Porsche Macan GTS

Gesunder Mittelweg

Zwischen Porsche Macan S und Turbo liegt neu der GTS. Das Sport-SUV im Test.

Philipp Aeberli
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Für jeden das Richtige: Porsche weiss, wie man die Kunden zufrieden macht. Mit zahlreichen Modellvarianten, die die Entscheidung für das richtige Modell erleichtern sollen. Beim Porsche Macan gab es bis anhin, nebst dem Diesel, zwei Sechszylinder-Benziner: Macan S mit 340 PS aus drei Litern Hubraum und das Topmodell Macan Turbo mit 400 PS aus 3,6 Litern Hubraum. Wenn 340 PS zu schwach sind, der Turbo mit 102 300 Franken Grundpreis aber dann doch zu teuer ist, dann ist wohl der neue GTS die richtige Wahl.
Mit einem Grundpreis von 89 800 Franken liegt der preislich genau zwischen den beiden bisherigen Varianten.

Abgespeckt oder aufgepeppt?

Die GTS-Modelle habe sich im Porsche-Programm einen festen Platz verdient. Sie sind so etwas wie der perfekte Kompromiss. Sie bieten gesteigerte Fahrdynamik, nachgeschärfte Optik und etwas mehr Leistung – ohne dabei preislich in die Regionen des teuren Turbos vorzudringen. Mit 360 PS und 500 Nm Drehmoment ist der Macan GTS sportlich unterwegs, 0–100 km/h schafft er in 5,2 Sekunden. Im Alltag erfreut der gute Geräuschkomfort innen, der solide Geradeauslauf und die sehr langstreckentaugliche Federung. Den Werksverbrauch von 9,2 l/100 km verfehlt der Macan GTS im Test zudem nur knapp: 9,6 Liter Benzin mussten im
Schnitt nach 100 Kilometern nachgetankt werden. Das geht in Ordnung, denn schliesslich hat der Macan GTS bei Bedarf auch eine andere Seite.

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Als Porsche beherrscht er auch die sportliche Gangart tadellos. Natürlich kann ein fast zwei Tonnen schweres, hochbauendes SUV niemals bieten, was ein echter Sportwagen bieten kann. Doch was die Technik ermöglicht, ist trotzdem erstaunlich. Der Wandel geschieht, wie inzwischen üblich, per Knopfdruck. Getriebe, Fahrwerk und Auspuffklang lassen sich einstellen. Bei geöffneter Klappe röhrt der V6 angriffslustig aus den vier Endrohren, was schon viel zum Fahrerlebnis beiträgt. Das Getriebe kann manuell über schnell reagierende Schaltwippen geschaltet werden, oder man überlässt die Gangwahl der tadellosen Automatik.
Beim Fahrwerk bieten sich dem Piloten gleich drei Einstellmöglichkeiten. «Normal», «Sport» oder «Sport Plus». Die sportlichste Einstellung taugt allerdings fast nur für topfebene Rennstrecken, sollte man das SUV tatsächlich mal dahin entführen. Für öffentliche Passstrassen scheint «Sport» deutlich besser geeignet, da das Fahrwerk so noch genügend Reserven hat und deutlich souveräner arbeitet. So kommt auch auf kurvigen Strecken guter Fahrspass auf, zumal auch die Bremse ohne Ermüdungserscheinungen mitmacht, wie sich das eben für einen Porsche gehört.
Damit ist der Macan GTS eindeutig ein Schritt nach oben. Den deutlich teureren Turbo vermisst man kaum. Zumal auch ein sehr sportliches SUV seine sportlichen Talente im Alltag nur
selten zeigen darf und kann. Viel mehr geht es um Kofferraumvolumen, Platzangebot
und Fahrkomfort. Und da kann der Macan GTS genauso überzeugen, wie sein stärkerer Bruder. Auch hier weiss man eben bei Porsche, wie man die Kunden zufrieden macht.