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FCL-Mittelfeldspieler Tsiy Ndenge: «Wir müssen die Dummheiten abstellen»

Tsiy Ndenge spielt die dritte Saison in Luzern: Morgen (20.30) auswärts bei Servette fordert er den ersten Saisonsieg für sein Team.

Daniel Wyrsch

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Vom Verletzungspech verfolgt: Tsiy Ndenge ist glücklich, wieder spielen zu können.

Bild: Keystone/Walter Bieri (Luzern, 21. November 2020)

Von maximal möglichen 79 Spielen in der Super League hat Tsiy Ndenge nur 32 bestritten. Der 23-jährige Deutsch-Kameruner war oft verletzt. Zuerst erlitt er einen Innenbandanriss am linken Knie, im vergangenen Juni auch noch einen am rechten Knie. «Insgesamt neun Monate Verletzungspause verursachte die erste Verletzung, beim letzten Mal waren es nur noch drei Monate», erzählt Tsiy Ndenge. Der zentrale Mittelfeldspieler ist zu bemitleiden: Seit er vor knapp 2,5 Jahren von Borussia Mönchengladbach und nach dem Leihjahr beim niederländischen Klub Roda Kerkrade zum FC Luzern wechselte, hat er nicht weniger als zwölf Monate in der Rehabilitation verbracht.

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FCL-Mittelfeldspieler Tsiy Ndenge: «Wir müssen die Dummheiten abstellen»

Tsiy Ndenge spielt die dritte Saison in Luzern: Morgen (20.30) auswärts bei Servette fordert er den ersten Saisonsieg für sein Team.

Daniel Wyrsch

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Vom Verletzungspech verfolgt: Tsiy Ndenge ist glücklich, wieder spielen zu können.

Bild: Keystone/Walter Bieri (Luzern, 21. November 2020)

Von maximal möglichen 79 Spielen in der Super League hat Tsiy Ndenge nur 32 bestritten. Der 23-jährige Deutsch-Kameruner war oft verletzt. Zuerst erlitt er einen Innenbandanriss am linken Knie, im vergangenen Juni auch noch einen am rechten Knie. «Insgesamt neun Monate Verletzungspause verursachte die erste Verletzung, beim letzten Mal waren es nur noch drei Monate», erzählt Tsiy Ndenge. Der zentrale Mittelfeldspieler ist zu bemitleiden: Seit er vor knapp 2,5 Jahren von Borussia Mönchengladbach und nach dem Leihjahr beim niederländischen Klub Roda Kerkrade zum FC Luzern wechselte, hat er nicht weniger als zwölf Monate in der Rehabilitation verbracht.

Darum ist Tsiy Ndenge nun umso glücklicher, wieder spielen zu können. Doch der frühere deutsche U20-Nationalspieler ist vorsichtig geworden. «Ich muss geduldig bleiben, darf noch nicht alles riskieren. Bei der letzten Verletzung im Juni beim Testspiel gegen Lausanne wollte ich zu viel. Prompt hatte die Verletzungshexe schon wieder zugeschlagen.» Obwohl er im Sommer keine vollständige Vorbereitung absolvieren konnte, «läuft es mir dank der regelmässige Spiele und Trainings von Woche zu Woche besser», stellt er fest.

Verantwortung tragen und Einzelaktionen wagen

Der 1,88 Meter grosse Profi spürt, «dass der Trainer mir vertraut. Und auch die Mitspieler geben mir das Gefühl, über meine Qualitäten froh zu sein.» Er sieht sich als Mittelfeldspieler, der Verantwortung trägt und sich zutraut, mit Einzelaktionen einen Vorteil für die eigenen Farben herauszuspielen. Im Frühjahr hatte sich Tsiy Ndenge unter dem damals neuen Coach Fabio Celestini in den ersten fünf Rückrundenpartien mit total 13 Punkten in eine komfortable Position gespielt. Vor dem Restart nach der Coronapause blühte er wieder so richtig auf, ehe der erwähnte Innenbandanriss ihm einen Strich durch die Planung machte.

