Spuren der Zeit

Audi baut den Q5 auch als Plug-in-Hybrid. Überzeugt die Mischung aus Stromer und Benziner im Test?

Philipp Aeberli
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Der Q5 TFiSe ist der erste Vertreter der neuen Plug-in-Modelle von Audi.

Der Q5 TFiSe ist der erste Vertreter der neuen Plug-in-Modelle von Audi.

Bild: zvg

Die Autobranche ist eine schnelllebige Welt. Das sieht man sofort, wenn man im neuen Audi Q5 55 TFISe Platz nimmt. Zwar wirkt alles grundsolid und sauber verarbeitet, doch wirken Navigation und Bedienung im Vergleich zu den neuesten Modellen von Audi und von anderen Herstellern etwas angestaubt, obwohl der Audi Q5 in seiner derzeitigen Form erst seit 2017 am Markt ist.

Das lenkt ein wenig davon ab, dass der 55 TFSIe einen grossen Schritt in die Zukunft machen will und die Elektrifizierung bei Audi weiter vorantreibt. Denn noch sind nicht alle Kunden bereit, auf ein reines Elektroauto zu wechseln. Insofern kann ein Teilzeitstromer ein gutes Mittel sein, um den Autofahrer ans Fahren mit Strom zu gewöhnen – damit er vielleicht eher auf ein reines E-Auto umsteigen kann und will. Bis es so weit ist, bieten Modelle wie der Q5 die Möglichkeit, zumindest kurze Strecken rein elektrisch zu fahren. Die Batterie mit 14,1 kWh Kapazität soll dem Audi Strom für mehr als 40 Kilometer rein elektrische Fahrt geben. Im Test, bereits bei winterlicher Kälte und auf Winterreifen, waren es meist 25 bis 30 Kilometer, bis der Verbrennungsmotor einspringen musste. Hier verbaut Audi einen 2-Liter-Benziner mit 252 PS; zusammen mit der E-Maschine kommt der SUV auf eine Systemleistung von 367 PS, die gegen 2,3 Tonnen Leergewicht ankämpfen muss.

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Das hohe Gewicht ist leider auch beim Fahrwerk spürbar; die Luftfederung kann die starke Neigung zum Wanken in Kurven kaum wirkungsvoll unterbinden. So wirkt der Q5 etwas ungelenk; dafür überzeugt der Antrieb dank E-Unterstützung durch spontane Gasannahme. Auch wenn die Batterie vermeintlich leergefahren wurde, behält der Q5 noch etwas Strom in Reserve, um jederzeit beim Beschleunigen unterstützen zu können.

Für Langstrecken nur bedingt geeignet

Theoretisch könnte man den Plug-in-Hybrid ohne Benzinverbrauch bewegen. Allerdings nur, wenn man regelmässig Zugang zu einer Ladestation hat und nur auf Kurzstrecken unterwegs ist. Ist die Batterie leer, verbraucht der Allradhybrid rund 7,5 l/100 km, mit häufigem Nachladen kann man diesen Wert Stück für Stück nach unten drücken – und vielleicht auch die Werksangabe von 2,2 l/100 km erreichen. Wer allerdings mehr auf Langstrecken unterwegs ist, dürfte mit einem Diesel weiterhin besser bedient sein; denn mit einem Grundpreis von 76 000 Franken ist der aufwendige Hybrid keine günstige Alternative.

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