Bad Zurzach

Zurzacher Gemeinderat will die Fäden in der Hand behalten

Richtplan, Kauf des Fischer-Areals und revidierte Nutzungsplanung sollen für geordnete Entwicklung sorgen. Am meisten geben wird zur an der Gemeindeversammlung der Kauf des Arnold-Fischer-Areals für 3,9 Millionen Franken.

Angelo zambelli
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Mit einem Richtplan will der Gemeinderat Bad Zurzach verhindern, dass das Fischer-Areal rein profitorientiert genutzt wird.

Mit einem Richtplan will der Gemeinderat Bad Zurzach verhindern, dass das Fischer-Areal rein profitorientiert genutzt wird.

Angelo Zambelli

Die Exekutive schreibt dem 4746 Quadratmeter umfassenden, in der Kernzone liegenden Gebiet nördlich des Restaurants Schwert grosses Entwicklungspotenzial zu. «Die 3,9 Millionen Franken werden mit einem Bankdarlehen finanziert und belasten die Gemeinderechnung nicht», sagt Gemeindeammann Reto S. Fuchs. Er sieht sogar die Möglichkeit, Einnahmen zu generieren: «Die Finanzierung der 3,9 Millionen ist sehr, sehr günstig. Den zu erwartenden jährlichen Einnahmen von rund 230000 Franken stehen nur geringe Ausgaben gegenüber.» Mit dem Kauf des Fischer-Areals gehe die Gemeinde ein geringes Risiko ein, sagt Fuchs, erhalte aber die Chance, einen bedeutenden Mehrwert für den Flecken zu schaffen.

Das zur Diskussion stehende Fischer-Areal weist gemäss den Ausführungen des Gemeinderates keine Altlasten auf. Die Gebäude und Wohnungen sind in einem guten Zustand.

Mit dem Kauf des Areals will die Gemeinde eine rein profitorientierte Entwicklung verhindern. Zudem sei man bestrebt, so Ammann Fuchs, dass die Gemeinde die Fäden in der Hand behält und die Entwicklung im Sinne der Bevölkerung steuern kann.

Richtplan Bahnhofgebiet

Gleiches gilt auch für den Richtplan, den der Gemeinderat über das 47 Hektaren grosse Gebiet zwischen Schwertgasse und Bahnhofstrasse legen will. Für die Ausarbeitung des Richtplans wird der Gemeindeversammlung ein Verpflichtungskredit von 100000 Franken beantragt.

In Abstimmung mit der Abteilung Raumentwicklung im Departement Bau, Verkehr und Umwelt und mit der kantonalen Denkmalpflege soll eine städtebauliche Entwicklung mit einer gesamtheitlichen Bebauungsstruktur definiert werden. Wichtig ist dem Gemeinderat eine hindernisfreie Bauweise, ein guter Mix mit Wohnungen und Geschäften sowie die Durchlässigkeit zwischen den Achsen Bahnhofstrasse und Schwertgasse.

«Der Gemeinderat hat die Aufgabe, die bestehenden Gebäude aufzuwerten, aber auch den Wohnraum zu verdichten und zu modernisieren», sagt Gemeinderat Peter Lude. Die Schwierigkeit bestehe darin, diese beiden Aufgaben optimal aufeinander abzustimmen. Ziel des Richtplans für das rund 47 Hektar grosse Gebiet zwischen Schwertgasse und Bahnhofstrasse ist es, ein altersgerechtes, hindernisfreies Wohnen zu ermöglichen und das Gebiet zu einem attraktiven Teil des Fleckens werden zu lassen.

Planungsgrundlagen sind veraltet

Als «Dach für die künftige Entwicklung des Fleckens» bezeichnet Ammann Fuchs die Revision der Nutzungsplanung (Bauzonenplan und Kernzonenplan) sowie die im Laufe der Jahre notwendig gewordenen sprachlichen Anpassungen der Bau- und Nutzungsordnung.

Der Gemeinderat rechnet mit zwei bis drei Jahren bis zum Abschluss der Revision. Der Gemeindeversammlung wird ein Kredit von 190000 Franken beantragt.