Derzeit jedoch ist er Teil eines deutlich unter den Erwartungen gebliebenen Teams. Nur drei Punkte aus sieben Ligaspielen sind enttäuschend für den FCL. «Das ist nicht genug», sagt Sportchef Remo Meyer über die Zählerausbeute, aber ebenso zur Offensivleistung der Mannschaft.

Bis dato harmoniert das Team nur in der Kabine

Mit Rückkehrer Filip Ugrinic haben die Luzerner acht neue Spieler geholt. Warum harmoniert das Team noch nicht? Tsiy Ndenge antwortet: «Menschlich passen wir super zusammen. Die Atmosphäre in der Kabine ist hervorragend, nur auf dem Platz greifen die Rädchen noch nicht ineinander.» Allerdings ist er überzeugt, dass die Basis vorhanden ist. «Nur müssen wir die eigenen Fehler und die Dummheiten abstellen. Wenn wir diese fehlenden fünf bis zehn Prozent noch hinkriegen, finden wir auch zum Siegen zurück.»

Ein Vollerfolg war bisher Fehlanzeige. Drei Unentschieden (zu Hause gegen Lausanne, St.Gallen und Vaduz) stehen vier Niederlagen (auswärts gegen Lugano, Basel, YB und Zürich) gegenüber. Das Nachholspiel gegen Sion steht am nächsten Mittwoch (18.15) in der Swisspor-Arena auf dem Programm. Vorher tritt der FCL morgen auswärts gegen Servette an. Die Genfer sind nach einer erfolgreichen ersten Saison zurück in der Super League, die sie auf Platz 4 abgeschlossen hatten, ebenfalls nicht gut aus den Startlöchern für die neue Spielzeit gekommen. Nach der eher unglücklichen 0:2-Niederlage am Mittwoch in Sion dümpelt Servette im unteren Tabellendrittel herum. Die Genfer stehen auf Rang 8, haben nur fünf Zähler in sechs Begegnungen gesammelt.

Mit einem Sieg könnte der neuntplatzierte FCL die Servettiens überholen. Tsiy Ndenge will nicht von einem Schlüsselspiel reden, sagt aber:

«Wenn man nach sieben Spielen noch keines gewonnen hat, dann ist es egal, ob Servette eine gute Mannschaft mit Qualität ist – wir müssen in Genf unbedingt siegen.»

Noch nicht bei 100 Prozent

Für den Befreiungsschlag im Stade de Genève braucht Luzern einen Ndenge, der handlungsschnell und dynamisch agiert. «Ich habe Stärken und Schwächen, allein von der Grösse her bin ich kein Messi.» Bei 100 Prozent sei er noch nicht angelangt, «aber ich fühle mich besser und werde mich steigern».

FCL ohne Schürpf und Carbonell

Beim FC Luzern kommt es im Vergleich zum 1:1-Unentschieden vom vergangenen Samstag gegen Aufsteiger FC Vaduz zu mehreren personellen Veränderungen. Im Mittelfeldzentrum ist der Spanier Alex Carbonell nach dem Platzverweis gegen Vaduz morgen gegen Servette gesperrt. An der Seite von Tsiy Ndenge dürfte deshalb Marvin Schulz im defensiven Mittelfeld spielen. Die beiden Ex-Gladbach-Profis hatten in der Vergangenheit auch schon auf diesen Positionen Ligapartien für Luzern bestritten – und dabei harmoniert.

Lucas Alves kehrt zurück

In Genf wird zudem Innenverteidiger Lucas Alves ins Team zurückkehren, der Brasilianer sass zuletzt eine Spielsperre ab. Gegen Servette wird Angreifer Pascal Schürpf nicht zur Verfügung stehen. Den 31-jährigen Basler plagen einmal mehr Probleme mit den Adduktoren.