Regierungswahlen

10 Kandidierende, 10 Mal Wahlkampf: So war das Podiumsgespräch mit den Kandidierenden

Am 25. Oktober finden die Regierungswahlen in Basel-Stadt statt. Die Handelskammer beider Basel holte am Podiumsgespräch alle Regierungsratskandidierenden auf die Bühne.

Silvana Schreier
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Die Herausforderinnen Esther Keller (GLP, links) und Stephanie Eymann (LDP, rechts) mit Regierungspräsidentin Elisabeth Ackermann (Grüne).

Die Herausforderinnen Esther Keller (GLP, links) und Stephanie Eymann (LDP, rechts) mit Regierungspräsidentin Elisabeth Ackermann (Grüne).

Nicole Nars-Zimmer

«Die grosse Auswahl an Kandidierenden für den Regierungsrat verspricht Spannung. Und vielleicht auch ein bisschen Sprengkraft», kündigte die Baselbieter Nationalrätin Elisabeth Schneider-Schneiter das Wahlpodium der Handelskammer beider Basel an. Der Einladung ins Congress Center sind die neuen Kandidierenden Kaspar Sutter (SP), Christine Kaufmann (EVP), Esther Keller (GLP), Stefan Suter (SVP) und Stephanie Eymann (LDP) gefolgt. Zusätzlich standen die bisherigen Regierungsräte Conradin Cramer (LDP), Baschi Dürr (FDP), Lukas Engelberger (CVP) und die Regierungsrätinnen Tanja Soland (SP) sowie Elisabeth Ackermann (Grüne) auf der Bühne. Einzig Beat Jans (SP) musste den Anlass aufgrund einer Sitzung in Bundesbern sausen lassen.

Ein Hauch von Sprengkraft war gleich in der ersten Gesprächsrunde zwischen den Anwärterinnen fürs Präsidialdepartement spürbar. Nachdem Ackermann die bisherige Stadtentwicklungsstrategie präsentiert hatte, ergänzte Keller umgehend: «Es braucht nicht nur vielleicht, sondern ganz sicher ein Umdenken der Strategie.» Der Kanton sei zu zögerlich bei seinen Projekten. Auch Eymann versuchte sich schnell, als Gegenpol zur Bisherigen zu positionieren. Etwa bei der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit: «Bei mir fängt die Nachbarschaft beim Baselbiet an.» Sowieso sei der Austausch mit Nachbarkantonen und -ländern ein «steter Auftrag» für das Regierungspräsidium.

Widerstand gegen Idee von Uni in Riehen

Eine mögliche hitzige Debatte ergab sich erst durch Fragen aus dem Publikum – die Zuschauer vor Ort und diejenigen, die den Live-Stream schauten, konnten sich einbringen. Angesprochen auf die Gemeinden Riehen und Bettingen äusserte EVP-Kandidatin Christine Kaufmann die Idee, einen Teil der Uni nach Riehen zu holen. Suter schloss sich sogleich an. Erziehungsdirektor Cramer winkte ab: «Die Uni will verdichten, das ist ihre Strategie. Vor dem Formulieren einer Idee sollte man zuerst bei den Betroffenen nachfragen, ob überhaupt ein Interesse besteht.» Kaufmann erwiderte, es handle sich ja nicht um eine neue Idee, worauf Cramer leise ins Mikrofon raunte: «Das macht sie auch nicht besser.»
Einig waren sich die Kandidierenden bei der Digitalisierung. Natürlich müsse dort noch mehr gehen, lautete der Konsens. Engelberger: «Digitalisierung bedeutet aber nicht, einfach für alles eine App herauszugeben. Es geht um eine Einstellung, um Vertrauen und um Datenschutz.» Es liege an der Politik, hier Erklärungsarbeit zu leisten.

Stadtentwicklung, Bildung und Digitalisierung: Im Zentrum stand am Montagabend natürlich die Wirtschaft. Auch hier waren sich die Kandidierenden erstaunlich einig: Standortattraktivität oder Arealentwicklungen wurden von links bis rechts als Argumente genutzt. Wirkliche Sprengkraft entwickelte die Diskussion darum nicht.