Ein rundum gelungener Jodlerabend in Oberdorf

Traditionsgetreu lädt das Jodlercheerli Brisäblick zu zwei Konzerten im Jahr ein. Das erste begeisterte in der ausgebuchten Aula mit einem abwechslungsreichen Programm.
Rosmarie Berlinger

Das Jodlercheerli Brisäblick präsentiert seine Gesangskünste. (Bild: Rosmarie Berlinger, Oberdorf, 9. März 2019)

Wer Jodlerkonzerte besucht, kommt nicht allein in den Genuss von vielfältiger Gesangsunterhaltung, sondern lernt auch Land und Interpreten besser kennen. Diese Eigenschaften begleiteten das Konzert des Jodlercheerli Brisäblick am vergangenen Samstag in Oberdorf treffend. So reisten der Jodlerklub Heimelig Goldingen aus dem Kanton St. Gallen und das Jodlerquartett Alpenrösli aus dem bernischen Heimenschwand nach Nidwalden.

Besonders treffend die zwei Gastformationen näher vorzustellen, gelang Ansager und Aktivjodler Thomas Gabriel. Goldingen mit seinem 18-köpfigen Jodlerklub liege etwa fünf Kilometer östlich von Wald ZH und sechs Kilometer nordöstlich vom Zürichsee. Sie seien also knapp keine Zürcher, meinte er zum Lachen des Publikums. Die Klasse der «Nichtzürcher» in reiner Männerbesetzung kam in der Folge in den grossartig gesungenen Liedern und Naturjuiz zum Ausdruck. Besonders die Interpretation des «Tanzliedli», komponiert von ihrem Dirigenten Willi Valotti, zeigte die Qualitäten dieses Klubs.

Umgeben von Linden, Röthenbach im Emmental und Buchholterberg sei das Jodlerquartett Alpenrösli Heimenschwand auf der Karte zu finden, löste Thomas Gabriel die Herkunft dieser Gäste. Das stimmgewaltige Quartett feiert dieses Jahr sein 20-jähriges Bestehen mit einer neuen CD. «Nume nid gsprängt, aber gäng chli hü» oder «am beschte gfaud mier z Singe» waren Inhalte, die sie in ihren Liedern und weiteren Vorträgen zum besten gaben.

Grosse und kleine Jodler

«Unter der Leitung unserer jungen Dirigentin Antonia Gasser haben wir unsere Jodlerabende mit viel Herzblut und Freude vorbereitet», erklärte Albert Lussi, Präsident des Jodlercheerli Brisäblick, in seiner Begrüssung. Mit dem Lied «Herbschtwanderig», einem Gemeinschaftswerk der Buochser Jodler Sepp Herger (Musik) und Tobias Herger (Text), setzten sie den gelungenen Auftakt. In Vorträgen wie «Dr Bürgästöckler» von Fredy Wallimann, «Dr Wägbegleiter» von Adrian Ettlin oder «Dr Hornleiter» von Andreas Käslin bewiesen die Brisäblickler erneut ihre Stärke und Vorliebe zum Naturjuiz. Doch was wäre ein Konzert der grossen Jodler ohne den Nachwuchs, der im Kinderjodlercheerli Brisäblick unter der Leitung von Patricia Dahinden jeweils Können und Ausstrahlung auf den Punkt bringt? 43 Mädchen und Buben, am Akkordeon begleitet von Monika Zumbühl, begeisterten mit heimeligen Liedern und auch Naturjuiz. Aber auch nach Darbietungen «Uf em Bänkli vor em Huisli», «Ä schene Traim» von Hannes Fuhrer und «De Gemsjäger» von Ruedi Rymann liess das Publikum die Jungen nicht ziehen. Mit Zugaben «Uf heche Bärge» und «Em Sepp sey Chatz» wurde das Publikum für den langen Applaus honoriert.

Der Jodlerklub Wiesenberg und die Spycherlijodler Eggiwil aus dem Emmental gehören nebst den Gastgebern Jodlercheerli Brisäblick und Kinderjodlercheerli Brisäblick zu den Interpreten des zweiten Konzertes. Dieses findet am 16. März um 20 Uhr statt, ebenfalls in der Aula Schulhaus in Oberdorf.