BALD REGIERUNGSPRÄSIDENT
Beat Jans will Leute über soziale Medien erreichen: «Aber nicht wie Trump»

Daten des Basler Statistischen Amts zeigen, nur die Hälfte der Bevölkerung fühlt sich von ihrer Regierung vertreten. Beat Jans, der in wenigen Tagen sein Amt als Regierungspräsident übernimmt, sagt, wie er das ändern möchte.

Silvana Schreier
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«Wir als gewählte Vertreter der Bevölkerung müssen dafür sorgen, dass wir uns um ihre Anliegen kümmern», sagt Beat Jans.

«Wir als gewählte Vertreter der Bevölkerung müssen dafür sorgen, dass wir uns um ihre Anliegen kümmern», sagt Beat Jans.

Nicole Nars-Zimmer

«Wie gut werden Ihre Anliegen vom Basler Regierungsrat und dem Grossen Rat vertreten?» Dieser Frage ging das Statistische Amt von Basel-Stadt unter anderem nach. Die Befragung wurde mittlerweile im Rahmen der Legislaturplanindikatoren publiziert. Diese dienen dazu, die formulierten Ziele des Regierungsrates zu überprüfen.

Die neusten Werte rund um die Einschätzung der Regierung durch die Bevölkerung stammen von 2019. 50 Prozent der befragten Personen fühlen sich sehr oder eher gut von den Behörden vertreten. Vier Jahre zuvor waren dies knapp weniger als 70 Prozent. Und 2011 zeigte sich über 70 Prozent der Befragten zufrieden mit der Vertretung durch die Behörden. Kurz gesagt: Dass sich nur die Hälfte der Bevölkerung ausreichend vertreten fühlt, entspricht dem Tiefpunkt dieser Auswertungen seit 2003.

Leute über soziale Medien erreichen

«Das muss man sehr ernst nehmen», sagt Beat Jans. Er wird in wenigen Tagen sein Amt als Regierungsratspräsident von Basel-Stadt antreten. Diese Entwicklung der Zahlen hält er für «beunruhigend». Jans: «Wir als gewählte Vertreter der Bevölkerung müssen dafür sorgen, dass wir uns um die Anliegen der Baslerinnen und Basler kümmern.»

Für Jans könnte der Grund für die rückläufigen Zahlen in der Informationskultur der Bevölkerung liegen. «Während den grossen Medien die Einnahmen wegbrechen, gewinnen die sozialen Medien laufend dazu», sagt er. Deshalb sei es schwieriger, die Menschen zu erreichen. Die Information über die sozialen Medien verlaufe oft einseitig und unvollständig. Jans sagt:

«Ich habe kein Patentrezept parat, aber in der Medienpolitik muss etwas passieren.»

Jans selbst möchte sich als Regierungspräsident nahbar zeigen. Er will in den sozialen Medien präsent sein und so den Austausch mit den Baslerinnen und Baslern pflegen. Ein Regierungsmitglied auf Twitter, Facebook und Instagram? Laut Jans zeigen Beispiele anderer Städte, dass dies gut funktionieren kann. «Keine Angst, ich mache es nicht wie Trump», sagt der SP-Politiker und lacht. Vielmehr wolle er auf den Plattformen veranschaulichen, was der Regierungsrat mache.

Einen Schwerpunkt legt Jans denn auch auf Partizipation. Zwar sei in der Kantonsverfassung festgehalten, dass die Bevölkerung bei Entscheiden miteinbezogen werden soll. «Aber das kann man in Basel-Stadt noch besser organisieren», so Jans. Er möchte gerade bei Entwicklungsarealen stärker auf die Wünsche und Bedürfnisse der Baslerinnen und Basler eingehen. Gehen die Pläne von Jans auf, sollte der Basler Regierungsrat bei der nächsten Befragung zu den Legislaturplanindikatoren in vier Jahren besser abschneiden.

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