Zurzibiet

Wie weiter mit dem Bahnlärm an der Rheintallinie?

Hauptthemen der letzten Planungsverbandssitzung des Jahres waren die Vernehmlassung zur Gesamtrevision des kantonalen Richtplans, der neuste Stand des Projekts Vision Zurzibiet sowie das weitere Vorgehen beteffend Vorgehen betreffend Bahnlärm.

Angelo Zambelli
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Rietheim

Rietheim

Aargauer Zeitung

Hauptthemen der letzten Planungsverbandssitzung des Jahres im Landgasthof Weisses Kreuz in Gippingen waren die Vernehmlassung zur Gesamtrevision des kantonalen Richtplans, der neuste Stand des Projekts Vision Zurzibiet sowie das weitere Vorgehen betreffend Bahnlärm an der Rheintallinie.

Beat Rudolf (Rietheim) sagte in Vertretung der betroffenen Bevölkerung, der Lärm der Güterwagen könne so nicht mehr geduldet werden. Bei den SBB müssten dringend Lärmsanierungsmassnahmen eingefordert werden. Die bisherigen Interventionen der Gemeinde Rietheim hätten nicht zum Erfolg geführt; jetzt müsse der Planungsverband die Sache an die Hand nehmen und dafür sorgen, dass sich die Situation verbessere.

Rudolf äusserte auch die Befürchtung, dass durch die Einführung des Halbstundentakts auf der Rheintallinie der Güterverkehr noch mehr in die Nachtstunden verlegt werde und die Anwohner dadurch noch stärker in ihrer Nachtruhe gestört würden.

Antrag zum neuen Rheinübergang

Bei der Revision des Richtplans wird der Planungsverband einige Punkte einbringen, die für den Bezirk von existenzieller Bedeutung sind. Beantragt wird, dass das untere Aaretal als Kernraum Wirtschaft ins Raumkonzept aufgenommen wird und dass bei der Ostumfahrung Bad Zurzach die Variante gestrichen und neu als Zwischenergebnis aufgeführt wird.

Weitere wichtige Begehren des Planungsverbandes sind die Aufnahme sowohl des Petersbergtunnels als auch des Baldeggtunnels als Zwischenergebnis sowie die Regelung der Standortentgeltung für Atomkraftwerke, der Doppelspur-Ausbau der Bahnlinie Turgi-Koblenz-Bad Zurzach und der Halbstundentakt auf der Rheintallinie.

Zum neuen Rheinübergang Koblenz brachte Heidi Wanner (Koblenz) den Antrag ein, der Übergang Koblenz Ost sei zu streichen und der Übergang Felsenau-Schmittenau auf der Stufe Vororientierung zu belassen. Ihre Begründung: Die Projekte für eine rasch realisierbare Teilverbesserung der Verkehrssituation auf beiden Seiten des Zolls seien fast fertig erstellt und könnten in absehbarer Zeit realisiert werden.

Zudem würde der Eintrag eines neuen Rheinübergangs Koblenz Ost im Richtplan als Vororientierung auf deutscher Seite einen Finanzierungsstopp für die kurzfristigen Projekte auslösen. Ein Eintrag des Übergangs Felsenau-Schmittenau auf der Stufe Vororientierung verschaffe auch grösseren Spielraum in den Verhandlungen mit der deutschen Seite.

Heidi Wanner stellte den Zusatzantrag, es sei eine Arbeitsgruppe einzusetzen, die sich mit einem Strauss von Fragen im Zusammenhang mit dem Bau eines neuen Rheinübergangs befasst: Wie sehen die Verkehrsströme aus? Was passiert, wenn der Übergang Koblenz verbessert wird? Wie verhalten sich die Fahrzeuglenker aus allen Richtungen? Wann kann mit dem Bau der Autobahn A98 gerechnet werden und wie sieht deren Weiterführung Richtung Schaffhausen und Zürich aus? Ist ein neuer Übergang am richtigen Ort für die zukünftigen Verkehrsströme, oder übernimmt die Region einmal mehr Lasten des Kantons Zürich und der deutschen Nachbarschaft? Und: Wo ist die Kantonsstrasse Klingnau-Koblenz beim Sachplan Strassen des Bundes eingetragen? Fragen, mit denen sich die neu zu bildende Arbeitsgruppe in den nächsten zwei Jahren zu befassen hat.

Parteien sollten sich einbringen

Zum Projekt «Vision Zurzibiet» haben bisher 20 Personen Stellung bezogen. Planungsverbandspräsident Felix Binder äusserte den Wunsch respektive die Forderung, dass sich die Bezirksparteien stärker in die Vernehmlassung einbringen. Diese läuft noch bis 14. Januar 2011.