Leuggern
«Wir wollen kein Burj al Arab»: Gegner der Asyl-Container machen mobil

Mit einer Beschwerdeflut sollen die geplanten Asyl-Container beim Hotel-Restaurant Bahnhof im Ortsteil Felsenau verhindert werden. Das wurde an einer Orientierung von Gegnern der Container am Dienstagabend deutlich.

Daniel Weissenbrunner
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Gianni Schön (rechts) vom Komitee «Asylcontainer Felsenau Nein» informiert die anwesenden Besucher über die weiteren Schritte.

Gianni Schön (rechts) vom Komitee «Asylcontainer Felsenau Nein» informiert die anwesenden Besucher über die weiteren Schritte.

Alex Spichale

Was im ersten Moment nach Ferien-Atmosphäre klang, hatte in Gianni Schöns Ausführungen herzlich wenig mit Urlaubsgefühlen zu tun. «Wir wollen hier kein Burj al Arab», sagte das Mitglied des Komitees «Asylcontainer Felsenau Nein» am Dienstagabend an der Informationsveranstaltung im Gemeindehaus.

Mit Burj al Arab meinte Schön nicht das Luxushotel in Dubai, sondern uncharmant die geplanten Asylcontainer im Ortsteil Felsenau.

Lange blieb es in der Gemeinde ruhig. Anders als seinerzeit in Bettwil oder vor kurzem in Safenwil. Doch mittlerweile ist der Ton auch in Leuggern rauer geworden.

Der Wind hat gedreht. Nach anfänglicher Zurückhaltung gegen die Container beim Hotel-Restaurant Bahnhof mit 100 Plätzen, formiert sich immer heftigerer Widerstand. Dass die Stimmung gekippt hat, war am Anlass offensichtlich und ist auch Markus Laube nicht entgangen. Er gehört zu den Initianten des Komitees. Die Orientierung hatte denn auch nur ein Ziel: Der Bau der Container soll unter allen Umständen verhindert werden.

Entsprechend aufgewühlt war die Stimmung. «Wenn das so weitergeht, werde ich meine Kinder nicht mehr alleine rauslassen», sagte ein besorgter Familienvater vor dem Gemeindehaus. Die Voten in Zeiten von Terror und Flüchtlingsströmen ähneln sich. Sei es in Bettwil, Safenwil oder jetzt in Leuggern.

Unbehagen und Unverständnis

Wie viele andere Bewohner ist auch Markus Laube in Sorge, dass das soziale Gleichgewicht im Ort aus der Balance geraten könnte. Der Unternehmer kennt die Verhältnisse in der Gemeinde. Er hat eine EDV-Firma. Seine Eltern wohnen in Felsenau gleich neben der vorgesehenen Unterkunft. «Sie befürchten, dass ihr Haus mit dem Einzug der Asylanten an Wert verliert.»

Laube spricht an, was viele Einträge auf der eigens aufgeschalteten Komitee-Facebook-Seite schriftlich festhalten und am Dienstagabend in der Diskussionsrunde zum Ausdruck kam. Es besteht ein grosses Unbehagen und eine noch grösseres Unverständnis gegenüber dem Kanton, der die Leuggermer in ihren Augen mit Asylsuchenden überflutet und vor allem überfordert.

Markus Laube weist den Vorwurf der Ausländerfeindlichkeit zurück. Im Komitee befänden sich keine Personen aus der rechten Ecke, sondern hauptsächlich besorgte Bürger. «Was die Leute aufregt ist die Verhältnismässigkeit.» Das müsse man endlich einmal zur Kenntnis nehmen. Es könne nicht sein, dass ein Ortsteil mit 180 Einwohnern, 150 Asylanten aufnehmen müsse.

Noch ist es nicht soweit. Nicht einmal die 50 Asylsuchenden im Hotel-Restaurant Felsenau sind bisher eingezogen. Und gegen die 100 zusätzlichen Plätze gleich daneben dürfte, sobald die das Baugesuch aufliegt, eine Beschwerdeflut auf den Kanton zukommen. Darüber bestehen nach der Veranstaltung keine Zweifel.

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