Der Renault Twingo kommt nun auch mit reinem E-Antrieb. Der E-Twingo ist allerdings keine direkte Kopie des Smart EQ ForFour: Der kleine Franzose hat mehr Batteriekapazität als der Smart und wiegt weniger.

Der Renault Twingo kommt nun auch mit reinem E-Antrieb. Der E-Twingo ist allerdings keine direkte Kopie des Smart EQ ForFour: Der kleine Franzose hat mehr Batteriekapazität als der Smart und wiegt weniger.

HO

Planänderung: Der Twingo wird elektrisch

Der Twingo wird zum siebten E-Auto von Renault - obwohl das so nicht geplant war.

Georg Ueding
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Nun also doch: Der Renault Twingo kommt auch mit reinem E-Antrieb. Und das obwohl Renault 2014 bei der Präsentation des kleinen Stadtwagens nichts von einem Stromer im Twingo-Format wissen wollte. Doch um die strikten Co2-Vorgaben zu erfüllen, müssen die Franzosen elektrifizieren, wo es nur geht: Der Twingo ist das nunmehr siebte rein elektrisch angetriebene Auto, das von den Franzosen entwickelt wurde.

Der E-Twingo ist allerdings keine direkte Kopie des Smart EQ ForFour, auch wenn man das aufgrund der Kooperation von Daimler und Renault bei der Herstellung der beiden Autos zunächst vermuten könnte: Der kleine Franzose hat nicht nur mehr Batteriekapazität als der Smart (21 statt 17,6 kWh), er wiegt mit 1112 kg Leergewicht auch noch 164 kg weniger. So kommt er auf eine Reichweite von 180 km im WLTP Zyklus und fährt damit fast 40 km weiter als der Smart. Damit ist der Twingo Z.E. als Stadtauto bestens ausgerüstet, mit einer Höchstgeschwindigkeit von 135 km/h sind auch Autobahnetappen gerade noch möglich.

Bei der Technik greift Renault auf seine eigene Expertise im Elektro-Bereich zurück: Der gesamte Antriebsstrang -also Motor, Getriebe und sogar das Ladegerät- des Twingo stammt aus dem grösseren Zoe, zusätzlich ist die Batterie für bessere Effizienz wassergekühlt. Der Elektromotor liefert 82 PS und schafft so den innerstädtischen Sprint von 0 auf 50 km/h in weniger als 5 Sekunden.

Nützliche Fähigkeiten für die Stadt

Für den Stadtverkehr hat der kleine Stromer ein paar nützliche Fähigkeiten: Weit aussen positionierte Räder sorgen für einen Wendekreis von gerade einmal 8,6 m. Im „B-Modus“ kann der Fahrer über drei Stufen die regenerative Bremswirkung einstellen und so in der Stadt die Motorbremse nutzen und dabei gleichzeitig die Batterie laden - das Bremspedal bleibt dabei unbenutzt. Ausserdem kann man über den Bordcomputer Ladezeiten vorprogrammieren, um so zum Beispiel nachts zu günstigeren Tarifen zu laden. Über eine App kann man während des Ladens den Zustand der Batterie überprüfen oder Klimaanlage und Heizung fernsteuern. Mit dem „E.V. Routenplaner“ lassen sich längere Fahrten vorab simulieren, um unterwegs benötigte Ladestation einzuplanen. Eine nützliche Funktion, die dem Fahrer viel Kopfschmerzen erspart.

Mit dem Zoe hat Renault das derzeit in der Schweiz meistverkaufte E-Auto auf im Angebot. Auch der Twingo Z.E. scheint vielversprechend: Mit mehr Reichweite als der vergleichbare Smart, erprobter Technik aus dem Zoe und cleveren Lösungen für das Laden und Manövrieren in engen Innenstädten dürfte auch er in seinem Segment erfolgreich sein. Zumal der Basispreis höchstwahrscheinlich unter dem des Smart EQ ForFour liegen wird, der aktuell bei 30 100 Franken startet. Auf die Strasse rollt der Twingo Z.E. aber voraussichtlich erst Ende 2020, während der Smart EQ Forfour bereits zu haben ist.

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