Mit Strom, Charme und Dynamik

Der erste Mini mit E-Antrieb im Test: Funktioniert Mini auch mit Strom?

Philipp Aeberli
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Mini Cooper SE

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Bild: HO

Wer einen Mini kauft, kauft nicht nur ein Auto, sondern auch ein Lebensgefühl. Der Mini, gerade als kompakter Dreitürer, will ein wendiger Stadtflitzer sein, jung und dynamisch mit einer guten Dosis Sportlichkeit, die durch die Rallyerfolge in der Vergangenheit untermauert wird. Wichtiger als die Vergangenheit wird aber auch für Mini der Schritt in die Zukunft: Ohne elektrifizierte Antriebe kann auch die britische BMW-Tochter die immer schärfer werdenden CO2-Gesetzte nicht erfüllen. Im grösseren Countryman lässt sich problemlos ein komplexer Plug-in-Hybrid unterbringen. Für den kleinen Dreitürer gibt es aber nur eine Lösung: voll elektrisch!

Die Bausteine dafür sind im BMW-Konzern vorhanden. Der Antrieb aus dem BMW i3 findet im Dreitürer Platz und beschert ihm 183 PS und 270 Nm Drehmoment – fast genauso viel, wie der Cooper S mit Benzinmotor an die Vorderräder bringt. Damit lässt sich der Mini Cooper SE durchaus sportlich flink bewegen – weil das maximale Drehmoment immer sofort ansteht und die Batterien tief im Fahrzeug verbaut sind, was den Schwerpunkt absenkt. Auf der anderen Seite muss man dafür die sehr straffe Federung erdulden, welche vor allem auf schlechten Strassen für Unruhe sorgt. Das ist aber beim Benziner nicht anders.

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Grosses Thema, wie bei jedem E-Auto, ist natürlich die Reichweite. Mini prognostiziert 235 bis 270 km laut WLTP-Messung. Im Alltag sollte man mit rund 210 Kilometern rechnen. Damit setzt der Mini keine Bestwerte – im Opel Corsa e beispielsweise sind auch 300 Kilometer möglich –, doch wer den Kleinen hauptsächlich in der Stadt bewegt und idealerweise zu Hause oder am Arbeitsplatz aufladen kann, wird damit gut zurecht kommen. Irritierend ist lediglich die Reichweitenangabe im neuen, digitalen Tachoinstrument. Sie richtet sich nach dem Verbrauch der letzten Kilometer und gibt daher stets wechselnde Prognosen ab; meist ist sie aber eher pessimistisch und man kommt weiter, als es die Elektronik voraussagt. Mit einem Grundpreis von 39900 Franken ist der Mini kein Schnäppchen – vor allem mit Blick auf die gebotene Reichweite. Legt man aber Wert auf Design und Fahrspass, ist der Mini auch als Stromer interessant.