Brennstoffzelle bleibt ein Thema

BMW will 2022 ein Wasserstoff-Auto in Kleinserie bringen. Dafür kooperieren die Bayern mit Toyota.

Philipp Aeberli
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Der Brennstoffzellen-Antrieb passt in die bestehende Fahrzeug-Architektur.

Der Brennstoffzellen-Antrieb passt in die bestehende Fahrzeug-Architektur.

HO

«Wir sind überzeugt, dass künftig verschiedene alternative Antriebsformen nebeneinander existieren werden», sagt Klaus Fröhlich, Entwicklungsvorstand der BMW AG. «Der Wasserstoff-Brennstoffzellen-Antrieb kann langfristig eine vierte Säule in unserem Antriebsportfolio werden», ergänzt er – und verweist insbesondere auf die grossen SUV der X-Baureihe. Hier soll der Antrieb mittels Brennstoffzelle, welche Wasserstoff in Strom umwandelt, besonders passend sein. Zwar sieht BMW in naher Zukunft keine Chancen für ein Brennstoffzellen-Auto in Serienproduktion; dafür müsste nicht nur die Tankstellen-Infrastruktur wachsen, sondern auch die Produktion von Wasserstoff in ausreichender Menge und auf nachhaltige Weise gegeben sein. Trotzdem forscht und entwickelt der Hersteller, um bei Bedarf entsprechende Modelle auf den Markt bringen zu können. Zeugnis dieser Bemühungen ist der seriennahe i Hydrogen Next auf Basis des X5. Er soll 2022 als Kleinserie auf die Strasse kommen; eine Serienproduktion soll frühestens in der zweiten Hälfte des Jahrzehnts erfolgen.

Antriebskomponenten des Wasserstoffantriebs.

Antriebskomponenten des Wasserstoffantriebs.

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Die Brennstoffzelle kann eine Leistung von 125 kW (170 PS) erzeugen. Dank zwei Wasserstofftanks mit zusammen 6 kg Speicherkapazität, die mit 700 Bar binnen drei bis vier Minuten betankt werden können, sollen «grosse Reichweiten bei allen Wetterbedingungen» garantiert sein. Für mehr Dynamik sorgt eine Pufferbatterie, die Energie beispielsweise für Überholmanöver speichern kann; so stehen kurzzeitig bis zu 275 kW (374 PS) zur Verfügung.

Im Antriebsstrang kommen auch Komponenten aus der Entwicklungszusammenarbeit mit Toyota zum Einsatz: Schon seit 2013 kooperieren die beiden Unternehmen, um den Wasserstoffantrieb voranzutreiben. Diese Zusammenarbeit wollen Toyota und BMW fortsetzen und damit eine modulare Komponente erarbeiten.