Skoda

Die clevere Lösung

Vom Skoda Yeti gibt es neu zwei Modelle, wir haben im Test der Outdoor-Variante auf den Zahn gefühlt.

Markus Chalilow
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Skoda Yeti Outdoor

Skoda Yeti Outdoor

HO

Der Skoda Yeti ist seit seiner Einführung am Salon Genf 2009 in der Schweiz ein beliebtes Modell. Die Mischung aus SUV und Kombi hat in den letzten vier Jahren eine ganze Menge Käufer gefunden. Mit der Neuauflage haben die Tschechen nun eine Diversifizierung vorgenommen. Da gibt es den «normalen» Yeti, der optisch zurückhaltend gehalten wurde. Und die Outdoor-Variante mit farblich abgesetztem Unterfahrschutz und anderen Offroad-Insignien. Im Test stand der Parade-Yeti schlechthin, ein «Outdoor» mit 140 Diesel-PS, automatischem Doppelkupplungsgetriebe und 4×4.
Zwei Dinge haben beim Yeti bereits zu Testbeginn besonders überzeugt. Der Skoda hat richtig grosse Fenster. Fast schon ungewohnt, man fühlt sich schon beinahe wie im Aquarium. Aber das hat natürlich Vorteile, die Übersichtlichkeit der Karosserie ist sehr gut. Und auch Kinder in ihren Sitzen können die vorbeiziehende Landschaft geniessen. Und auch sonst passt innen alles. Dank der Höhe des Autos (164,5 cm) entsteht ein luftiges Raumgefühl. Man fühlt sich wohl im Yeti, auch, weil er so einfach zu bedienen ist. Alles ist am rechten Ort – ein typischer Skoda also. An der Optik dürften sich die Geister eher scheiden, denn das Box-Design gefällt, oder eben nicht. Grossartige Vorteile ergeben sich ob der eher kantigen Optik allerdings nicht: Mit einem Kofferraumvolumen von 405 bis 1760 Litern packt der Yeti auch nicht mehr weg als ein ordentlicher Kombi. Eine Hundebox passt nur rein, wenn das geliebte Haustier klein ist. Aber, das Varioflex-Sitzsystem ist schon toll, man kann alle Sitze im Fond einzeln abklappen oder herausnehmen. Und entfernt man den Mittelsitz, haben die beiden Fondpassagiere richtig viel Platz. So was Ähnliches bietet Opel beim Meriva oder Mazda beim 5er aber auch.
Die zweite positive Überraschung ist die Heizung des Skoda. Denn vor allem Dieselfahrzeuge mit ihrem geringen Verbrauch haben oft Mühe, den Innenraum bei grosser Kälte in nützlicher Frist zu temperieren. Im Skoda geht das fast so schnell wie in einem Benziner. Hier kann der Zwei-Liter-Diesel im Yeti punkten. Und ganz schön kräftig ist er auch. Die 140 PS reichen, um den 422 cm langen Yeti flott in Fahrt zu bringen. Also so rassig, wie man das als Skoda-Fahrer erwartet. Womit wir direkt bei den Fahrleistungen und somit auch beim Verbrauch sind: Im Schnitt verbrauchten wir trotz tiefer Temperaturen 6,7 Liter Diesel pro 100 Kilometer.
Noch ein paar Worte zum Fahrverhalten. Grundsätzlich ist der Yeti sehr komfortabel abgestimmt. Allerdings federt das Modell mit Allradantrieb nicht ganz so souverän wie die Versionen mit Vorderradantrieb, welche in der Schweiz natürlich auch angeboten werden. Aber das ist typisch für alle Fahrzeuge des VW-Konzerns mit 4×4. Offenbar will man mit dem strafferen Setup fürs Gelände gerüstet sein. Denn der gefahrene Yeti heisst nicht nur Outdoor, er kann auch: Offroad. Zumindest so viel, wie es ein durchschnittlicher Nutzer verlangen wird. Dank ESP und einem speziellen Offroadfahrprogramm lässt sich der Yeti abseits befestigter Wege locker bewegen.
Allerdings hat die Summe der positiven Eigenschaften ihren Preis. Die ehemalige Billigmarke aus dem Osten ist höchstens noch günstig. Die 21’090 Franken als Grundgebot für einen Yeti lesen sich fein, aber für dieses Geld gibt es weder 4×4 noch Automatik und 105 PS aus einem 1200er-Benziner. Drum wollen wir nicht vergessen zu erwähnen, dass unser Testwagen stolze 40’130 Franken gekostet hat. Und das mit Stoffsitzen.