann, ob sie Anklage erheben will. Zu beachten ist: Hat jemand bereits eine entsprechende Vorgeschichte mit Alkohol am Steuer, könnte ihm das negativ ausgelegt werden.»

Lippuner: «Oft sind es Anwohner, die uns auf diese Autoschläfer aufmerksam machen. Unnötiges Laufenlassen des Motors kann mit einer Ordnungsbusse geahndet werden – egal, ob man betrunken ist oder nicht.»

Lippuner: «Das würde ich lassen. Es könnte zu einer Anzeige wegen ‹Erregung öffentlichen Ärgernisses› kommen. Besonders, wenn es schon wieder Tag wird und Familien mit Kindern unterwegs sind. Sehen Kinder etwas, was sie nicht sehen sollten, ist das ein Offizialdelikt und muss von Amtes wegen verfolgt werden. »

Generell gelte bei der Regionalpolizei aber, jede Situation individuell zu beurteilen. «Die Beamten haben einen gewissen Ermessensspielraum», sagt Polizeichef René Lippuner.