Der Grandland X Hybrid4 will ein SUV sein, mit dem man auf dem kurzen Arbeitsweg ins Büro die Vorzüge rein elektrischen Fahrens geniessen kann, dessen Hybrid-Antrieb aber auch längere Ausflüge am Wochenende erlaubt.
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Optisch unterscheidet sich der Plug-In-Hybrid nur durch den Schriftzug von seinen konventionell angetriebenen Brüdern.
Obwohl die Technik vom Peugeot 3008 stammt, ist das Interieur eigenständig. Es wirkt aufgeräumt und ist einfach zu bedienen.
Wer das SUV nur gelegentlich für die Langstrecke benutzt, bekommt in ihm einen zuverlässigen und sparsamen Begleiter für den Alltag, ohne dabei Angst haben zu müssen, mit leeren Batterien liegenzubleiben.

Der Grandland X Hybrid4 will ein SUV sein, mit dem man auf dem kurzen Arbeitsweg ins Büro die Vorzüge rein elektrischen Fahrens geniessen kann, dessen Hybrid-Antrieb aber auch längere Ausflüge am Wochenende erlaubt. 

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Ein SUV für fast alle Fälle

Der Opel Grandland X Hybrid4 will die Vorteile des Elektroantriebs mit der Reichweite eines Verbrenners kombinieren

Georg Ueding
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Alternative Antriebe haben es nicht leicht. Die Akzeptanz ist vielerorts noch gering, die Bedenken aufgrund fehlender Lade-Infrastrukturen und teils geringer Reichweiten gross. Die Gesamtzahl der in der Schweiz neu zugelassenen Fahrzeuge mit alternativen Antrieben hat sich zwar von 2018 auf 2019 fast verdoppelt, beträgt aber noch immer nur 13%. Besonders in ländlichen Regionen vertraut man lieber noch auf herkömmliche Antriebe.

Nichtsdestotrotz bringen viele Hersteller vermehrt rein elektrische oder Hybridangetriebene Modelle auf den Markt, nicht zuletzt, um den gesetzlich festgelegten Flottendurchschnitt von 95g CO2 zu erreichen. So auch Opel mit dem SUV Grandland X Hybrid4. Ein 1.6L Benzinmotor treibt mit der Unterstützung eines Elektromotors die Vorderachse an, ein weiterer Elektromotor sitzt an der Hinterachse. Zusammen kommen die drei Motoren auf eine Systemleistung von 300 PS. Dank integrierter 13,2 kWh-Batterie will der Opel laut WLTP 59 km rein elektrisch zurücklegen können. Der Verbrauch liegt bei 1,2-1,7 l/100km laut WLTP.

Das Gesamtkonzept klingt schlüssig: Ein Auto, mit dem man auf dem kurzen Arbeitsweg ins Büro die Vorzüge rein elektrischen Fahrens geniessen kann, dessen Hybrid-Antrieb aber auch längere Ausflüge am Wochenende erlaubt. Klappt das?

Rein elektrisch ins Büro

Wenn die Batterie geladen ist, startet der Grandland X automatisch im „Electric“-Modus. Je nach Leistungsanforderung bewegen einer oder beide E-Motoren den SUV flott vorwärts. Im städtischen Betrieb ist man damit herkömmlichen Verbrennern deutlich überlegen, dank Verzögerungsfreiem Antritt lässt es sich zügig durch den Berufsverkehr manövrieren. Gewöhnt man sich eine vorausschauende Fahrweise an, kann man im Rekuperations-Modus fast ohne Bremspedal auskommen: Der Opel nutzt dann die E-Motoren zur Energierückgewinnung und bremst so das Fahrzeug ab, gleichzeitig wird die Batterie geladen. Solange man keine längere Strecke zurücklegen muss, lässt sich der Grandland tatsächlich emissionsfrei bewegen und steht einem Elektroauto in nichts nach. In der Praxis sind statt der angegebenen 59 km zwar nur rund 45 km drin, für den durchschnittlichen Arbeitsweg reicht das aber aus. Zusätzlich überzeugen der kleine Wendekreis und gute Übersicht.

Wenn es um längere Reichweiten geht, weisen viele Hersteller gerne darauf hin, dass der durchschnittliche Europäer nur 40 km pro Tag fährt. Dennoch gibt es genug Menschen, die mit dem Auto auch hin und wieder längere Strecken zurücklegen.

Genau dafür will der Plug-In-Hybrid die Lösung sein: Im Hybridmodus wird der Benzinmotor nach Bedarf zugeschaltet und so die Reichweite erhöht. Nach wie vor unterstützen beide Elektromotoren den Verbrenner tatkräftig, vor allem bei der Beschleunigung oder im Stop-and-go.

Nicht immer sparsam

Das senkt theoretisch auch auf längeren Strecken den Verbrauch – solang die Batterie voll ist. Zwar wird diese per Rekuperation oder über den Benzinmotor immer wieder geladen, hat man allerdings am Zielort keine Auflademöglichkeit, ist die Batterie spätestens für die Rückfahrt leer. Dann muss der Verbrenner das zusätzliche Gewicht, das durch Batterie und E-Motoren vorhanden ist, allein bewegen. Das Resultat ist ein deutlich höherer Verbrauch, als ihn andere Fahrzeug dieser Klasse haben: Im Test waren es durchschnittlich 10,2 l/ 100km, die der Hybrid auf der Autobahn verbrauchte – weit mehr als die 7,2-8,4 l/100 km, die auf ähnlicher Strecke mit vollen Batterien erreicht wurden. Für Langstrecken-Vielahrer ist der Hybrid daher nicht optimal, auch wenn ein grosszügiges Platzangebot, bequeme Sitze und sehr gute LED-Scheinwerfer sonst dafür sprächen.

Ob der Opel Grandland X Hybrid4 also der perfekte Kompromiss aus Elektroantrieb und Verbrenner ist, hängt vom Nutzer ab. Wer das SUV tatsächlich nur gelegentlich für die Langstrecke benutzt, bekommt in ihm einen zuverlässigen Begleiter für den Alltag, ohne dabei Angst haben zu müssen, mit leeren Batterien liegenzubleiben. Das Zusammenspiel der drei Motoren funktioniert zuverlässig und arbeitet kaum merklich im Hintergrund.

Dazu ist der Grandland X Hybrid4 erfreulich günstig: Der Basispreis liegt bei 49 900 Franken, dafür bekommt man Allrad und Assistenzsysteme, sogar eine -etwas veraltete- 360°-Kamera. Ein Vergleich ist allerdings schwierig: In gleicher Grössenordnung und Ausstattung gibt es bislang bis auf den technisch verwandten Peugeot 3008 kaum Konkurrenz.

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